Die BG BAU
Presse
Mitglieder / Beiträge
Versicherte
Reha / Leistungen
Prävention
ASD der BG BAU
Service
Kooperationen
Seminare
Reha / Leistungen Heilbehandlung / Rehabilitation Peer-Beratung

Zusätzliche Unterstützung von Betroffenen für Betroffene

Nach einem Arbeitsunfall mit schweren Verletzungsfolgen (z.B. Amputationen) oder bestimmten berufsbedingten Erkrankungen stehen Betroffene und ihre Angehörigen vor schwierigen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Um mit der neuen Situation besser umgehen zu können, besteht in der BG BAU für Versicherte die Möglichkeit, sich neben dem Reha-Management durch sogenannte „Peers“ beraten zu lassen.

Peers (Peer: englisch für: „gleichgestellte/ebenbürtige“) sind Menschen, die ein gleiches Schicksal erlebt haben und ihre gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse an Betroffene weitergeben, sie motivieren und in ihrem Verarbeitungsprozess unterstützen. Peers sind keine beschäftigten Personen der gesetzlichen Unfallversicherung, sondern beraten meist auf ehrenamtlicher Basis. Die Kosten im Rahmen einer Aufwandsentschädigung pro betreuten Fall sowie Fahrtkosten (nach dem Bundesreisekostengesetz) werden dabei von der BG BAU übernommen.    

Peer-Beratung:  Das Gespräch auf Augenhöhe

Die neue Situation nach einem schweren Arbeitsunfall zu akzeptieren, fällt vielen Betroffenen sehr schwer und die Bewältigung der Herausforderungen erscheint zunächst unmöglich. Die Peers können sich in die Lage der Betroffenen hineinfühlen, da sie die auftretenden Sorgen mit allen Fragen und Ängsten selbst durchlebt haben. Vor dem Hintergrund ihrer eigenen positiven Krankheitsverarbeitung geben Peers ihre Erfahrungen und Erkenntnisse an andere Betroffene weiter. In einem persönlichen Gespräch „auf Augenhöhe“ können die Peers eine wertvolle Unterstützung im Rehabilitationsprozess sein und somit die Entwicklung eines neuen Selbstwertgefühls stärken. Denn anders als die behandelnden Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten oder Reha-Managerinnen und Reha-Manager können sich die Peers in die Lage der Betroffenen hineinversetzen.

Die Peer-Beratung kann bereits bei der Akutbehandlung im Krankenhaus erfolgen, oder aber zu einem späteren Zeitpunkt zusätzlich in den Rehabilitationsprozess eingebunden werden. Die erstmalige Kontaktherstellung erfolgt meist durch die zuständige Reha-Managerin oder den zuständigen Reha-Manager. In den Berufsgenossenschaftlichen Unfallkliniken (BG Kliniken) kann der Kontakt frühzeitig durch die Reha-Koordinatorinnen und Reha-Koordinatoren der BG BAU hergestellt werden. Bei der Peer-Beratung geht es in erster Linie darum, die Betroffenen auf der emotionalen und mentalen Ebene anzusprechen und ihnen zu signalisieren, dass das Leben trotz der erlittenen Unfallfolgen oder der schweren Erkrankung lebenswert ist. Neben der Verarbeitung der Unfallfolgen bzw. der gestellten Diagnose der Erkrankung sowie der Entwicklung eigener Bewältigungsstrategien werden auch Berührungsängste in der Partnerschaft, die Reaktionen der Gesellschaft, aber auch einfache Alltagssituationen thematisiert. Gespräche mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben, können den Betroffenen  wieder Selbstvertrauen geben und sie dabei unterstützen, mit der neuen Lebenssituation umzugehen. Das Beratungsangebot kann somit einen positiven Einfluss auf den Heilungsverlauf nehmen und die Selbstverantwortung und Selbstbestimmtheit der Betroffenen fördern.  

Peers beraten auch im Rahmen von speziellen Sprechstunden Versicherte, die Asbest ausgesetzt waren. Die Sorgen und Ängste im Zusammenhang mit der Verdachtsdiagnose und ggf. anschließend bestätigter Asbestose (Erkrankung der Lunge durch Einatmung und Ablagerung von Asbeststaub in den Atemwegen) können von ebenfalls Betroffenen nachvollzogen werden. Neben dem Erfahrungsaustausch mit den Peers erfolgen in den sogenannten Asbestose-Sprechstunden umfassende Informationen zum Vorkommen von Asbest in der Natur und zum Einsatz im Berufsleben, der Wirkung auf die Atemwege und zu den erforderlichen Ermittlungen und den Leistungen der Unfallversicherungsträger.

Die unverbindliche Beratungsmethode nach dem „Peer“-Modell ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der umfassenden Heilverfahrenssteuerung und wird auch künftig von wesentlicher Bedeutung im Reha-Management der BG BAU sein.


Weitere Informationen zum Thema: