Produkte und Verfahren

  • Bildquelle: H.ZWEI.S Werbeagentur GmbH

Anspruchsvolle Randbedingungen prägen den Arbeitsalltag von Zimmerern auf Baustellen. Um sich vor Absturzunfällen zu schützen, können innovative und flexible Systeme Lösungen bieten - besonders bei Situationen, in denen bisher keine oder nur unzureichende Absturzsicherungen möglich waren.

Verschiedene Systeme, Verfahren und Produkte speziell für den Einsatz bei Holzbauarbeiten wurden getestet und weiterentwickelt.


Das Tragen eines Schutzhelmes mit Kinngurt ist Pflicht bei der Benutzung von PSA gegen Absturz!

Arbeitsschutzprämie Schutzhelme mit 4-Punkt-Kinnriemen

 

Mobile horizontale Lifeline-Systeme mit integrierten Schockabsorbern

Wenn begründbar technische Maßnahmen, wie Seitenschutz oder Auffangsysteme, nicht anwendbar sind, können entsprechend der Maßnahmenhierarchie auch persönliche Schutzeinrichtungen gegen Absturz (PSAgA) zur Anwendung kommen, um Absturzgefahren zu begegnen. Ein Verfahren zur mobilen Sicherung mit PSAgA sind Lifeline-Systeme mit integrierten Schockabsorbern, die oberhalb des Schwerpunktes der zu sichernden Person verankert werden. Zusammen mit einem Höhensicherungsgerät mit interner Falldämpfung und dem persönlichen Auffanggurt kann dieses temporäre, schnell und einfach montierte Lifeline-System als horizontales Sicherungssystem flexibel eingesetzt werden.

Eigenschaften und Voraussetzungen:

  • Nur zugelassene Systeme mit Falldämpfer verwenden (ansonsten besteht die Gefahr, dass durch den Fall in den Auffanggurt schwere Querschnittsschäden erlitten werden)
  • Befestigung an Anschlagpunkten bei Gerüsten, Holzsparren und -pfetten, Stahlträgern oder Betonkonstruktionen, die für min 6 kN Belastung ausgelegt sind

  • Spannweite min 12 m und max 15 m

  • Freiraumhöhe min 5 m (Nennlast 100 kg, 6 m bei 136 kg Nennlast)

  • EU-Baumusterprüfung nach DIN EN 795 Typ B und C, mit integrierter Abseilvorrichtung i. A. DIN EN 341

  • Begrenzung der Vorspannkraft auf 1 kN bei mechanischer Vorspannung z. B. Spannhebel, Ratsche, etc. durch Indikator oder Überlastbegrenzer;

  • Abseilfunktion ist direkt nach dem Auffangvorgang aktivierbar

  • Mit Höhensicherungsgerät mit Verbindungsmittel aus Textilband, max 2 m Länge, Energieabsorbierung im Gehäuse, siehe Arbeitsschutzprämien der BG BAU

  • Benutzung von PSA gegen Absturz nur mit Rettungskonzept und nach gesonderter Gefährdungsbeurteilung, sowie Unterweisung über die erforderliche und richtige Verwendung von PSAgA - Die Rettung muss geübt werden

Arbeitsverfahren unter Verwendung eines stillgesetzten Kranes als Anschlagpunkt für Arbeiten mit PSA gegen Absturz

Besonders bei Montagearbeiten im Holzbau gibt einige zeitlich sehr begrenzte, aber immer wiederkehrende gefährliche Situationen an Absturzkanten. Diese lassen die Sicherung gegen Absturz oftmals nur mit erheblichem Mehraufwand und selten wirklich zufriedenstellend zu. Wenn hier begründbar technische und organisatorische Maßnahmen nicht anwendbar sind, kann eine Absturzsicherung mit dem Kran die Lösung sein. Hier wird der Kranhaken eines mit einem Personensicherungsmodus ausgerüsteten Kranes als Anschlagpunkt für die Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz verwendet. Inzwischen gibt es mehrere Hersteller von Mobilkranen, die diesen Personensicherungsmodus anbieten - auch zum Nachrüsten.

Handlungsanleitungen der Fachgruppe D-A-CH-S

Die Fachgruppe D-A-CH-S ist eine internationale Arbeitsgruppe von Experten aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Südtirol deren Ziel es ist, eine länderübergreifende Vereinheitlichung der Regelungen für Absturzsicherungen an hochgelegenen Arbeitsplätzen anzustreben.

Die Gruppe hat Handlungsanleitungen erarbeitet, die auf der Webseite der Fachgruppe (www.bauforumplus.eu) abrufbar sind:

Stillgesetzter ortsfester Kran als Anschlagmöglichkeit für PSA gegen Absturz

Stillgesetzter ortsveränderlicher Kran als Anschlagmöglichkeit für PSA gegen Absturz


Weitere Informationen

Entwicklung einer tragbaren persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz – „Scaffbag“

  •      BauPortal 06/16

Personensicherung mit dem Kran

  •       Entwurf einer Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung des FB HM