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Arbeitsschutz bleibt wichtig

Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) im Interview / 17. Mai 2016

17. Mai 2016

„Wir müssen bei allen erreichten Fortschritten die Sensibilität unserer Betriebe für die Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten weiter fördern.“ Das sagte Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) in einem Interview mit "BG BAU aktuell", dem soeben erschiene­nen Unternehmermagazin der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU). Vielfache Aktivitäten der Baubetriebe zeigten schon Wirkung. Doch der Einsatz für den Arbeitsschutz bleibt wichtig, denn „das Unfallrisiko in der Bauwirtschaft ist immer noch höher als in anderen Branchen.“

BG BAU Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein im Interview
Foto: Marc Darchinger

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„Unsere Arbeitsplätze unterscheiden sich deutlich von denen anderer Branchen“, unterstrich Loewenstein. Deshalb haben Präventionskampagnen wie „Absichern statt Abstürzen“, vom Holzbau Deutschland, des Bundes Deutscher Zimmermeister im ZDB große Bedeutung. Diese Kampagne stoße auf deutliche Resonanz. Im Rahmen solcher Initiativen wirken die Verbände mit großem Engagement, um die Betriebe zur Vermeidung von Arbeitsunfällen zu sensibilisieren.

Die Ergebnisse lassen sich schon heute sehen: „Die Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsun­fälle ist in den letzten zehn Jahren um gut 16 Prozent je 1.000 Vollarbeiter gesunken“, so Loewenstein. Diese Zahl zeigt die Unfallentwicklung im konjunkturbereinigten Verlauf. Ebenso sind die tödlichen Unfälle auf Baustellen in den letzten zehn Jahren um 28 Prozent rückläufig. Wie der Präsident des ZDB betonte, sei der ZDB in diesem Zusammenhang „dankbar für die gute Präventionsarbeit, die von der BG BAU für alle Gewerke unserer Bran­che geleistet wird.“ Die Aktivitäten der BG BAU, etwa finanzielle Anreize an die Unternehmen für Präventionsmaßnahmen zu gewähren, „begrüßen wir ausdrücklich“, sagte Loewenstein.

Allerdings gibt es auch Defizite in Sachen Arbeitsschutz. Ein Grund dürfte das hohe Ausmaß von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung sein, die zudem eine Bedrohung für legale Unternehmen ist. Bei den Erscheinungsformen, wie etwa Bauleistungen ohne Rechnung oder Scheinselbständigkeit werde „mit hoher krimineller Energie gegen gesetzliche Bestim­mungen verstoßen“, so Löwenstein. Zwar haben die Tarifvertragsparteien zusammen mit der Bundesregierung schon einiges erreicht: Unter anderem die Pflicht der Beschäftigten zur Mitführung eines Personalausweises oder Passersatzes. Aber auch die politischen Rahmen­bedingungen müssten verbessert werden.

Als sinnvolle Maßnahmen nannte Loewenstein hierzu den Nachweis der gesetzlich vorge­schriebenen Krankenversicherung, der eine Voraussetzung für die Eintragung in die Hand­werksrolle sei. Damit werde die Latte zum Missbrauch der Selbständigkeit höher gehängt. Von großer Bedeutung seien auch künftig ausgedehnte Kontrollen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) auf deutschen Baustellen. Und außerdem sollten auch öffentliche Auf­traggeber verstärkt darauf achten, dass alle gesetzlichen Vorgaben, vom Mindestlohn über die Arbeitsbedingungen bis hin zu allen Versicherungspflichten eingehalten werden.

Das gesamte Interview steht in der neuen Ausgabe von BG BAU aktuell.

 
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Joachim Förster

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