Tierische und pflanzliche Gefährdungen auf Baustellen und bei Reinigungsarbeiten
- Nicht nur Eichenprozessionsspinner können in Baustellennähe zur Gefahr werden.
- Quelle: Jan-Peter Schulz - BG BAU
Bau- und Reinigungsarbeiten finden häufig in der Nähe von Grünflächen, Waldrändern, Böschungen oder älteren Bestandsgebäuden statt. In solchen Umgebungen können verschiedene biologische Gefährdungen auftreten. Deshalb endet Arbeitsschutz nicht am Rand der Arbeitsstätte: Auch das Umfeld der Baustelle sollte vor Arbeitsbeginn systematisch geprüft werden.
Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Informationen zu:
Eichenprozessionsspinner auf Baustellen
Der Eichenprozessionsspinner kann Eichen befallen, auch in der Nähe von Baufeldern. Besonders relevant ist die Zeit von Mai bis Juli. Die Gefahr geht nicht nur von den Raupen aus, sondern vor allem von ihren feinen Brennhaaren.
Wo tritt der Eichenprozessionsspinner auf?
Typische Fundorte in Baustellennähe sind:
- Eichen am Rand von Baufeldern
- Bäume an Straßen, Wegen und Grünflächen
- Gehölzstreifen an Baustellenzufahrten
- Park- und Waldnähe
- Lagerflächen unter oder neben Eichen
Ein Befall kann an Gespinstnestern am Stamm oder in Astgabeln erkennbar sein. Diese Nester können ungefähr fußballgroß werden.
Welche Gesundheitsgefahren bestehen?
- Quelle: Jan-Peter Schulz - BG BAU
Die kleinen Brennhaare brechen leicht ab. Dabei kann ein Gift austreten. Die Haare können durch den Wind verweht und eingeatmet werden. Mögliche Folgen sind Haut- und Atemwegsreizungen. Dazu können Hautentzündungen, schmerzhafter Husten, Bronchitis oder bronchialasthmatische Beschwerden zählen.
Wichtig: Die Brennhaare können über Jahre gefährlich bleiben. Deshalb sind auch ältere Nester oder kontaminierte Bereiche ernst zu nehmen.
Empfohlen:
Abstand halten.
Bereich weiträumig absperren.
Vorgesetzte oder Bauleitung informieren.
Fachfirma oder zuständige Stelle einschalten.
Bei Haut- oder Atemwegsbeschwerden ärztliche Hilfe aufsuchen.
Kontaminierte Kleidung bei mindestens 60 Grad waschen.
Vermeiden:
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- Nester von Eichenprozessionsspinnern nicht anfassen.
- Nester nicht selbst entfernen.
- Nester nicht abbrennen.
- Nester nicht mit Wasser abspülen.
- Nicht in befallenen Bereichen weiterarbeiten.
- Keine Brennhaare aufwirbeln.
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Riesen-Bärenklau auf Brachflächen, Böschungen und Randbereichen
Der Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt, ist eine Pflanze, die auf Baustellen und angrenzenden Flächen ein Risiko darstellen kann. Besonders relevant ist sie dort, wo auf Brachflächen, an Böschungen, an Wegrändern, in Uferbereichen oder in überwachsenen Randbereichen gearbeitet wird.
- Riesen-Bärenklau nicht berühren – der Pflanzensaft kann bei Sonnenlicht starke Hautreaktionen auslösen.
- Quelle: KI-generiert
Wo wächst Riesen-Bärenklau?
Mögliche Fundorte im Baustellenumfeld sind:
- Brachflächen
- Böschungen
- Wegränder
- Uferbereiche
- Grünstreifen
- ungemähte Randflächen
- verwilderte Grundstücke
- Bereiche an Gräben oder Gewässern
Die Pflanze kann sehr groß werden. Sie besitzt große Blätter und auffällige weiße Blütendolden. Bei Unsicherheit sollte sie nicht berührt werden.
Warum ist Riesen-Bärenklau gefährlich?
Der Pflanzensaft des Riesen-Bärenklaus kann phototoxisch wirken. Das bedeutet: Kommt der Saft auf die Haut und trifft anschließend Sonnenlicht auf die betroffene Stelle, können schmerzhafte Hautreaktionen entstehen. Nach Kontakt besteht die Gefahr einer phototoxischen Dermatitis. In Verbindung mit Sonnenlicht kann es zu verbrennungsähnlichen Reaktionen und Blasenbildung kommen.
Nach möglichem Kontakt sollte die Haut sofort gründlich mit Wasser und Seife gereinigt werden. Die betroffene Stelle sollte vor Sonnenlicht geschützt werden. Bei Hautreaktionen oder Beschwerden ist ärztlicher Rat einzuholen.
