Gefährdungen erkennen und beurteilen

Prinzipiell ist der menschliche Körper für körperliche Belastungen aller Art gerüstet. Bewegung ist sogar lebenswichtig, damit der Körper und die Organe gesund funktionieren können. Fehlbelastungen können dem Körper jedoch schaden.

Mit einer Gefährdungsbeurteilung lässt sich ermitteln, ob die körperlichen Belastungen in einem gesunden Maße stattfinden oder ob sie als Über- oder Fehlbelastungen ein Risiko für den Beschäftigten darstellen.

1. Schritt: Orientierende Gefährdungsbeurteilung:

Körperliche Belastungen können mit Fach- und/oder Erfahrungswissen identifiziert werden. Ab wann sie zu Muskel-Skelett-Erkrankungen und Beschwerden führen können bzw. ab wann Maßnahmen zur Vermeidung und Reduzierung ergriffen werden müssen, kann mit folgenden Methoden ermittelt werden:

Die Checkliste bietet für betriebliche Praktiker einen schnellen Überblick über mögliche Gefährdungen am Arbeitsplatz. Wird mindestens ein Punkt der Checkliste mit "Ja" beantwortet, sollten Maßnahmen ergriffen werden, um die Belastungen zu vermindern.

Können Belastungen nicht eindeutig erkannt bzw. nicht wirksam gemindert werden, so ist eine vertiefende Gefährdungsbeurteilung notwendig.

2. Schritt: vertiefende Gefährdungsbeurteilung:

Die Verfahren richten sich an Unternehmer, beauftragte Beschäftigte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte.

Folgende Verfahren können z.B. angewandt werden:

Die Leitmerkmalmethoden sind für alle typischen Belastungsarten geeignet.

Es gibt zurzeit 6 Leitmerkmalmethoden:

Weiterführende Informationen und die Selbstrechner finden Sie bei der BAuA:
https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Physische-Belastung/Leitmerkmalmethode/Leitmerkmalmethode_node.html

Die OWAS-Methode ist zur Beurteilung von Körperhaltungen und für das Heben, Halten und Tragen von Lasten geeignet.

https://www.dguv.de/medien/ifa/de/pub/rep/pdf/rep05/biar0405/rep4_05.pdf

Das NIOSH-Grenzlast-Verfahren ist für das Heben, Halten und Tragen von Lasten geeignet.

https://www.dguv.de/ifa/forschung/projektverzeichnis/ffff_0119.jsp

Darüber hinaus: Unterstützung durch externe Spezialisten

Kann kein passendes Beurteilungsverfahren angewendet werden oder bleiben Fragen bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung bzw. bei der Auswahl wirksamer Methoden, können arbeitswissenschaftliche Experten, Arbeitsgestalter, Arbeitsmediziner, etc. hinzugezogen werden.

Beurteilung der Gefährdung mit Hilfe von Expertenverfahren:

CUELA
CUELA bedeutet "Computer-Unterstützte Erfassung und Langzeit-Analyse von Belastungen des Muskel-Skelett-Systems"
Messsystem CUELA

DGUV-Information 208-033, Anhang 3
https://www.dguv.de/medien/ifa/de/fac/ergonomie/pdf/bewertung_physischer_belastungen.pdf