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BG BAU aktiv gegen Lärm

Lärm an der Quelle bekämpfen / 25. April 2012

Lärm an der Quelle bekämpfen / 25. April 2012

Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste Berufskrankheit in der Bauwirtschaft. Dabei wären viele der Gehörschäden vermeidbar. Mancher Baulärm kann ohne große Kosten bereits an der Quelle deutlich vermindert werden. Ab dem Tag gegen Lärm am 25. April 2012 macht die BG BAU auf lärmarme Baumaschinen und Werkzeuge aufmerksam und zeigt bundesweit über 2.000 Auszubildenden in 14 überbetrieblichen Ausbildungszentren anhand praktischer Demonstrationen wie gefährlich Lärm für die Gesundheit ist.

„Um zu nachhaltigen Lösungen zu kommen, müssen wir den Lärm an seiner Quelle packen“, betont Jutta Vestring, Geschäftsführerin der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, BG BAU. Priorität bei der Lärmbekämpfung habe deshalb als technische Maßnahme die Verbreitung von lärmarmen Baumaschinen und Werkzeugen. Zum Beispiel gebe es schall­gedämpfte Sä­geblätter für Bau­stellenkreissägen, lärmgeminderte Flämmge­räte für Dachar­beiten, Spezialzangen für wesentlich lei­sere Abbruch­arbeiten oder geräuschreduzierte Dia­manttrenn­scheiben für Steinsägen. In manchen Fällen komme der Lärmpegel dabei sogar unter den Ge­fahrbe­reich von 85 De­zibel (dB (A)), ab welchem ein Gehörschutz zu tragen ist. Auch bei der Neuanschaffung schwerer Baumaschinen kann der Unternehmer in der Regel leisere Maschinen auswählen. Auf dem Markt gibt es mittlerweile ein breites Angebot.

„Viele Unternehmer haben erkannt, dass Lärmschutz die Leistungsfähigkeit der Beschäftig­ten erhöht“, so Vestring weiter. Auf längere Sicht sei Lärmschutz erheblich effizienter, als die hohen Kosten durch Krankheit und Ausfall der Mitarbeiter. So kosten ein Paar Kapselgehör­schützer zwischen 15 und 30 Euro. Geräuschreduzierte Diamenttrennscheiben für Steinsä­gen kosten um 100,00 Euro, ebensoviel wie herkömmliche Trennscheiben. Wenn ein Arbeit­nehmer ausfällt, ist dagegen im Schnitt mit mehr als 400,00 Euro täglich zu rechnen. Den­noch hätten sich geräuschgeminderte Maschinen und Werkzeuge noch nicht ausreichend verbreitet. Die BG BAU berät und unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen bei der Auswahl wirkungsvoller Maßnahmen gegen den Lärm.

Einen besonderen Schwerpunkt legt die BG BAU auch auf die Sensibilisierung der Auszubil­denden für die Gesundheitsgefahren durch Lärm. Mit Aktionstagen in 14 Ausbil­dungsstätten der Bauwirt­schaft in ganz Deutschland stellen Lärmfachleute der BG BAU den Jugendlichen anschaulich dar, warum Schallwirkungen gefährlicher sind als empfunden. Wer zu lange und ohne Gehörschutz Lärm über 85 Dezibel (dB (A)) aus­gesetzt ist, wird allmählich schwerhörig. Bei einem höheren Lärmpegel, wie einem Knall von 140 Dezibel, können sofort Schäden ein­treten. Die Lärmschwerhörigkeit ist nicht heilbar.

Kreissäge
hochauflösende Version des Fotos (1700 x 1200 Pixel, 1,3 MB)

Ob das eigene Gehör bereits geschädigt ist, erfahren die Auszubildenden bei den Ex­perten des Arbeitsmedizinisch-Sicher­heitstechnischen Dienstes (ASD der BG BAU). Diese bitten die jungen Leute zum Hörtest mit persönlicher Auswertung. Zudem erläutern die Arbeits­me­diziner, wie sich der Schall auf das ve­getative Ner­vensystem auswirkt, Probleme für Herz und Kreislauf inklusive.         

