Die BG BAU
Presse
Mitglieder / Beiträge
Versicherte
Reha / Leistungen
Prävention
ASD der BG BAU
Service
Kooperationen
Seminare
Presse Pressemeldungen Pressemeldungen 2014 Lärmschäden weit verbreitet - Jugendliche setzen sich Risiken aus

Lärmschäden weit verbreitet - Jugendliche setzen sich Risiken aus

Lärmschäden weit verbreitet - Jugendliche setzen sich Risiken aus, BG BAU rät zur Lärmvorsorge - 10. Juni 2014

BG BAU rät zur Lärmvorsorge - 10. Juni 2014


Wenn Bagger, Bohrhämmer oder Kreissägen zum Einsatz kommen, entsteht Lärm. „Die Ruhe weg“, so lautet das Motto des Tages gegen Lärm 2014 und das ist am Bau wörtlich zu nehmen. Lärmschwerhörigkeit ist hier die häufigste Berufskrankheit. Alarmierend ist, dass viele Jugendliche und damit auch Auszubildende ihr Gehör in der Freizeit nicht schonen. So kann sich das Problem zuspitzen. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) hat deshalb am Tag gegen Lärm eine Reihe von Aktionstagen mit 2.000 Auszubildenden in verschiedenen Ausbildungszentren der Baubranche gestartet. Mit praktischen Aktivitäten machten Fachleute der BG BAU deutlich, was zu tun ist, um Gehörschäden vorzubeugen.  

Tag gegen Lärm_400

hochauflösende Version des Fotos (2126 x 1535 Pixel, 2217 KB)

Das Motto „die Ruhe weg" heißt aber auch, dass die Beschäftigten trotz des Lärms gelassen bleiben können, sofern Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Praxisnah wurden die Auszubildenden deshalb während der Aktionstage von Fachleuten der BG BAU über Lärmgefahren in Beruf und Freizeit informiert. So haben Sie bei Messungen erfahren, dass der Lärm von Handkreissägen, Bohrhämmern und Winkelschleifern über 85 dB (A) (Dezibel) liegt. Ohne Gehörschutz geht dort nichts. Viel Spaß hatten die Auszubildenden beim Messen des Schallpegels einer Auto-Musikanlage. Überrascht stellten sie fest, dass dabei Lärmpegel über 100 Dezibel auftreten.

Auf den Baustellen lässt sich Lärm oft nicht vermeiden. Daher ist es der BG BAU wichtig, schon den Berufsnachwuchs über die Gefahren zu informieren. Denn wer einem Lärmpegel über 85 Dezibel ungeschützt ausgesetzt ist, kann bei entsprechender Einwirkungszeit unheilbare Schäden am Gehör davontragen. Das ist tragisch für die Betroffenen, weil die berufliche und private Kommunikation darunter leidet. Und es ist teuer für die Gemeinschaft der versicherten Unternehmen: 2012 zahlten die gewerblichen Berufsgenossenschaften 123 Millionen Euro für über 41.000 Lärmgeschädigte. Fast 18 Millionen Euro zahlte allein die BG BAU für 6.600 Lärmgeschädigte. Über die Hälfte aller anerkannten Berufskrankheiten am Bau haben Hörschäden als Ursache.

Deshalb unterstützt die BG BAU ihre Mitgliedsunternehmen bei der betrieblichen Umsetzung der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung: Ab einer durchschnittlichen täglichen Lärmbelastung von 85 Dezibel müssen betroffene Arbeitsstellen als Lärmbereiche gekennzeichnet werden. Dort haben die Arbeitgeber technische und organisatorische Maßnahmen zu treffen. An erster Stelle steht jedoch der Lärmschutz an der Quelle, also der Einsatz möglichst leiser Maschinen, Anlagen und Werkzeuge. Beispiele sind schallreduzierte Propan-Handbrenner, Trennscheiben für Winkelschleifer oder Kreissägen. Sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft, müssen die Lärmquellen gedämmt oder eingekapselt werden.

Erst wenn Lärm nicht vermieden werden kann, kommt persönlicher Gehörschutz zum Einsatz. Übersteigt der Lärmpegel den Wert von 80 Dezibel, müssen Betriebe Gehörschutz bereit stellen. Die Arbeitnehmer sind in der Pflicht, den bereit gestellten Gehörschutz zu tragen. Durch die Teilnahme an kostenlosen Gehörtests des Arbeitsmedizinisch-Sicherheitstechnischen Dienstes (ASD der BG BAU) lassen sich erste Anzeichen einer Lärmschwerhörigkeit rechtzeitig erkennen.

Für Beschäftigte, die tagsüber Arbeitslärm und nach Feierabend Freizeitlärm ausgesetzt sind, potenziert sich die Gefahr einer Hörschädigung. Notwendige Erholungsphasen für das Gehör entfallen. Dabei kommen beispielsweise MP3-Player auf Schallpegel über 90 Dezibel, die Beats in den Clubs oder Konzerthallen erreichen locker 100 Dezibel. Bei solchen Lautstärken leidet das Gehör schon nach 15 Minuten wie nach einem achtstündigen Arbeitstag mit einer Belastung von 85 Dezibel.

Durch diese Konsumgewohnheiten könnte sich die Situation noch verschärfen: So setzen nach der aktuellen OHRKAN-Studie im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit etwa ein Viertel aller jugendlichen Nutzer ihre Abspielgeräte so laut und häufig ein, dass langfristig das erhöhte Risiko eines Hörverlustes besteht. Ähnliche Befunde legen im Jahr 2013 zudem Untersuchungen des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg bei Kindern und Jugendlichen in diesem Bundesland vor. Und auch die Ärzte des ASD der BG BAU stellen immer wieder schon zu Beginn der Ausbildung eine eingeschränkte Hörfähigkeit fest.

 

 
Kontakt

BG BAU - Pressestelle
Hildegardstraße 29/30
10715 Berlin

E-Mail

Joachim Förster

Joachim Förster
Telefon: 030 85781-518