Ich und die BG BAU - Tobias Krämer: Die ganze Geschichte
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Stand: 06/2026
Herausgeber: BG BAU
Informationen
In seinem ersten Ausbildungsjahr als Holzmechaniker hatte Tobias Krämer einen Autounfall als Beifahrer. Die Folge war eine Querschnittlähmung. Doch Tobias Krämer hat sich zurückgekämpft: Stück für Stück, mit Mut, Ausdauer und der richtigen Unterstützung. Die BG BAU steht fest an seiner Seite. Im Rahmen von „Ich und die BG BAU. Zusammen seit 1998.“ erzählt Tobias Krämer seine Geschichte.
Weitere Informationen zu Lothar Hubert, der BG BAU und Leistungen zur medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation finden Sie hier: Ich und die BG BAU.
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Wir sehen Nahaufnahmen von Tobias Krämer. Er schaut sich ein Fotoalbum an mit Fotos von seinem Unfall an, von dem kaputten Auto – daneben die Jahreszahl 1998 – Fotos von ihm als jungem Mann im Krankenhaus. Dazu hören wir sanfte Musik. Er spricht aus dem Off: „Aber ich weiß noch jeden Moment. Das war ein ganz seltsames Gefühl, zu merken, dass sie die Kontrolle verliert und dass das Auto dieses rechts, links, rechts, so vom Heck und dann… Man hat nicht diesen Aufprall gehört. Also kein Geräusch, kein Knall oder irgendwas. Es war plötzlich alles still.“ Die Kamera blendet zu schwarz.
Tobias sitzt in seinem Wohnzimmer und erzählt seine Geschichte. Wir sehen Schnittbilder, wie er vor seinem Haus sitzt, im Rollstuhl und in die Kamera schaut. Dazu wird ein Textfeld eingeblendet: „Tobias, 44 Jahre“. Er sagt zunächst aus dem Off, dann im On: „Ich bin Tobias Krämer, bin 44 Jahre alt, fast 20 Jahre schon verheiratet, Papa von drei Kindern und hatte ziemlich genau zum Ende des ersten Ausbildungsjahres als Holzmechaniker einen Autounfall als Beifahrer. Seitdem bin ich querschnittsgelähmt.“
Wir sehen Tobias, wie er sich in seiner Küche einen Kaffee zubereitet. Er spricht weiter aus dem Off: „Es sind drei Halswirbel gebrochen. Das nennt man dann Tetraplegie. Ich habe keine Handfunktion mehr, eingeschränkte Armfunktion und Schulterfunktion und auch keinerlei Rumpf- oder Beinfunktion mehr seitdem und bin deshalb auf den Rollstuhl angewiesen. Nach dem Unfall ging es in die Uniklinik, und da wurde ich dann operiert. Dann wurde ich nach einer Woche nach Ludwigshafen in die BG-Klinik verlegt und auf die Querschnittstation.“
Fotos aus der Zeit werden eingeblendet. Man sieht Tobias als jungen Mann mit Halskrause und im Rollstuhl in die Kamera lächeln. Er sagt weiter: „Und dann hat man auch gemerkt, okay, hier kennt man sich mit Querschnitt auch gut aus. Also, das war schon genau das richtige Umfeld, um wieder auf die Beine zu kommen.“ Tobias macht Anführungsstriche in der Luft bei dem Wort „Beine“.
Wir sehen Bilder aus einer Turnhalle. Tobias wird von seinem Rollstuhl in einen Sportrollstuhl gehoben. Er wird festgeschnallt und es werden Handschützer angelegt. Wir sehen sein Team beim Rollstuhlrugby-Training. Er sagt weiter: „Dann hat sich, Gott sei Dank, nachdem ich dann zu Hause war, dieser Kontakt zu dem ehemaligen ersten Vorsitzenden des Sportvereins in Koblenz ergeben und der gesagt hat: Du bist Tetra, du kommst nach Koblenz trainieren.“
Er spricht jetzt in der Halle, mit einem Ball auf dem Schoß. Wir sehen dazu mehr Bilder vom Training mit seinem Team. Er sagt: „Zum Ende des ersten Rolli-Jahres, sage ich mal, nach meinem Unfall, habe ich das Team kennengelernt und hier auch echt coole Freunde gefunden und halt einen ziemlich geilen Sport. Und es ist mit den Jahren einfach ein extrem wichtiger Teil geworden für mich: im Austausch zu sein mit, ich nenne es mal, Gleichgesinnten oder anderen Betroffenen. Ich muss hier nicht viel erklären. Wenn man dann im Training ist, mehr oder weniger, ist das halt auch einfach eine extreme Erleichterung für den Alltag. Also, dieses Umsetzen im Auto zum Beispiel, dass ich das alleine schaffe, das würde ich ohne das Training gar nicht schaffen. Also wäre ich an diesen Punkt nicht gekommen.“
