Jährlich rund 7.000 Unfälle durch Leitern am Bau

Berlin, 08.06.2026 – Jedes Jahr kommt es in der Bauwirtschaft und den baunahen Dienstleistungen zu rund 7.000 Unfällen mit Leitern. Zur „Aktionswoche Gerüste und Leitern“ der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) vom 8. bis 12. Juni macht die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) deshalb auf die Risiken aufmerksam und zeigt, wie Leitern sicher eingesetzt werden können.

Stufenleiter vor weißer Wand.

Jährlich rund 7.000 Unfälle durch Leitern am Bau Quelle: Michael Gottschalk

„Die Unfallzahlen verdeutlichen: Abstürze von Leitern sind keineswegs harmlos“, sagt Hans-Jürgen Wellnhofer, kommissarischer Leiter der Hauptabteilung Prävention bei der BG BAU. „Sie führen zu schweren Verletzungen - wie Fersenbeinbrüchen -, langen Ausfallzeiten und verursachen hohe Kosten. Für Betroffene haben sie oft schwerwiegende persönliche und berufliche Folgen. Deshalb muss vor jedem Einsatz geprüft werden, ob ein Gerüst, eine Hubarbeitsbühne oder ein Podest sicherer sind. Wo dennoch Leitern eingesetzt werden, gilt: die passende Leiter auswählen, ihren Zustand prüfen und die Sicherheitsregeln konsequent einhalten.“

Sichere Leiternutzung: Vorgaben und Praxishilfen

Klare Vorgaben für die Verwendung von Leitern finden sich in der DGUV Vorschrift 38 „Bauarbeiten“ sowie in der Technischen Regel für Betriebssicherheit TRBS 2121 Teil 2. Eine praxisnahe Orientierung für den Arbeitsalltag bietet darüber hinaus das 5-Punkte-Programm der BG BAU. Es unterstützt Betriebe und Beschäftigte dabei, Leitern sicher auszuwählen, einzusetzen und typische Fehler zu vermeiden. Die fünf Punkte lauten:

  1. Alternativen zur Leiter prüfen: Gibt es Arbeitsmittel mit geringerer Gefährdung? 

    Wenn es kein sichereres Arbeitsmittel gibt, dann gilt:

  2. Geeignete Leiter: Auswahl der Leiter entsprechend der Tätigkeit und der benutzenden Person
  3. Um die Sicherheit zu erhöhen, passendes und aufeinander abgestimmtes Leiterzubehör verwenden
  4. Beschäftigte unterweisen: regelmäßig, mindestens einmal im Jahr
  5. Leitern prüfen: Vor jedem Einsatz kontrollieren, ob die Leiter in einwandfreiem Zustand ist. Mindestens einmal im Jahr ist eine Prüfung erforderlich.

Stufe statt Sprosse

Schon Abstürze aus ein bis zwei Metern Höhe können schwere Verletzungen verursachen. Umso wichtiger ist es, die richtige Auswahl zu treffen.

Werden Leitern als Arbeitsplatz oder Verkehrsweg eingesetzt, gilt: Stufe statt Sprosse. Stufen- oder Plattformleitern bieten einen sichereren und ergonomischeren Stand als schmale Sprossen. Beschädigte oder verschlissene Leitern dürfen nicht weiterverwendet und müssen konsequent aus dem Einsatz genommen werden.

Zuschüsse für sichere Alternativen

Wenn Mitgliedsunternehmen auf sichere Arbeitsmittel umsteigen, erhalten sie eine finanzielle Förderung durch die BG BAU. Arbeitsschutzprämien gibt es zum Beispiel für Investitionen in Leiteralternativen und ergänzende Arbeitsmittel, darunter die leichte Plattform-Leiter, Podestleitern, Ein-Personen-Gerüste, Tritte, Arbeits- und Kleinpodeste sowie Leiterzubehör.

Hintergrund GDA-Aktionswoche (8. bis 12. Juni): Die Aktionswoche ist Teil des bundesweiten Experimentierjahres der von Bund, Ländern und gesetzlicher Unfallversicherung getragenen Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) zum Thema „Absturz“. Ziel ist es, typische Unfallrisiken sichtbar zu machen und Prävention im Arbeitsalltag zu stärken. In der GDA arbeiten Bund, Länder und Unfallversicherungsträger gemeinsam daran, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zu verbessern und Arbeitsunfälle zu verhindern.

Weitere Informationen:


Pressekontakt BG BAU

Birte Hagedorn, E-Mail: presse(at)bgbau.de, Telefon: 030 85781-681
Katrin Lemcke-Kamrath, E-Mail: presse(at)bgbau.de, Telefon: 030 85781-461


Über die BG BAU

Die BG BAU ist eine der großen Berufsgenossenschaften in Deutschland. Als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für die Bauwirtschaft und für baunahe Dienstleistungen betreut die BG BAU mehr als drei Millionen Versicherte, rund 604.000 gewerbsmäßige Unternehmen und ca. 56.000 private Bauvorhaben. Im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags fördert die BG BAU Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, um Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu vermeiden. Kommt es dennoch zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, bietet die BG BAU umfassende medizinische Betreuung und Rehabilitation mit allen geeigneten Mitteln. Zudem sorgt sie für die Wiedereingliederung der Betroffenen in das berufliche und soziale Leben und leistet finanzielle Entschädigung. Weitere Informationen unter www.bgbau.de

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