1x1 im Arbeitsschutz: Psychische Belastungen

Video/Unterweisungshilfe
Stand: 2026
Herausgeber: BG BAU

Informationen

Serie: Das kleine 1x1 des Arbeitsschutzes

  • kurze Lernmodule (Laufzeiten ca. 5 -12 Min.)
  • grundlegende Kenntnisse zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
  • ergänzt und bereichert die gesetzlich vorgeschriebene persönliche Unterweisung

https://lernportal.bgbau.de

Textalternative zum Video

 

Die Präsentation trägt den Titel „Psychische Belastung bei der Arbeit“ und gehört zur Reihe „1x1 im Arbeitsschutz“ der BG BAU. Ein Foto zeigt einen jungen Handwerker, der auf dem Fußboden sitzt und stützt seinen Kopf auf dem Knie ablegt. Er hält eine Tasse in der Hand. Die Folie dient als Einführung in das Thema psychische Belastungen im Arbeitskontext.

Der Sprecher sagt: „Herzlich willkommen zum Einmaleins im Arbeitsschutz zum Thema: Psychische Belastung bei der Arbeit.“


Folie 2 wird eingeblendet. Zu sehen ist die Überschrift „Lernziele“. Die Folie nennt drei Themenbereiche: „Was sind psychische Belastungen?“, „Psychische Belastungen in der Baubranche und in der Reinigungsbranche“ sowie „Gestaltungsbereiche“.

Der Sprecher sagt: „Hier erfährst Du, was psychische Belastungen sind – sowohl in der Baubranche als auch in der Reinigungsbranche und welche Gestaltungsbereiche es gibt und wo Du mehr Informationen findest, um diese zu berücksichtigen


Folie 3

Zu sehen ist die Überschrift „Psychische Belastung“. Darunter steht: „ist alles, was auf den Menschen einwirkt und psychisch etwas mit ihm macht.“ Auf dem Bild hält ein Arzt ein Schild mit der Aufschrift psychische Belastung.

Der Sprecher sagt: „Psychische Belastung ist alles, was auf den Menschen einwirkt und psychisch etwas mit ihm macht.“


Folie 4

Zu sehen sind die Begriffe „Belastung“ und „Beanspruchung“. Der Sprecher erläutert anhand einer grafischen Darstellung den Unterschied zwischen beiden Begriffen. Ein Bild zeigt einen großen Mann hinter einer Schubkarre und ein kleiner Mann vor der Schubkarre.

Der Sprecher sagt: „Der Begriff Belastung wird in diesem Kontext neutral verwendet. Auch wenn im Alltag Belastung oft negativ verwendet wird. Auf dem Bild ist die Schubkarre mit Inhalt die Belastung. Diese ist identisch für den großen und den kleinen Menschen. Der große Mann fühlt sich durch die Belastung aktiviert – wird also positiv beansprucht. Der kleine Mann hingegen wirkt beeinträchtigt – negativ beansprucht. Jeder Mensch bringt individuelle Voraussetzungen mit, sowohl psychisch als auch physisch. Dauert eine Beanspruchung länger an, dann führt dies zu Beanspruchungsfolgen.“


Folie 5

Folie 5 wird eingeblendet. Zu sehen ist ein Modell mit den Begriffen „Psychische Belastung“, „Psychische Beanspruchung (unmittelbar)“ und „Beanspruchungsfolgen (langfristig)“. Als Beispiele für unmittelbare Beanspruchungen werden „Anregung, Spaß, Interesse“ positiv sowie „Beeinträchtigung, Angst, Überforderung“ negativ genannt.

Der Sprecher sagt: „Sowohl die Beanspruchungen als auch die Beanspruchungsfolgen können positiv oder negativ sein. Eine positive Beanspruchung kann Anregung, Spaß oder Konzentration sein. Negativ wird sie, wenn sich der belastete Mensch zum Beispiel beeinträchtigt oder gehetzt fühlt.“


Folie 6

Zu sehen ist eine erweiterte Darstellung des Modells. Neben den unmittelbaren Auswirkungen werden langfristige Folgen dargestellt. Positive Folgen werden mit „Gesundheit, Kraft, Erfolg“ beschrieben. Negative Folgen werden mit „Krankheit, Erschöpfung, Einsamkeit“ bezeichnet.

Der Sprecher sagt: „Die langfristigen Beanspruchungsfolgen können ebenfalls positiv sein, zum Beispiel Gesundheit, neue Fähigkeiten oder Kraft. Sie können aber auch negativ sein und zu Krankheit führen, wie Rückenschmerzen, Depression oder Schlafstörungen. Eine psychische Belastung kann also auch körperlich krank machen oder sozial isolieren. Wenn Mitarbeitende krank sind, hat das auch Folgen für das Unternehmen.


Folie 7

Zu sehen ist erneut das Modell der psychischen Belastung mit den positiven und negativen Beanspruchungen und Beanspruchungsfolgen.