Tobias spricht jetzt wieder in seinem Wohnzimmer in die Kamera: „Irgendwann kam die Einladung von einem Sportkollegen auf seine Geburtstagsfeier, und da saß dann auch meine Frau. Ja, dann sind wir schnell zusammengekommen und jetzt sind es 20 Jahre Ehe und drei tolle Kinder.“ Wir sehen Tobias mit seiner Tochter und noch einem Mann mittleren Alters. Der Mann fragt: „Sollen wir noch eine Runde fahren?” Tobias ergänzt: „Einmal ausprobieren, ja?” Seine Tochter trägt einen Fahrradhelm und übt Fahrradfahren. Der andere Mann führt sie, Tobias fährt im Rollstuhl hinterher. Tobias erzählt weiter aus dem Off: „Die Elternassistenz: War super, dass ich die von Anfang an haben konnte. Also, mit der eingeschränkten Handfunktion, dieses Wickeln und so ist eine Sache, die ich einfach nicht gut leisten kann. Fahrradfahren lernen, so etwas kann ich auch schlecht begleiten. Und jetzt habe ich dieses Budget für den Minijob, das ich dann so ein bisschen auf mehrere Personen aufteile.“
Wir sehen Tobias wieder in seinem Wohnzimmer in die Kamera sprechen, er erinnert sich: „Die nächsten Stationen in meinem Leben nach der Reha waren: klar, dieses Nach-Hause-Kommen, aber ich wollte sehr schnell auch wieder in Ausbildung oder in den Beruf, in die Arbeit. Dann habe ich also eine Ausbildung zum Fachinformatiker, Programmierer, gemacht in Heidelberg, zwei Jahre lang, diese Umschulung. Und habe auch sofort einen Job gefunden, einen Arbeitgeber und war da auch eine Zeit lang ganz froh. Aber ich habe so gemerkt: Diese ganze Arbeit am Computer, da wollte ich eigentlich nie hin. Also, ich komme so aus dieser Praxis mit Holz und Handwerk und alles und das hat nie so gepasst.“
Wir sehen Schnittbilder von Tobias, wie er in seinem Auto zur Arbeit fährt. Er hat Handsteuerungen am Lenkrad, mit denen er alles bedient. Vor seiner Arbeitsstelle holt ihn ein Kollege ab und schiebt ihn im Rollstuhl in ein Gebäude, auf dem „Rathaus“ steht. Er sagt weiter: „Und dann habe ich halt später, aber da kannte ich meine Frau auch schon lange, dann haben wir gemeinsam oder zeitgleich, besser gesagt, studiert: Sozialpädagogik. Und jetzt bin ich halt in dem Bereich tätig. Und das hat natürlich auch große Anteile an Bürotätigkeiten, aber man ist viel mehr im Kontakt mit Menschen. Und das ist das, wo ich mich jetzt eher zu Hause fühle und angekommen.“
Wir sehen Tobias Krämer im Gespräch mit einer Kollegin und arbeitend an seinem Schreibtisch. Er sagt weiter: „Also, diese Möglichkeit, arbeiten gehen zu können, ist ja auch eine Bestätigung, gebraucht zu werden. Also ein Teil der Gesellschaft zu sein, dazuzugehören und auch mit dem Handicap etwas leisten zu können, etwas beitragen zu können. Weil schon so ein gewisses Gefühl ja auch entsteht, dass man so ein Klotz ist, den die Gesellschaft mitschleppt.“
Wir sehen jetzt, dass Tobias an seinem Arbeitsplatz zur Kamera spricht. Er arbeitet kurz am Computer und sagt: „Also, das will natürlich auch alles finanziert werden, das Ganze, die ganzen Hilfen, die benötigt werden. Sich wieder aktiv einzubringen und auch seinen Teil in dieser Gesellschaft zu leisten, das ist ein gutes Gefühl, was das andere auch wieder ein bisschen relativiert. Also, ich bin nicht nur einer, der sagt: ‚Ich hier, ich will haben, ich will haben‘, sondern ich gebe auch.“
Tobias ist zuhause und öffnet die Eingangstür. Herein kommt ein junger Mann und sie begrüßen sich freundlich.
„Hallo, kommen Sie rein.”
„Danke!”
„Wie sieht’s aus?”
„Gut, ja, und bei Ihnen?”
„Auch.”
Man sieht die beiden beim Gespräch am Esstisch. Tobias spricht weiter aus dem Off: „Mein jetziger Reha-Berater ist wie so ein Geschenk. Also, irgendwie laufe ich offene Türen ein. Das ist jetzt richtig schön, also er ist gut erreichbar und ich kann so einen Gedanken anbringen und er spinnt den mit mir gemeinsam weiter und sagt natürlich auch klar, was geht oder was nicht geht. Aber das ist eine mega Erleichterung einfach. Die Sachen kaputt denken und sich zu viel Sorgen machen, das ist irgendwie, wovon ich sehr profitiere, dass ich das eben nicht mache. Gar nicht so viel Nachdenken und dann kommt eins zum anderen.“
Tobias lächelt in seinem Wohnzimmer in die Kamera: „Also, es ist bestimmt nicht einfacher geworden mein Leben, also das will ich gar nicht sagen, aber es ist trotzdem sehr wertvoll und ich habe viele tolle Sachen erlebt in den letzten 27 Jahren.“
Das Bild blendet über zu einem blauen Hintergrund. Ein weißer Schriftzug erscheint „Ich und die BG BAU“. Unter dem Schriftzug erscheint ein Textfeld: „Zusammen seit 1998.“ Der Text verschwindet und das Video endet mit dem BG BAU-Logo und dem Zusatz: „Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft“.










