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Stauberkrankungen am Bau - Gemeinsame Initiative von Bauverbänden und staatlichen Stellen

Stauberkrankungen am Bau - Gemeinsame Initiative von Bauverbänden und staatlichen Stellen / 5. Oktober 2012

5. Oktober 2012

Jährlich sterben zwischen 20 und 40 Beschäftigte der Bauwirt­schaft an Quarzstaub be­dingtem Lungenkrebs sowie an Silikose und Siliko-Tuberku­lose. Und jedes Jahr registriert die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) 60 bis 80 neue Erkran­kungsfälle. Die erst kürzlich ermittelten Zahlen machen den drin­genden Handlungsbedarf deutlich, so die BG BAU.

Deshalb haben der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, der Zentralverband des Deut­schen Baugewerbes und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt einen Gesprächs­kreis "Staubminderung in der Bauwirtschaft" ins Leben gerufen. Gemeinsam mit der BG BAU, den Arbeitsschutzbehörden der Länder sowie dem Bundesministeriums für Arbeit und Sozi­ales wollen sie sich verstärkt für eine Staubminderung in der Bauwirtschaft einsetzen. Wie Dr. Reinhold Rühl, Sprecher des Gesprächskreises und Leiter des Fachreferates Gefahr­stoffe der Abteilung Prävention der BG BAU sagte, "schädigt Staub nicht nur die Ge­sundheit der Be­schäftigten und verursacht Kosten und Ausfallzeiten. Staub auf Baustellen ist auch ein Imageproblem für die gesamte Baubranche". 

Deshalb einigten sich alle Beteiligten auf kon­krete Maßnahmen für weniger Staub am Bau.

So werde man künftig energisch gegen das Trockenkehren, Abblasen von Staub und Trockenschneiden auf Baustellen vorgehen und fordere zudem bei Steinsägen einen täglichen Austausch des Wassers. Der Staub, der bei diesen Arbeiten anfällt, belastet die Arbeitneh­mer an den unmittelbaren Arbeitsplätzen über Stunden. Zudem sind auch die Beschäftigten auf der gesamten Baustelle betroffen.

Staubminderung Diagramm

Anerkannte Fälle und Tote durch Silikosen, Siliko-Tuberkulosen und quarzbedingte Lungen­krebserkrankungen bei der BG BAU  

Ein Grund für die Etablierung des Gesprächskreises “Staubminderung in der Bauwirtschaft“ war die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten schon im vergangenen Jahr: Durch die Bran­chenlösung “Kaltfräsen von Asphaltflächen“ waren auf den Baustellen Arbeitsmethoden beim Fräsen von Asphaltflächen entscheidend zurückgedrängt worden, die deutlich zu viel Staub erzeugten und durch die zahlreiche Berufskrankheiten ausgelöst worden waren. Derzeit wer­den zudem Arbeitshilfen zum Einsatz staubarmer handgeführter Baumaschinen, wie bei­spielsweise Putz- und Mauernutfräsen und Beton­schleifer entwickelt. Wie Rühl betonte, "wird dem Gesprächskreis "Staubminderung in der Bauwirtschaft" auch in der Zukunft nicht die Arbeit ausgehen". Themenbereiche, für konkrete Maßnahmen zur Staubminderung seien vor allem: 

    • Staubarme Produkte,
    • Staubarme Maschinen und Entstauber,
    • Sack- oder Siloware,
    • Steinmetzarbeiten,
    • Luftreiniger,
    • Filter für Kabinen von Baumaschinen bzw. –fahrzeugen,
    • Staubreduzierung auf Fahrstraßen.

Informationen über staubarme Bauprodukte wie Fliesenkleber sind schon jetzt auf der Webseite www.gisbau.de zu finden. Die Sozialpartner der Bauwirtschaft setzen sich für einen flächen­deckenden Ein­satz dieser staubarmen Systeme ein. Informationen über die Arbeit des Ge­sprächskreises "Staubminderung in der Bauwirtschaft" sind unter www.bgbau.de zu finden, im Suchfenster bitte den webcode WCMmMz eingeben.

 
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