In der Bauwirt­schaft hat fast die Hälfte aller Berufskrankheiten Hörschäden als Ursache. Im Jahr 2010 musste die BG BAU gut 18 Millionen Euro für Heilbehandlungen, Rehabilitatio­nen und Renten an 6.600 Lärmgeschädigte aufbringen. Die Lärmschwerhörigkeit verursacht als Berufskrankheit nach asbestbedingten Erkrankungen die meisten Kosten. Und dieses könnte sich noch verschärfen: Wie Studien belegen, haben nur etwa 40 Prozent aller Jugendlichen ein völlig intaktes Gehör. So werden „ein Drittel der heutigen Jugendlichen mit 50 Jahren ein Hörgerät benötigen“, sagt Dr. Anette Wahl-Wachendorf, Vizepräsidentin des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werks­ärzte und Leiterin des ASD der BG BAU.

Ursache für die seit Jahren schlechte Situation ist ein viel zu lauter Musikkonsum der jungen Leute in ihrer Freizeit. Musik wird nicht als Lärm wahrgenommen. Wer jedoch seinen MP3 Player voll aufdreht, erreicht eine Lautstärke von 100 Dezibel (dB (A)). Besucher von Disko­theken und Konzerten setzen sich in der Regel Lautstärken von 90 – 110 Dezibeln (dB (A)) aus. Zum Vergleich: 2,5 Stunden bei 104 Dezibel (dB (A)) entsprechen 2,5 Stunden Arbeit mit einem Drucklufthammer oder 80 Stunden Tätig­keit als Straßenbauer. Auf den Aktionsta­gen der BG BAU stellte sich auch bei der Messung von Schallpegeln privater Auto-Musikan­lagen der Auszubildenden heraus, dass hier Lärmpegel von 100 Dezibel auftreten können. Wenn ein Beschäftigter am Arbeitsplatz schon tagsüber mit Lärm konfrontiert ist und sich in der Freizeit keine Lärmpause gönnt, kann sich sein Gehör nicht mehr regenerieren. Deutlich schneller ist dann die Schwelle zur Gehörschädigung erreicht.    

Was ist wie laut?

Lärmquelle

Lärmpegel dB (A)

Auswirkungen

Starker Straßenverkehr, Betonfertigteilwerk

 80 -  85

Schallpegel, die auf Dauer zu einer Hörminderung führen können.

Schwere Erdbaumaschine

Winkelschleifer

Baukreissäge

Disko-Musik

Strahlarbeiten

Drucklufthammer

Fräsma­schinen

  85 -  90

  95 - 100

100 - 105

  bis   110

100 - 110

105 - 110

105 - 110

Schallpegel, die das Gehör auf Dauer schädigen

Start eines Düsenflugzeugs

Geschützknall

130

150

Schallpegel, die das Gehör unmittelbar schädigen

Bei den Aktionstagen in den Ausbildungszentren der Bauwirtschaft und auch bei ih­ren Be­ratungsgesprächen mit Unternehmern in den Betrieben informieren die Fach­leute der BG BAU auch über notwendigen Gehörschutz: Beträgt die durchschnittliche Lärmbelastung an einem achtstündigen Ar­beitstag 80 Dezibel (dB(A)) - das ent­spricht dem Krach auf einer stark be­fahrenen Straße - sind Unterneh­men in der Pflicht, ihren Arbeitnehmern Gehörschutz bereitzustellen. Und ab 85 Dezibel (dB (A)) müssen die Beschäftig­ten ihn tragen. Die Ar­beitsstellen sind vom Arbeitgeber ab 85 Dezibel (dB (A)) als Lärmbereiche zu kennzeichnen, dort sind technische und organi­satorische Maßnahmen zu treffen, um Lärm zu mindern.

 
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BG BAU - Pressestelle
Hildegardstraße 29/30
10715 Berlin

E-Mail

Joachim Förster

Joachim Förster
Telefon: 030 85781-518