Der Sprecher sagt: „Jede Beanspruchung und Beanspruchungsfolge kann selbst wieder zur Belastung werden. Der Kreis schließt sich. Die hier dargestellten Zusammenhänge nennt man das erweiterte Belastungsbeanspruchungsmodell.“


Folie 8

Zu sehen ist die Überschrift „Gestaltungsbereiche“. Aufgeführt werden sechs Bereiche: „Arbeitsinhalte beziehungsweise Arbeitsaufgabe“, „Arbeitsorganisation“, „Arbeitszeit“, „Soziale Beziehungen“, „Arbeitsmittel“ und „Arbeitsumgebung“.

Der Sprecher sagt: „Damit Arbeitgebende die psychische Belastung in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen können, wurde ‚Alles was auf den Menschen bei der Arbeit einwirkt‘ in sechs Gestaltungsbereiche strukturiert. Diese sollen helfen an alles zu denken: Arbeitsinhalt und Arbeitsaufgabe, hier geht es um Handlungsspielraum, die Arbeitsmenge oder Vollständigkeit der Aufgabe. Bei der Arbeitsorganisation sollte der Arbeitsablauf gut organisiert werden und ohne Zeitdruck geplant werden. Die Arbeitszeit ist gesetzlich geregelt, es geht um Pausen, aber auch um die Dauer und Lage der Arbeit. Soziale Beziehungen sollen gut gestaltet werden und für eine gute Kommunikation soll gesorgt werden. Auch wenn es herausfordernd ist, sollen die Arbeitsmittel und die Arbeitsumgebung gut gestaltet werden, das heißt Lärm vermeiden und für ein gutes Klima sorgen. Dies alles muss in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden und soll helfen, die Arbeit menschengerecht zu gestalten. So bleiben Mitarbeitende körperlich und geistig gesund und können so für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens sorgen."


Folie 9

Zu sehen ist die Überschrift „Harte Fakten“. Die Folie nennt physikalische Faktoren wie Hitze und Kälte, Nässe, Lärm, Vibration und Erschütterung ergänzt mit einem Bild: Blick auf einen Bauarbeiter von hinten, der seinen Gehörschutz aufsetzt.

Als chemische Faktoren werden Rauch, Staub, Öl, Schmutz und Chemikalien genannt mit einem Bild: In einem Chemielabor stehen leere und gefüllte Reagenzgläser.

Als physische Faktoren werden unergonomische Arbeitsplatzgestaltung und Zwangshaltungen, schwere körperliche Arbeit sowie das Tragen von Schutzausrüstung aufgeführt. Ergänzt mit einem Foto: Ein Bauarbeiter steht mit einem Schutzhelm und Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) auf einem Dach.

Der Sprecher sagt: „Harte Faktoren die auf die Psyche wirken, sind äußere Bedingungen, wie Lärm, Nässe, Hitze, Gerüche, Schmutz oder die Arbeits- und Arbeitsplatzgestaltung. Lärm beeinträchtigt die Konzentration und Hitze kann aggressiv machen. Arbeitgebende müssen für gute Arbeitsbedingungen sorgen. Es geht also nicht darum, die Mitarbeitenden zu trainieren, sich bei Lärm zu konzentrieren oder bei Hitze gelassen zu bleiben. Deswegen ist die Gefährdungsbeurteilung so wichtig.

Folie 10

Zu sehen ist die Überschrift „Was Mitarbeitende krank macht“. Genannt werden die Faktoren „Zu wenig Handlungsspielraum“, „Zu hohe Arbeitsintensität“, „Fehlende oder geringe soziale Unterstützung“, „Lange Arbeitszeiten, viele Überstunden, ungünstig gestaltete Schichtarbeit“, „Hohe Arbeitsplatzunsicherheit“ und „Destruktiver Führungsstil“.

Der Sprecher sagt: „Die Wissenschaft hat Erkenntnisse, welche Merkmale bei der Arbeit bei so vielen Menschen zu einer Schädigung der Gesundheit führen, dass man von gesichert schädlichen Merkmalen sprechen kann: Erstens: Zu wenig Handlungsspielraum, wenn Mitarbeitende nicht mitentscheiden was und wie die Arbeit zu erledigen ist. Zweitens: Zu hohe Arbeitsintensität, das heißt, wenn mit hohem Zeitdruck eine große Arbeitsmenge in hoher Qualität abgearbeitet wird. Drittens: Fehlende oder geringe soziale Unterstützung von den Mitarbeitenden oder von der Führungskraft. Viertens: Lange Arbeitszeiten, viele Überstunden und ungünstig gestaltete Schichtarbeit. Fünftens: Eine hohe Arbeitsplatzunsicherheit. Also befristete Arbeitsverhältnisse oder andere Gründe, die die Sicherheit beeinträchtigen. Sechstens: Mitarbeitende leiden unter destruktiver Führung, wie unbegründeter Kritik, fehlender Wertschätzung oder mangelhafter Information über Aufgaben und Anforderungen. Es lohnt sich, diese Belastungen zu optimieren – für jedes Unternehmen und für alle Mitarbeitenden.“

Im Hintergrund ist ein Mann mit Knieschmerzen zu sehen, der auf dem Boden sitzt und sich sein Knie fest hält.

