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Oben „ohne“ ist ohne Sinn und Verstand

BG BAU beim 2. Deutschen Fachkongress für Absturzsicherheit | 16. November 2017

BG BAU beim 2. Deutschen Fachkongress für Absturzsicherheit | 16. November 2017

Allein im Jahr 2016 ereigneten sich über 8.000 Absturzunfälle mit 29 Todesopfern. Wie Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) bei dem Fachkongress für Absturzsicherheit am 16. November 2017 in der BMW Welt München mit Nachdruck betonte, müssen Arbeiten auf hoch gelegenen Arbeitsplätzen auf allen Baustellen vernünftig geplant und geeignete Schutzmaßnahmen gegen Absturzunfälle festgelegt und umgesetzt werden.

 Foto: Mirko Bartels - BG BAU

Foto: Mirko Bartels - BG BAU

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92.500 Absturzunfälle registrierte die BG BAU in den zehn Jahren zwischen 2007 und 2016. Davon endeten 341 tödlich. Im Jahr 2016 waren 40 Prozent aller tödlichen Unfälle im Baugewerbe Abstürzen geschuldet. Selbst wenn Abstürze nicht tödlich enden, verletzen sich die Leidtragenden fast immer schwer, werden erwerbsunfähig oder sind an den Rollstuhl gebunden. Bergmann: „Das ist eine Tragödie für die Betroffenen, ihre Familie und Freunde“. Dazu kommen hohe Kosten, die von der Gemeinschaft der Mitgliedsunternehmen zu tragen sind. So zahlte die BG BAU im Jahr 2016 für Opfer von  Absturzunfällen fast 127 Millionen Euro für Heilbehandlungen, Verletztengeld, Reha, Rente sowie Leistungen an Hinterbliebene.

Die meisten Abstürze ereignen sich von Leitern, Dächern und Gerüsten, viele auch von Treppen und durch Bodenöffnungen. Betroffen sind Beschäftigte aller Gewerbezweige. Wie Bergmann ausführte „hängt die Art, wie Beschäftigte gegen Abstürze zu sichern sind, vom Einzelfall ab. Deshalb müssen Gefährdungsbeurteilungen bereits vor Beginn der Arbeiten durchgeführt werden und alle möglichen Risiken erfassen. Das Arbeitsschutzgesetz, die Arbeitsstättenverordnung und die Betriebssicherheitsverordnung stellen die Anforderungen an die Rangfolge der erforderlichen Schutzmaßnahmen“. Dabei haben kollektive, also für alle Beschäftigten wirkende Maßnahmen, wie Absperrungen und Abdeckungen, Arbeitsgerüste, Schutznetze und Hubarbeitsbühnen Vorrang vor persönlicher Schutzausrüstung (PSA). Außerdem sei es notwendig, die Entwicklung von Absturz-Schutzsystemen für Absturzhöhen unter fünf Metern voranzutreiben. Denn viele schwere Absturzunfälle ereigneten sich aus geringen Höhen.

„Allerdings beginnt der Arbeitsschutz nicht erst auf der Baustelle, sondern bereits in der frühen Planungsphase. Doch die Planer haben den Arbeitsschutz heute noch nicht ausreichend auf dem Schirm“, so Bergmann. Bereits in der Planungsphase müssen Architekten, Planer und Bauherren überlegen, welche Schutzmaßnahmen für den Bau und für die spätere Nutzung des Gebäudes – zum Beispiel auch für spätere Wartungs- und Inspektionsarbeiten – erforderlich sind. Auch hierfür sind geeignete Schutzmaßnahmen bereits in der Planungsphase festzulegen, um Abstürze zu vermeiden. Nur wenn alle Akteure rund um den Bau zusammen arbeiten, könne es gelingen, die Unfallzahlen und damit menschliches Leid zu verringern.

„Eine wichtige Rolle beim Arbeitsschutz spielt dabei eine ganzheitliche Prävention, die auch die persönliche Einstellung und das Verhalten der Beschäftigten in den Blick nimmt“, sagte der Hauptgeschäftsführer. Die Kernbotschaft des neuen Präventionsprogramms „BAU AUF SICHERHEIT. BAU AUF DICH.“ der BG BAU lautet daher: „Sicheres Verhalten lohnt sich für jeden Berufstätigen, seine Familie und die Kollegen.“ Deshalb regt die BG BAU an, dass Unternehmen der Bauwirtschaft „Betriebliche Erklärungen“ vereinbaren, mit denen sich die Beschäftigten und die Betriebsleitungen gemeinsam dazu verpflichten, die lebenswichtigen Regeln einzuhalten. Dazu gehören auch mögliche Ursachen von Absturzunfällen.

Weitere Informationen unter www.bgbau.de und www.bau-auf-sicherheit.de.

 
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Joachim Förster

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