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Eichenprozessionsspinner

Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner kommt an der Stiel- und Traubeneiche, sowie an der Amerikanischen Roteiche vor. Er neigt besonders in Trockenjahren zu Massenvermehrungen, wobei lichte Eichenwälder, Bestandsränder und Einzelbäume in warmtrockenen Regionen oder Jahren bevorzugt werden.

Ende April, Anfang Mai schlüpfen die Raupen. Sie sind 2,5 - 4 cm groß und leben in geselligen Verbänden.

Die Verpuppung erfolgt Ende Juni/Anfang Juli in dicht aneinandergedrängten Kokons im Gespinstnest. Die Nester können mehrere Jahre als feste Gebilde aus Spinnfäden, Raupenkot, Häutungsresten und Puppenhülsen erhalten bleiben. Die Gefahr allergischer Reaktionen bleibt dabei weiter bestehen.
Seit 1995 ist ein enormer Dichteanstieg dieser früher als selten eingestuften Schmetterlingsart zu verzeichnen. Die Raupenhaare führen beim Menschen zu Allergien.

Giftige Raupenhaare

Die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners stellen eine akute gesundheitliche Gefährdung für Menschen dar. Den Raupen wachsen sehr feine Brennhaare, die leicht brechen und bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen werden. Da die alten Larvenhäute nach der Häutung in den "Nestern bleiben", besitzen diese ebenfalls eine hohe Konzentration an Brennhaaren.

Die Haare haben Widerhaken, sind hohl und enthalten als Brennsubstanz das lösliche Eiweiß Thaumetopein. Ihre Reizwirkung an Hautstellen und an den Schleimhäuten ist einerseits mechanisch, da sie in die Haut eindringen, andererseits wirkt das freigesetzte giftige Protein biochemisch. Besonders betroffen sind dünne Hautpartien im Gesicht, am Hals und an der Innenseite der Ellenbogen.

Wichtigste Gefährdungen sind der Kontakt mit windgetragenen Gifthaaren und der "Giftpfeilhagel" beim Passieren befallener Bäume.

Die akute Gefahr ist während der Raupenfraßzeit am größten. Alte Gespinstnester, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, stellen eine anhaltende Gefahrenquelle dar. Da die Raupenhaare eine lange Haltbarkeit besitzen, reichern sie sich über mehrere Jahre in der Umgebung, besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs an. Somit sind auch außerhalb der Larven- und Puppenperiode Krankheitserscheinungen möglich. So können bei Bodenarbeiten auch Monate nach einem Befall noch allergische Reaktionen vor allem an den Armen auftreten. Raupenhaare halten sich auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue allergische Reaktionen aus.

Symptome

Bei betroffenen Personen steigt die Empfindlichkeit und Reaktionsintensität mit der Anzahl der Einzelkontakte stetig an. Zu den Symptomen gehören lokale Hautausschläge (Raupendermatitis), die sich in punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen, starkem Juckreiz und Brennen äußern. Häufig bilden sich Quaddeln am ganzen Körper. Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Allgemeinsymptome wie Schwindel , Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf. In Einzelfällen neigen überempfindliche Personen zu allergischen Schockreaktionen.

Vorsichtsmaßnahmen

    • Grundsätzlich die Befallsareale meiden
    • Raupen und Gespinste nicht berühren
    • Sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach Kontakt mit Raupenhaaren
    • Empfindliche Hautbereiche (z. B. Nacken, Hals, Unterarme) schützen
    • Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen verzichten, solange Raupennester erkennbar sind
    • Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuten durchführen lassen

Bekämpfung

Vorrangig muss eine Bekämpfung aus hygienischen Gründen dort in Erwägung gezogen werden, wo Menschen durch die Gifthaare gefährdet sind und eine Absperrung des befallenen Geländes für längere Zeit unmöglich ist.

Zuständig zur Abwehr der Gesundheitsgefahr auf öffentlichem Gelände sind die Gemeinden, bei Privatgrundstücken die Eigentümer. Bei Bekämpfungsmaßnahmen Chemievollschutzanzug und Atemschutz tragen. Privatpersonen sollten dabei jedoch nicht zum Mittel der Selbsthilfe greifen. Der Einsatz von Insektiziden ist sorgfältig abzuwägen und muss die Belange von Naturschutz und Wasserschutz berücksichtigen. Dabei sollte immer der Rat von Fachleuten eingeholt werden.

Risikogebiete

    • Wald und besonders Waldränder
    • Freizeit- und Gartenanlagen (z. B. Sportplatz, Schwimmbad, Kinderspielplatz, Campinganlagen, Parkplätze)

Risikogruppen

    • Arbeiter in betroffenen Gebieten wie z.B. Förster, Waldarbeiter, Bauarbeiter, Landschaftsgärtner
    • Direkte Anwohner, Erholungssuchende
    • Spielende Kinder durch unmittelbare Berührung mit den Raupen und ihren Nestern
    • Brennholzabnehmer
    • Tiere: Gefahr von Magenschleimhautentzündung bei Tieren über Aufnahme der Brennhaare mit der Nahrung

Quellen:
Komnet
LWF-Merkblatt
Bilder 1, 2, 3, 5: Maier, Harald. Eichenprozessionsspinner: Raupen als Krankheitserreger.
Informationen zum Thema Gesundheit. http://www.med4you.at. 2005.
Bild 4: Karlsruher Stadtzeitung, 02.07.04.

 
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