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Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen im Interview / 19. Februar 2016

Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen im Interview / 19. Februar 2016

Wenn Sportprofis mit Behinderungen ihr Können vor großem Publikum zeigen, „macht das Patienten etwa nach einem schweren Arbeitsunfall mit einer Behinderung Mut. Das ist extrem wichtig“, sagte Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen kürzlich in einem Interview mit „BG BAU aktuell“, dem soeben erschienenen Unternehmermagazin der Berufsgenossenschaft der Bau­wirtschaft (BG BAU).

BG BAU Verena Bentele im Interview

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„Nur vier Prozent aller Menschen haben ihre Behinderung seit der Geburt. Alle anderen bekommen diese später durch Unfall oder Krankheit. Das bedeutet aber nicht, dass man danach nichts mehr machen kann“, betonte Bentele und nannte als Beispiel Profisportler mit Behinderungen, die vielen Betroffenen Perspektiven aufzeigten. Man müsse „einfach den Mut haben, seine Perspektive und seinen Horizont zu erweitern“. Das gelte auch für Menschen, die ihre Behinderung auf Grund eines Arbeits- oder Wegeunfalls erlitten.

Allein im Jahr 2014 wurden bundesweit in mehr als 23.000 Fällen Betroffene nach Arbeits- und Wegeunfällen in elf Standorten der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinken behandelt. Diese Kliniken sind Spezialisten für die medizinische Behandlung der Folgen aus Arbeitsunfällen und Tausende Patienten erhielten eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme. Reha-Sport, etwa Gymnastik, Leichtathletik, Schwimmen und Bewegungsübungen spielt dabei eine große Rolle. Die positive Rolle des Sports hat die von Geburt an blinde Behindertenbeauftragte selbst erlebt: Zwölf mal Gold gewann sie bei Paralympics im Biathlon und Skilanglauf, ehe sie 2011 einen anderen beruflichen Kariere-Weg einschlug.

Heute streitet sie mit Herzblut für Inklusion von Menschen mit Behinderungen und Barrierefreiheit. So setzt sie sich als Behindertenbeauftragte der Bundesregierung entschieden dafür ein, dass Barrieren aller Art, seien es bauliche, sprachliche oder solche, die das Arbeitsleben betreffen, abgebaut werden. So forderte Bentele am letzten „Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung“ dazu auf, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen auf allen Ebenen zu verbessern. Zum Beispiel liege der prozentuale Anteil von Menschen mit Behinderungen, die bei öffentlichen und privaten Arbeitgebern beschäftigt sind, bei nur 4,7 Prozent. Dazu Bentele: „Ich sehe noch in allen Bereichen Handlungsbedarf. Noch immer arbeiten 300.000 Menschen mit Behinderungen in Werkstätten. Das sind zu viele. Arbeitgeber sollten daran denken, dass es beispielsweise im Bereich von Verwaltung oder IT viele Menschen mit Behinderungen gibt, die solche Arbeiten ausführen können und wollen.“

 

 

 
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Joachim Förster

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