Wichtig: Der phototoxische Effekt geht nicht nur von Blättern und Stielen aus, sondern auch vom Saft der Knolle. Bei der Vorbereitung von Baufeldern ist Vorsicht geboten: Auch junge oder noch kleine Pflanzen können bereits eine große Knolle im Boden ausgebildet haben.
- Hautkontakt mit Riesen-Bärenklau kann zu Rötungen und Blasen führen – betroffene Stellen reinigen, abdecken und ärztlich abklären lassen.
- Quelle: KI-generiert
Empfohlen:
Lange Kleidung und geeignete Schutzausrüstung tragen:
- langärmlige Gummihandschuhe
- Augen- und Gesichtsschutz
- geschlossene, leicht zu reinigende Schuhe oder Stiefel
Pflanze nicht berühren: Hautkontakt mit Pflanzensaft vermeiden.
Fundstelle markieren und melden.
Pflanzen bei Gefährdung vor Beginn der Arbeiten fachgerecht entfernen lassen.
Nach Kontakt Haut sofort mit Wasser und Seife reinigen.
Betroffene Haut vor Sonnenlicht schützen.
Bei Hautreaktionen medizinischen Rat einholen.
Vermeiden:
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- Pflanze nicht ohne Schutz abschneiden oder entfernen.
- Pflanzensaft nicht auf die Haut gelangen lassen.
- Nach Kontakt nicht in die Sonne gehen.
- Pflanzenteile nicht achtlos auf der Baustelle liegen lassen.
- Keine Eigenmaßnahmen ohne Gefährdungsbeurteilung.
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Zecken auf Baustellen und in Grünbereichen
Zecken können auf Baustellen relevant werden, vor allem bei Arbeiten in hohem Gras, Gebüsch, Grünanlagen, an Böschungen oder am Waldrand.
- Zecken sitzen meist auf Grashalmen oder Zweigen in einer Höhe von bis zu etwa 1,5 Metern.
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Wo kommen Zecken auf Baustellen vor?
Typische Situationen sind:
- Erdarbeiten an Grünflächen
- Arbeiten an Böschungen
- Vermessungsarbeiten in Wiesenbereichen
- Baustellen am Waldrand
- Arbeiten in Gärten, Parks oder Außenanlagen
- Lagerflächen mit hohem Gras oder Bewuchs
Zecken nehmen Menschen über ein Riechorgan in den Vorderbeinen wahr. Kurzer Kontakt reicht, damit sie sich an Kleidung oder Haut festhaken.
Welche Krankheiten können übertragen werden?
Zecken können Krankheitserreger übertragen. Dazu zählen Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, sowie Borreliose-Erreger. Gegen FSME gibt es eine Impfung. Borreliose kann mit Antibiotika behandelt werden.
Ein Zeckenstich wird oft erst spät bemerkt, weil die Zecke beim Stich ein Betäubungsmittel abgibt. Die häufig entstehende Hautreizung wird „Wanderröte" genannt.
- Wanderröte: Die ringförmige Hautrötung ist oft im Zentrum blasser als am Rand. Der rote Ring wandert dann allmählich nach außen.
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Empfohlen:
Lange Ärmel und lange Hosen tragen.
Socken über die Hosenbeine ziehen, wenn Wiesen betreten werden.
Repellents verwenden:
Sprühschutz oder Zeckenschutz-Creme aus der Drogerie oder Apotheke
Körper nach der Arbeit absuchen.
Zecken zügig und vorsichtig mit einer Zeckenzange entfernen.
Einstichstelle beobachten bei Beschwerden ärztlich abklären lassen.
- Entfernung: Zecke hautnah greifen, nicht quetschen und die Einstichstelle beobachten.
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Vermeiden:
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- Zecken nicht quetschen.
- Zecken vor der Entfernung nicht mit Öl, Klebstoff oder ähnlichen Hausmitteln behandeln.
- Wanderröte oder Krankheitsgefühl nicht ignorieren.
- Zeckenstiche nicht als Bagatelle abtun.
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Wespen an Gebäuden, Gerüsten und Dachbereichen
Wespen sind im Sommer häufig in der Nähe von Gebäuden unterwegs. Auf Baustellen oder bei Reinigungsarbeiten können sie besonders bei Arbeiten an Dächern, Fassaden, Rollladenkästen, Dachvorsprüngen oder geschützten Hohlräumen auffallen.
- Bei Wespen gilt: Ruhe bewahren, Abstand halten und Nester nur durch Fachleute entfernen lassen.
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Typische Nistplätze von Wespen
Wespen nutzen geschützte Bereiche. Dazu gehören:
- Rollladenkästen
- offene Dachvorsprünge
- Dachstühle (zwischen Schindeln und Dämmung)
- Hohlräume an Fassaden
- Spalten an Gebäuden
- Bereiche an Gerüsten, wenn dort geschützte Hohlräume entstehen
- ungestörte Ecken in Materiallagern
Wespen sind für das Ökosystem wichtig. Sie bestäuben Blüten und fressen Schädlinge. Deshalb sind sie geschützt.
