Coronavirus: Das können Unternehmen und Beschäftigte tun

Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) hat Deutschland erreicht, die Zahl der bestätigten Fälle steigt stetig. Die Bundesregierung hat unter der Federführung von Bundesgesundheitsministerium und Bundesinnenministerium einen Krisenstab eingerichtet.

Stethoskop

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Coronaviren können beim Menschen Krankheiten verursachen, die von leichteren Erkältungskrankheiten bis hin zu schwereren Krankheiten wie MERS (Middle East Respiratory Syndrome), SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) und aktuell COVID-19 (Coronavirus Disease 2019) reichen.

Infektionen des Menschen mit Coronaviren verlaufen meist mild und asymptomatisch. Es können Atemwegserkrankungen mit Fieber, Husten, Atemnot und Atembeschwerden auftreten. In schwereren Fällen kann eine Infektion eine Lungenentzündung, ein schweres akutes respiratorisches Syndrom, ein Nierenversagen und sogar den Tod verursachen, meist bei Personen, deren Immunsystem geschwächt ist.

Dr. Anette Wahl-Wachendorf, Geschäftsführerin und ärztliche Direktorin des AMD der BG BAU erklärt, wie international tätige Bauunternehmen und deren Beschäftigte das Infektionsrisiko minimieren können.

Reisen vermeiden

Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für die Provinz HUBEI in China herausgegeben und rät beispielsweise von Reisen nach Italien in die Provinz Lodi in der Lombardei sowie in die Stadt Vò Euganeo in der Provinz Padua in Venetien oder in den Iran in die Provinz Ghom ab. „Die Unternehmen sollten daher klären, ob Reisen von und nach China oder in andere betroffene Länder zwingend erforderlich sind. Lassen sich die Reisen nicht verschieben, sollte ein Betriebsarzt klären, ob der reisende Mitarbeiter chronisch krank ist oder ein geschwächtes Immunsystem hat“, rät Wahl-Wachendorf. „Denn diese Menschen sind besonders gefährdet.“ Deutsche Unternehmen mit Reisenden in die betroffenen Länder sollten zudem den engen Austausch mit den Gesundheitsbehörden im jeweiligen Land suchen.

Auf Hygiene achten

Um das Infektionsrisiko gering zu halten, werden für das Coronavirus dieselben Hygienemaßnahmen empfohlen, die auch bei einer gewöhnlichen Influenza gelten. Denn wie bei der Influenza wird diese ebenso über Tröpfcheninfektion von Mund und Nase übertragen. Konkret bedeutet das: Oft die Hände waschen und Desinfektionsmittel bei sich führen, außerdem Händeschütteln und den Besuch großer Veranstaltungen oder Menschansammlungen meiden.

Auch ein Mundschutz kann vor einer Infektion schützen. „Der Träger sollte jedoch darauf achten, dass der Schutz korrekt sitzt, damit Erreger nicht seitlich eindringen können. Je nachdem, wie viel man spricht und wie feucht der Mundschutz wird, sollte man ihn mindestens zwei bis dreimal täglich wechseln“, so Wahl-Wachendorf.

Versicherungsschutz klären

Beschäftigte stehen auch im Ausland unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn sie vorübergehend entsandt werden oder über die Auslandsversicherung der BG BAU abgesichert sind. Dementsprechend kann auch eine Infektion mit dem Coronavirus als Versicherungsfall anerkannt und entschädigt werden, wenn sich der Beschäftigte nachweislich während seiner beruflichen Tätigkeit infiziert.

Gefährdungen beurteilen

Für einige Berufsgruppen, zum Beispiel Reinigungspersonal auf Flughäfen oder in Krankenhäusern, besteht die Gefahr, dass sie zukünftig durch Coronaviren gefährdet werden könnten. Diese Gefahr muss der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen. Gegebenenfalls sind weitere Maßnahmen, wie die Bereitstellung von Atemschutz, Erstellung eines Hygieneplans oder eine Unterweisung abzuleiten. Die detaillierten Arbeitsschutzbestimmungen sind in der Biostoffverordnung (BioStoffV) geregelt und werden durch die Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) branchen- und themenspezifisch konkretisiert.

Weiterführende Informationen

Über das Coronavirus und die aktuellen Entwicklungen informiert die WHO und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC).

Weiteres Informationsmaterial und eine Übersicht der Risikogebiete stellt zudem das Robert Koch Institut (RKI) bereit.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat ein Kurzdossier rund um das Coronavirus veröffentlicht.

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