Lehrgang Sicherheitsdatenblatt

Im Rahmen des Sicherheitsdatenblatt - Portals wurde ein Lehrgang als Lern- und Informationswerkzeug rund um das Thema Sicherheitsdatenblatt integriert. Auf der rechten Seite sind alle 16 Abschnitte des Sicherheitsdatenblattes aufgeführt, die durch Anklicken aufgerufen werden können. Suchen Sie einen bestimmten Begriff können Sie entweder die Suchfunktion (Lupe oben rechts auf jeder Seite), das Stichwortverzeichnis A-Z (auf dem rechten Rand auf jeder Seite des Sicherheitsdatenblatt-Lehrgangs) oder das Abkürzungsverzeichnis verwenden. 
Als dynamisches System wird es regelmäßig überarbeitet und an die gesetzlichen Anforderungen angepasst. Anregungen und Hinweise bitte an die Kontakt-Adresse auf der rechten Seite. 

Der Lehrgang ist wie folgt aufgebaut:
Jeder Abschnitt des Sicherheitsdatenblatts gemäß Anhang II REACH-Verordnung Nr. 1907/2006 wird ausführlich erläutert. Zu Beginn ist der jeweilige aktuelle Text der REACH-Verordnung vorangestellt.

In dem nachfolgenden Text sind

  • nähere Erläuterungen, Querverweise und Hyperlinks zu weiteren Informationsquellen,
  • die Angabe im Sicherheitsdatenblatt,
  • praxisbezogene Tipps für Ersteller und Nutzer sowie
  • Änderungen durch die Änderungsverordnung Nr. 453/2010 und die Änderungsverordnung Nr. 2015/830 und
  • Änderungen durch die CLP-Verordnung angegeben.

Ergänzend zum Lehrgang gibt es ein Stichwortverzeichnis A-Z am rechten Rand, ein Abkürzungsverzeichnis und ein Glossar, sowie eine Liste der R- und S-Sätze, der H-Sätze und der P-Sätze.

Grundsätzliches zum Sicherheitsdatenblatt

Wozu ein Sicherheitsdatenblatt?

Ein Sicherheitsdatenblatt soll den beruflichen Verwendern von chemischen Arbeitsstoffen u.a. die zum sicheren Umgang nötigen Informationen über chemisch-physikalische Eigenschaften, Gesundheitsgefahren und Umweltgefährdung sowie die Angaben über erforderliche Schutzmaßnahmen liefern.

Auf welcher gesetzlichen Grundlage wird ein Sicherheitsdatenblatt erstellt?

Die Regelungen zum Sicherheitsdatenblatt sind im Titel IV und im Anhang II der REACH-Verordnung festgelegt. Dieser Anhang wurde am 28.05.2015 mit der Änderungsverordnung (EU) 2015/830 geändert, die ab dem 1.6.2015 gilt. Er ersetzt den Anhang II der Änderungsverordnung (EU) Nr. 453/2010 vom 31.05.2010.
Regelungen zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung finden sich in der CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008. Die Stoff-Richtlinie 67/548/EWG und die Zubereitungs-Richtlinie 1999/45/EG sind seit dem 1.6.2015 außer Kraft.

Gibt es ein Format für ein Sicherheitsdatenblatt?

Das Sicherheitsdatenblatt enthält 16 Abschnitte mit verbindlichen Unterabschnitten, die ausgefüllt werden müssen. Eine Vorgabe für den Umfang gibt es nicht.
Mustersicherheitsdatenblätter sind auf den Internetseiten der BAuA eingestellt.

Wann muss ein Sicherheitsdatenblatt geliefert werden?

Verwender von gefährlichen Stoffen und Gemischen müssen spätestens mit der ersten Lieferung von Chemikalien unaufgefordert ein Sicherheitsdatenblatt in schriftlicher oder elektronischer Form erhalten.

Zwar müssen im Handel keine Sicherheitsdatenblätter ausliegen, aber ein beruflicher Verwender kann auch als Kunde in einem Baumarkt, einer Drogerie, einem Selbstbedienungsladen oder anderen Geschäften grundsätzlich ein Sicherheitsdatenblatt verlangen. Dieses muss ihm dann zur Verfügung gestellt werden. Weitere Informationen finden Sie unter "Häufig gestellte Fragen".

Wer muss das Sicherheitsdatenblatt bereitstellen und weitergeben?

Für die Bereitstellung der Sicherheitsdatenblätter ist der deutsche Hersteller oder - bei ausländischen Produkten - der Importeur verantwortlich. Für die Weitergabe sind jeweils die Akteure auf den verschiedenen Ebenen, d.h. Hersteller, Verkäufer und Wiederverkäufer zuständig.

Wie lange muss ein Sicherheitsdatenblatt im Betrieb aufbewahrt werden?

Im Betrieb müssen die Sicherheitsdatenblätter zehn Jahre aufbewahrt werden. (Artikel 36 REACH-Verordnung)

Für welche Chemikalien muss ein Sicherheitsdatenblatt erstellt werden?

Eine Auflistung der Stoffe, Gemische und Erzeugnisse, für die ein Sicherheitsdatenblatt erstellt werden muss, finden Sie hier unter Punkt 1.

Grundsätzlich gilt gemäß §6 Abs.2 GefStoffV für den Arbeitgeber, dass er sich die für die Gefährdungsbeurteilung notwendigen Informationen u.a. beim Inverkehrbringer zu beschaffen hat. Besteht keine Pflicht, ein Sicherheitsdatenblatt zu erstellen, dann hat der Inverkehrbringer auf Anfrage diese Information zur Verfügung zu stellen.

Wer darf ein Sicherheitsdatenblatt erstellen?

Das Sicherheitsdatenblatt muss gemäß Gefahrstoffverordnung von einer sachkundigen Person erstellt werden. Diese Person sollte bei der Erstellung auch die besonderen Erfordernisse des Verwenders (z.B. Pflichten als Arbeitgeber) berücksichtigen.

Vorgehen bei der Erstellung von Sicherheitsdatenblättern

Das Sicherheitsdatenblatt muss gemäß der REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 - Anhang II wurde zuletzt durch die Änderungsverordnung VO (EU) 2015/830 zum 1.6.2015 geändert - die dort angegebenen 16 Abschnitte mit den vorgegebenen Unterabschnitten enthalten. Die Reihenfolge ist zwingend. Praktische Erfahrungen haben gezeigt, dass es gerade für den ungeübten Ersteller von Sicherheitsdatenblättern von Vorteil sein kann, die einzelnen Abschnitte in der Reihenfolge des nachfolgenden Fließschemas zu bearbeiten:

Fließschema zur Erstellung von Sicherheitsdatenblätter
  • Bildquelle:

Zur Erstellung des Sicherheitsdatenblattes können die Standardsätze des Standardsatzkatalogs (EuPhraC) verwendet werden.