Isocyanate

Isocyanate sind die wesentlichen Ausgangsstoffe für die Herstellung von Polyurethanen. Polyurethan (PU)-Lacke, PU-Beschichtungen, PU-Schäume sowie PU-Klebstoffe werden in fast allen Bau-Branchen verwendet. Die Umsetzung zu den Polyurethanen erfolgt entweder schon beim Hersteller oder vor Ort.

Durchreagiert Polyurethane enthalten keine Isocyanate mehr und bergen daher keine Gesundheitsgefahren von Isocyanaten. Da keine Isocyanate mehr enthalten sind, müssen die Produkte nicht mit dem EUH204 „Enthält Isocyanate. Kann allergische Reaktionen.“ gekennzeichnet werden. Die Produkte können allerdings weitere Gefahrstoffe wie Lösemittel enthalten.

Erfolgt die Umsetzung vor Ort, setzt der Anwender Isocyanate ein. Isocyanate sind teilweise als giftig sowie krebsverdächtig eingestuft. Die Hauptgefahr ist aber die Sensibilisierung der Atemwege sowie der Haut.

Die mögliche Sensibilisierung der Atemwege war auch der Anlass für die europäischen Chemikalienagentur ECHA die Handhabung von Isocyanaten zu beschränken. Die Beschränkung besagt, dass die Anwender ab August 2023 vor der Verarbeitung eine Schulung zur sicheren Verwendung erfolgreich absolviert haben müssen. Die notwendigen Schulungsunterlagen muss der Hersteller zur Verfügung stellen. Die Teilnahme der Anwender muss der Arbeitgeber sicherstellen. Der Hinweis auf die notwendigen Schulungen muss ab August 2022 auf den Produkten angebracht werden. Weitere Informationen zu den Schulungen erhalten sie hier.

Ausgenommen von der Beschränkung sind Produkte, die weniger als 0,1% monomere Isocyanate enthalten. Diese Produkte werden daher nicht mit dem Hinweis auf die Schulungen versehen. Wegen der geringen Isocyanatgehalte müssen die Produkte aber mit dem EUH204 gekennzeichnet werden.

In der Bauwirtschaft treten nur selten Erkrankungen durch Isocyanate auf. Die BG BAU hat die von ihr zwischen 2002 und 2015 anerkannten isocyanatbedingten Berufskrankheiten evaluiert und das Ergebnis in einem  Abschlussbericht veröffentlicht.