Risiken durch Wespenstiche
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Wespenstiche sind schmerzhaft. Für Menschen mit Insektengiftallergie können sie lebensbedrohlich werden. Besonders gefährlich sind Stiche im Mund- und Halsbereich.
Empfohlen:
Lebensmittel abdecken und Getränke mit Strohhalm trinken.
Zwei bis drei Meter Abstand zum Nest halten.
Ruhig bleiben.
Erschütterungen vermeiden.
Fachleute einschalten, wenn ein Nest entfernt werden muss.
Bei Hornissen oder Unklarheit die zuständige Naturschutzbehörde einbeziehen.
Vermeiden:
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- Keine stark parfümierte Cremes, Deos oder Haarstylingprodukte verwenden.
- Süße Getränke und alkoholfreies Bier nicht offen stehen lassen.
- Keine hektischen Bewegungen.
- Wespen nicht anpusten.
- Nicht nach Wespen schlagen.
- Nester nicht eigenständig entfernen.
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Checkliste für die Baustelle
Vor Arbeitsbeginn
- Baustellenumfeld prüfen: Gibt es Eichen, hohes Gras, Gebüsch, Hohlräume, Dachvorsprünge, Brachflächen oder Böschungen?
- Auch angrenzende Grünflächen, Randbereiche und Zufahrten in die Prüfung einbeziehen.
- Bei sichtbaren Nestern, Raupenansammlungen oder verdächtigen Pflanzen Fachleute einschalten.
- Gefährdungsbeurteilung aktualisieren, wenn biologische Gefährdungen erkennbar sind.
- Wenn biologische Gefährdungen erkannt wurden, Schutz- und Arbeitskleidung darauf abstimmen.
- Schutzmaßnahmen verbindlich festlegen und Beschäftigte gezielt informieren.
- Zuständigkeiten klären: Wer meldet Funde? Wer sperrt Bereiche ab?
- Erste-Hilfe-Abläufe besprechen.
- Bei Arbeiten in Grünbereichen Zeckenschutz einplanen.
Während der Arbeit
- Abstand zu Nestern, Raupen, Gespinsten und unbekannten Pflanzen halten.
- Nicht in abgesperrten Bereichen arbeiten.
- Ruhig bleiben, wenn Wespen auftreten.
- Hautkontakt mit Pflanzen und Tierkot vermeiden.
- Staub und aufgewirbelte Partikel vermeiden.
- Bei Arbeiten im Gras lange Kleidung tragen.
- Auffälligkeiten sofort melden.
Nach möglichem Kontakt
- Haut gründlich reinigen.
- Kontaminierte Kleidung wechseln.
- Kleidung bei geeigneter Temperatur waschen, bei Kontakt mit Eichenprozessionsspinner-Brennhaaren mindestens 60 Grad.
- Zeckenstiche dokumentieren.
- Einstichstellen und Hautreaktionen beobachten.
- Bei Atemwegsbeschwerden, allergischen Reaktionen, Wanderröte, starken Hautreizungen oder Krankheitsgefühl ärztliche Hilfe aufsuchen.
- Beinahe-Ereignisse und Funde in der Baustellenorganisation dokumentieren.
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Häufig gestellte Fragen zu biologischen Gefährdungen
Biologische Gefährdungen auf Baustellen sind Risiken durch Tiere, Insekten, Pflanzen, Ausscheidungen oder biologische Stoffe. Beispiele sind Zecken, Wespen, Eichenprozessionsspinner oder Riesen-Bärenklau.
Weil Gefährdungen nicht an der Baugrenze enden. Tiere, Pflanzen oder Nester können sich in angrenzenden Grünflächen, Bäumen, Böschungen, Hohlräumen oder Randbereichen befinden und die Arbeiten beeinflussen.
Der Bereich sollte weiträumig abgesperrt werden. Die Raupen oder Nester sollten nicht berührt, nicht abgebrannt und nicht mit Wasser abgespült werden. Die Entfernung gehört in die Hände von Fachleuten.
Bei Arbeiten in Gras, Gebüsch oder Grünflächen helfen lange Kleidung, geschlossene Hosenbeine, Socken über der Hose und Repellents. Nach der Arbeit sollte der Körper nach Zecken abgesucht werden.
Abstand halten, Erschütterungen vermeiden und ruhig bleiben. Ein Nest sollte nicht eigenständig entfernt werden. Wenn konkrete Gefahr besteht, sollten Fachleute eingeschaltet werden.
Der Pflanzensaft kann die Haut lichtempfindlich machen. In Verbindung mit Sonnenlicht können schmerzhafte, verbrennungsähnliche Hautreaktionen und Blasen entstehen.