Folie 11

Zu sehen ist die Überschrift „Psychische Belastung in der Baubranche“. Genannt werden starker Termin- und Leistungsdruck, verschiedene Arbeiten gleichzeitig betreuen, ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge, Störungen und Unterbrechungen, hohes Arbeitstempo, Überstunden, lange Fahrwege sowie wenig Handlungsspielraum. Im Hintergrund ist ein Bauarbeiter zu sehen, der auf einem Smartphone tippt.

Der Sprecher sagt: „Welche psychischen Belastungen begegnen Ihnen in der Baubranche? Das sind starker Termin- und Leistungsdruck, oft müssen mehrere Arbeiten gleichzeitig betreut werden, viele Arbeitsvorgänge wiederholen sich. Wahrscheinlich kennen Sie das auch, dass die Arbeit gestört oder unterbrochen wird, dass ein hohes Arbeitstempo und Überstunden gefordert sind. Es gibt lange Fahrtwege und oft wenig Handlungsspielraum

Folie 12

Zu sehen ist die Überschrift „Psychische Belastung in der Dienstleistung“. Aufgeführt werden prekäre Beschäftigungsverhältnisse, geringes Einkommen, atypische Arbeitszeiten und wechselnde Arbeitsorte, wenig Informationen und Mitsprache, fehlende öffentliche Wertschätzung sowie hohes Arbeitsvolumen, Zeitvorgaben und Arbeitsform. Im Hintergrund ist ein Bild zu sehen: Eine Reinigungsfachkraft wischt eine Oberfläche in einer Schule.

Der Sprecher sagt: „Und welche Belastungen schlagen in der Reinigungsbranche auf die Psyche? Hier finden sich oft prekäre und schlecht bezahlte Beschäftigungsverhältnisse, ungewöhnliche Arbeitszeiten an wechselnden Arbeitsorten. Die Mitarbeitenden bekommen wenig Information und Mitsprachemöglichkeit. Es fehlt an Wertschätzung für die geleistete Arbeit. Häufig muss eine hohe Arbeitsmenge in einer Zeitvorgabe erledigt werden, die kaum zu schaffen ist. Je nach Arbeitsinhalt kann sowohl die Arbeit im Team als auch die Alleinarbeit eine Belastung darstellen.

Folie 13

Zu sehen ist die Überschrift „Online Handlungshilfe“. Die Folie enthält den Hinweis „Zur Integration der psychischen Belastungen in die Gefährdungsbeurteilung“ sowie die Internetadresse „https://www.bgbau.de/psychische-belastung“. 
Es ist ein Screenshot der BG BAU Homepage zum Thema psychische Belastungen zu sehen.

Der Sprecher sagt: „Um die psychische Belastung in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen, bietet die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft Unterstützung an. Wenn Du der Internetadresse oder dem QR-Code folgst, findest Du eine Handlungsanleitung, die Dich Schritt für Schritt durch den Prozess führt. Dort sind alle notwendigen Unterlagen verlinkt.


Folie 14

Zu sehen ist die Überschrift „Erklärfilm zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“. Außerdem steht auf der Folie „Zur Integration der psychischen Belastungen in die Gefährdungsbeurteilung“ sowie eine Internetadresse zum Erklärfilm.

Der Sprecher sagt: „Wenn Sie der Internetadresse oder dem QR-Code auf der aktuellen Folie folgen, können Sie einen Film aufrufen, der Ihnen in sechs Minuten erklärt, wie Sie die psychische Belastung in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen können.“

Folie 15

Zu sehen ist eine Zusammenfassung mit vier Kernaussagen.
Erstens: „Psychische Belastung kann zu positiven und negativen Folgen führen: Sprecht im Team miteinander!“ 
Zweitens: „Es gibt Belastungen, die gesichert die Gesundheit gefährden: Meide diese!“ Drittens: „Gut gestaltete Arbeit lohnt sich wirtschaftlich und menschlich: Für das Unternehmen und die Mitarbeitenden!“ 
Viertens: „Die psychische Belastung muss in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden!“

Der Sprecher sagt: „Das Wichtigste in aller Kürze: Psychische Belastung kann zu positiven und negativen Folgen führen. Um herauszufinden, wie es in Deinem Betrieb ist, müsst ihr miteinander reden, auch die Leitung mit den Mitarbeitenden. Es gibt Belastungen, die machen fast jeden krank. Meide diese. Gut gestaltete Arbeit lohnt sich für alle. Die psychische Belastung muss in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden


Folie 16
Zu sehen sind die Texte „Wir sind für Dich da“, „www.bgbau.de“ und „Pass auf Dich auf!“. Auf einem Foto ist ein Bauarbeiter mit Schutzhelm zu sehen, der lächelnd den Daumen hoch in die Kamera hält.

Der Sprecher sagt: „Wir wünschen Dir viel Erfolg bei der Berücksichtigung der psychischen Belastung in der Gefährdungsbeurteilung. Pass auf Dich auf! Wir sind für Dich da – Deine Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft.“