Änderungen in der arbeitsmedizinischen Vorsorge

Gesundheitsschutz

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Für Beschäftigte, die regelmäßig im Freien arbeiten und dabei intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung von regelmäßig einer Stunde oder mehr am Tag ausgesetzt sind, muss der Arbeitgeber ein Angebot zur Vorsorge anbieten. Dies regelt die Zweite Verordnung zur Änderung der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge, der der Bundesrat am 28. Juni zugestimmt hat.

Diese Ergänzung schien dem Gesetzgeber notwendig, da Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung inzwischen nach der Lärmschwerhörigkeit die am häufigsten anerkannten Berufskrankheiten in Deutschland sind. Mit der Einführung des neuen Vorsorgeanlasses soll der Schutz der Beschäftigten an den Stand der Arbeitsmedizin und an die Entwicklungen im Berufskrankheitenrecht angepasst werden. Die Ermittlung, welche Tätigkeiten unter den neuen Angebotsvorsorgeanlass fallen, erfolgt – wie bei allen Gefährdungen – durch die Gefährdungsbeurteilung.

Der Arbeitgeber muss zudem technische und organisatorische Maßnahmen des Arbeitsschutzes (zum Beispiel ein Sonnensegel oder die Verlagerung der Arbeitszeit) treffen, durch die die Belastung durch natürliche UV-Strahlung möglichst geringgehalten wird. Diese Verpflichtung zur Minimierung von Gesundheitsgefährdungen bei der Arbeit besteht bereits nach § 4 Nummer 1 des Arbeitsschutzgesetzes. Darüber hinaus gibt die neue Verordnung vor, dass die arbeitsmedizinische Vorsorge an einem Termin zusammengefasst stattfinden soll, auch wenn die Gefährdungsbeurteilung für die Tätigkeit des oder der Beschäftigten mehrere Vorsorgeanlässe ergibt.

„Im AMD der BG BAU werden Beschäftigte in der Bauwirtschaft zu UV Schutz beraten und untersucht“, erläutert Dr. Anette Wahl-Wachendorf, Ärztliche Direktorin des Arbeitsmedizinischen Dienstes der BG BAU GmbH. „Es ist uns ein großes Anliegen, den einzelnen Beschäftigten zu beraten und im Schulterschluss mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern dazu beizutragen, dass Beschäftigte geschützt sind bzw. sich schützen – auch vor intensiver Sonnenstrahlung.“

Die Änderungsverordnung muss nun noch im Bundesgesetzblatt verkündet werden, erst dann tritt sie in Kraft.

 

Weiterführende Links

Die Verordnung kann auf der Internetseite des Bundesrats nachgelesen werden.