Sichtbar und sicher durch die Nacht

Berlin, 17.12.2020 | BG BAU informiert über richtige Warnkleidung im Winter

Unfallfreies Arbeiten hat viel mit guter Sichtbarkeit zu tun. Gerade in der dunklen Jahreszeit erschweren schlechte Sichtverhältnisse, Nebel oder Regen auf Baustellen das Erkennen von Personen. Unterstützung bietet leuchtende und reflektierende Warnkleidung. Wie sie beschaffen sein muss und worauf zu achten ist, darüber informiert die DIN-Norm für Warnschutzkleidung (DIN EN ISO 20471). Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) gibt Hinweise für die richtige Warnkleidung, um sicher und gesund durch den Winter zu kommen.

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Bildquelle: blyjak - Getty Images/iStockphoto

Kontrast und Reflexion sind die beiden Schlagworte für optimale Sichtbarkeit. Je besser sich die Kleidung vom Hintergrund abheben kann, desto auffallender ist das Erscheinungsbild. „Das Tragen von dunkler Kleidung in der Nacht kann fatale Folgen haben. Die Personen werden von der Dunkelheit einfach verschluckt“, sagt Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU. Dadurch sind zum Beispiel Beschäftigte bei Straßenarbeiten erst auf den letzten Metern für die Verkehrsteilnehmenden zu erkennen. Helle Kleidung ist immerhin aus bis zu 40 Metern Entfernung erkennbar, retroreflektierende Kleidung schon aus bis zu 150 Metern.

Generell gilt: Überall dort, wo das frühzeitige Erkennen von Personen erforderlich ist, sollte unbedingt Warnkleidung getragen werden. Das gilt besonders bei Arbeiten im Bereich des öffentlichen Straßenverkehrs, an Gleisen und selbstverständlich auch für alle Baustellen mit Baumaschinen- oder Fahrzeugverkehr. Gerade wenn beispielsweise Radlader, Bagger und Krane eingesetzt werden und die Sicht für Fahrer und Fahrerinnen eingeschränkt ist, kann ein Beschäftigter schnell übersehen werden. Daher ist auch tagsüber die richtige Warnkleidung lebenswichtig.

Welche Warnkleidung ist richtig?

Als erstes müssen die Gefährdungen am jeweiligen Einsatzort beurteilt werden, inklusive Verkehrsaufkommen, Lichtverhältnissen und des zu erwartenden Wetters während der Tätigkeit. Auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung sollte die Beschaffung der Warnkleidung festgelegt werden. Die entscheidende Norm dafür ist die DIN EN ISO 20471. Diese unterteilt Warnkleidung in drei unterschiedliche Leistungsklassen. „Dabei gilt: Je größer die Gefährdung für die Beschäftigten, desto höher die notwendige Klasse. Je höher die Klasse, desto größer die fluoreszierenden und die reflektierenden Flächen“, erklärt Arenz.

Für Arbeiten in der Dunkelheit ist Warnkleidung Klasse 3 zu verwenden. Das bedeutet, mehr als 80cm² der Fläche müssen mit fluoreszierendem Material, mehr als 20cm² mit reflektierendem Material bedeckt sein. Gleichzeig müssen die Reflexmaterialien so verarbeitet sein, dass allein aus dem Widerschein die Kontur der Person erkennbar ist. Die Mindestanforderungen der Klasse 3 können auch durch Bekleidungskombinationen (z. B. Jacke und Hose) erreicht werden – allerdings nur, wenn die Warnkleidung den Körperstamm bedeckt und mindestens entweder Ärmel oder aber lange Hosenbeine mit retroreflektierenden Streifen hat.

Fluoreszierende Flächen dürfen nach DIN EN ISO 20471 grundsätzlich gelb, orange-rot oder rot sein. Für Beschäftigte in bestimmten Bereichen gibt es allerdings Einschränkungen, beispielsweise für Beschäftigte in dem Bereich Müllabfuhr und bei Straßenarbeiten inklusive Straßenwinterdienst: „Diese dürfen nach den Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung ausschließlich fluoreszierend orange-rote oder gelbe Warnkleidung tragen. In den Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA) ist sogar ausschließlich fluoreszierendes Orange-Rot zugelassen“, sagt Arenz.

Welche weiteren Unterschiede gibt es zwischen den Leistungsklassen? Wie wird die Warnschutzkleidung richtig gepflegt? Wie viele und welche Warnwesten müssen in Fahrzeugen bereit liegen? Einen aktuellen Überblick und weitere Informationen zum Thema Warnkleidung gibt die BAU Portal, das Fachmagazin der BG BAU, in ihrem aktuellen Webmagazin (https://bauportal.bgbau.de/warnkleidung).

 

Weiterführende Informationen:

https://www.bgbau.de/service/angebote/medien-center-suche/medium/warnkleidung/

https://www.bgbau.de/service/angebote/medien-center-suche/medium/schutzkleidung/

 


Hintergrund – die BG BAU

Die BG BAU ist die gesetzliche Unfallversicherung für die Bauwirtschaft und baunahe Dienstleistungen und damit ein wichtiger Pfeiler des deutschen Sozialversicherungssystems. Sie betreut ca. 2,9 Millionen Versicherte in über 500.000 Betrieben und ca. 50.000 privaten Bauvorhaben.

Im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags fördert die BG BAU Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, um Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu vermeiden. Kommt es dennoch zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, bietet die BG BAU umfassende medizinische Betreuung und Rehabilitation mit allen geeigneten Mitteln. Zudem sorgt sie für die Wiedereingliederung der Betroffenen in das berufliche und soziale Leben und leistet finanzielle Entschädigung.

Weitere Informationen unter www.bgbau.de.

Pressekontakt: Susanne Diehr, E-Mail: presse(at)bgbau.de, Telefon: 030 85781-690.