Besonders gefährdet sind Flachdächer sowie Dächer, auf denen sich nasser Schnee oder Eis ansammelt. Durchfeuchteter Schnee wiegt deutlich mehr als Pulverschnee und kann die statisch zulässige Traglast eines Daches schnell überschreiten.
Warnzeichen erkennen
Warnzeichen für ein überlastetes Dach sind unter anderem sichtbare Verformungen der Dachkonstruktion, Risse in Wänden oder Decken sowie knarrende oder knackende Geräusche. Treten solche Anzeichen auf, sollte umgehend fachkundige Hilfe – etwa durch einen Dachdeckermeisterbetrieb – hinzugezogen werden. Im Notfall ist die Feuerwehr zu verständigen.
Haus- und Gebäudeeigentümer tragen die Verantwortung für die Verkehrssicherheit ihrer Immobilien. Dazu gehört auch, Gefahren durch übermäßige Schneelasten rechtzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen unter Einsatz einer korrekten Absturzsicherung zu ergreifen. „Schnee sollte streifenweise und abwechselnd vom Dach geräumt werden, um einseitige Belastungen der Statik zu vermeiden. Eine dünne Schicht Schnee darf zum Schutz der Abdichtung liegen bleiben“, erklärt Hans-Jürgen Wellnhofer, kommissarischer Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU. „Grundsätzlich gilt für alle Tätigkeiten auf dem Dach: immer ausreichend Abstand zur Absturzkante einhalten und eine geeignete Absturzsicherung einsetzen, um Abstürze zu vermeiden.“
Nur Profis aufs Dach
Beim Betreten des Daches besteht akute Absturzgefahr. Windböen können diese noch verstärken. Zudem können sich Schneemassen oder Eisplatten lösen und unkontrolliert abrutschen – eine erhebliche Gefahr auch für Personen im Bereich unterhalb des Daches. „Ich rate Laien dringend davon ab, Dächer eigenständig zu betreten und zu räumen“, sagt André Büschkes, Dachdeckermeister und Mitglied im Vorstand der BG BAU. „Viele unterschätzen das Gewicht von Schnee. Bereits Schneehöhen von etwa 30 bis 50 Zentimetern können – je nach Dachkonstruktion und Schneeart – kritisch werden. Räumarbeiten sollten deshalb ausschließlich von geschulten Fachkräften mit entsprechender Ausrüstung und Erfahrung durchgeführt werden.“
Vorbeugend können bauliche Maßnahmen wie Schneefanggitter oder -systeme dazu beitragen, dass Schnee und Eis nicht unkontrolliert abrutschen. Zudem sollten Dachrinnen freigehalten werden, damit Schmelzwasser ungehindert ablaufen kann. Bei anhaltendem Schneefall empfiehlt es sich außerdem, Gefahrenbereiche unter Dachkanten abzusperren oder deutlich zu kennzeichnen, um Passanten zu schützen.
Sicher auf dem Dach
Unter dem Motto „Sicher auf dem Dach“ haben der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und die BG BAU eine gemeinsame Initiative gestartet, um für Absturzrisiken zu sensibilisieren und über geeignete Schutzmaßnahmen aufzuklären.
Die Initiative „Sicher auf dem Dach“ kombiniert eine Sensibilisierungskampagne in den sozialen Medien mit neuen Sicherheitsmaterialien und Arbeitshilfen. Eine Auswahl wird von der BG BAU im Rahmen von Arbeitsschutzprämien gefördert.
Fazit: Schneelasten auf Dächern stellen ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko dar. Wer Anzeichen einer Überlastung feststellt oder unsicher ist, sollte nicht zögern, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Weitere Informationen:
- Initiative „Sicher auf dem Dach“
- BG BAU-Themenseite Unwetter
- PDF-Datei: DGUV-Information Schutzmaßnahmen gegen Absturz auf Dächern
- Absturz und Durchsturz vermeiden – Schutzmaßnahmen und Arbeitsschutzprämien
- DGUV Information 212-002: Schneeräumung auf Dachflächen
Pressekontakt
Birte Hagedorn, E-Mail: presse(at)bgbau.de, Telefon: 030 85781-681
Katrin Lemcke-Kamrath, E-Mail: presse(at)bgbau.de, Telefon: 030 85781-461
Über die BG BAU
Die BG BAU ist eine der großen Berufsgenossenschaften in Deutschland. Als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für die Bauwirtschaft und für baunahe Dienstleistungen betreut die BG BAU mehr als drei Millionen Versicherte, rund 604.000 gewerbsmäßige Unternehmen und ca. 56.000 private Bauvorhaben. Im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags fördert die BG BAU Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, um Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu vermeiden. Kommt es dennoch zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, bietet die BG BAU umfassende medizinische Betreuung und Rehabilitation mit allen geeigneten Mitteln. Zudem sorgt sie für die Wiedereingliederung der Betroffenen in das berufliche und soziale Leben und leistet finanzielle Entschädigung. Weitere Informationen unter www.bgbau.de.
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