Alarmierende Zahlen am Bau: Tödliche Arbeitsunfälle deutlich angestiegen

05.05. 2020 | Bereits 15 Menschen kamen von Mitte März bis Ende April auf deutschen Baustellen durch Unfälle ums Leben. Das zeigen aktuelle Daten der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU). Abstürze von Dächern und Durchstürze waren dabei die häufigste Ursache für die tragischen Ereignisse. Die BG BAU spricht von einer alarmierenden Entwicklung und appelliert eindringlich an Unternehmen und Versicherte, Arbeitsschutz ernst zu nehmen und Menschenleben nicht aufs Spiel zu setzen.

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Bildquelle: BG BAU

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Die Analyse der Zahlen zeigt, dass es sich bei den 15 Todesfällen im Verlauf der sechs Wochen Coronavirus-Epidemie um sechs Abstürze von Dächern handelte – davon fünf Abstürze nach innen durch ungesicherte Dachöffnungen bzw. nicht durchbruchsichere Dachflächen – sowie zwei Abstürze von Gerüsten. Vier Unfälle ereigneten sich im Zusammenhang mit herabstürzenden bzw. kippenden Bauteilen. Drei Unfälle passierten mit Baumaschinen. Besonders erschütternd ist der Tod eines 19-jährigen Dachdecker-Auszubildenden, der bei der Neueindeckung eines Mansardendaches in die Tiefe stürzte und sich dabei die tödlichen Verletzungen zuzog.

Die BG BAU zeigt sich angesichts der Zahlen tief besorgt über die Entwicklung. „Seit Wochen dominieren das Coronavirus und die entsprechenden Regelungen die Arbeitswelt. Verständlich, dass damit viel Aufmerksamkeit und Energie auf den Baustellen, die ja nach wie vor weiter arbeiten, gebunden wird“, so Bernhard Arenz, Präventionsleiter der BG BAU. „Doch das darf keinesfalls dazu führen, dass der Arbeitsschutz generell aus dem Blick gerät – denn die Beschäftigten bezahlen dies unter Umständen mit ihrem Leben.“

Entsprechend setzen sich die Präventionsexperten der BG BAU intensiv mit dem aktuellen Phänomen auseinander und versuchen gegenzusteuern – durch Aufklärung, Sensibilisierung und verstärkte Baustellenbesuche. Denn zumeist ließen sich die tragischen Unfälle mit einfachen Mitteln und der Einhaltung der Vorgaben verhindern. Arenz weiter: „Die Situation muss uns alle wachrütteln. Wir brauchen nun ein konzertiertes, gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten, um nicht noch weitere Menschenleben zu gefährden. Arbeitsschutz muss wieder in den Fokus rücken, es kann nicht sein, dass Regelungen umgangen werden oder vor dem Hintergrund der Coronavirus-Epidemie aus dem Blick geraten.“

Die BG BAU berät alle Unternehmen und Versicherte nicht nur persönlich, sondern auch mit ihrer Präventionshotline unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 8020100.

Außerdem bietet sie umfassende Informationen zu allen Arbeitsschutzthemen auf ihrer Webseite an: www.bgbau.de
Die Hinweise zum Umgang mit dem Thema Coronavirus sind gebündelt unter www.bgbau.de/coronavirus zu finden
Auch das Präventionsprogramm der BG BAU „Bau Auf Sicherheit. Bau auf Dich“ hält zahlreiche Materialien und Hinweise bereit: www.bau-auf-sicherheit.de

 

Hintergrund BG BAU

Die BG BAU ist die gesetzliche Unfallversicherung für die Bauwirtschaft und baunahe Dienstleistung und damit ein wichtiger Pfeiler des deutschen Sozialversicherungssystems. Sie betreut ca. 2,8 Millionen Versicherte in rund 500.000 Betrieben und ca. 50.000 privaten Bauvorhaben.

Zusätzlich fördert die BG BAU im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, um Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu vermeiden. Kommt es dennoch zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, bietet die BG BAU umfassende medizinische Betreuung und Rehabilitation mit allen geeigneten Mitteln, sorgt für die Reintegration der Betroffenen und leistet finanzielle Entschädigung. Weitere Informationen unter www.bgbau.de.

Kontakt:
Christiane Witek, Pressesprecherin
Tel.: 030 85781-690
E-Mail presse(at)bgbau.de