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e-learning A - Z Stahl- und Aluminiumkorrosion (Korrosiv gegenüber Metallen)

Stahl- und Aluminiumkorrosion (Korrosiv gegenüber Metallen)

Korrosiv gegenüber Metallen

Definition:

Korrosion bezeichnet gemäß der DIN 50900-2 („Korrosion der Metalle“) die Reaktion eines metallischen Werkstoffs mit seiner Umgebung, die eine messbare Veränderung des Werkstoffs bewirkt und zu einer Beeinträchtigung der Funktion eines metallischen Bauteils oder eines ganzen Systems führen kann.

Im Gefahrguttransportrecht spielt die Stahl- und Aluminiumkorrosion eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Verpackungsgruppe.

Messverfahren:

Zur Bestimmung der Korrosionseigenschaften von Flüssigkeiten und Feststoffen, die während des Transportes in flüssiger Form z.B. durch Lösen vorliegen können, werden 2mm dicke Platten aus Aluminium oder Stahl verwendet. Pro Versuch werden 3 Platten verwendet, von denen eine von der Flüssigkeit ganz bedeckt ist, eine nur halb eintaucht und eine über der Flüssigkeit in der Gasphase hängt. Die Temperatur der Flüssigkeit beträgt 55°C und die Messdauer 7 Tage. Anschließend wird der Massenverlust der drei Metallplatten durch Auswiegen bestimmt.

Geeignete Prüfmethoden:

Ein Messverfahren zur Bestimmung der Stahl- und Aluminiumkorrosion ist im Handbuch Prüfungen und Kriterien Teil III Abschnitt 37 Kapitel 4 (Beförderung gefährlicher Güter) beschrieben.

Angabe im Sicherheitsdatenblatt:

Die Stahl- und Aluminiumkorrosion wird als Korrosionsrate in mm/Jahr unter Angabe der Messdauer und des verwendeten Metalls oder bei lokalen Korrosionsprozessen als die tiefste Korrosionstiefe im Metall unter Angabe der Messdauer und des verwendeten Metalls anzugeben.

Aussage:

Die Stahl- und Aluminiumkorrosion ist ein Parameter aus dem Gefahrgutrecht. Sie muss für nicht ätzende Stoffe der Klasse 8 für die Zuordnung in die Verpackungsgruppe III bestimmt werden [ADR, Anlage A, Teil 2, Kapitel 2.2.8.3 c)].
Der Test auf Metallkorrosivität kann nur entfallen, wenn ein Stoff bereits aufgrund seiner Ätzwirkung auf die Haut als ätzend im Sinne der Klasse 8 einzustufen ist.  

Einstufung und Kennzeichnung:

Gemäß CLP-Verordnung werden Stoff und Gemische, die auf Metalle chemisch einwirken und sie beschädigen oder sogar zerstören, in die Gefahrenklasse „Korrosiv gegenüber Metallen“ der Kategorie 1 eingestuft und mit dem Gefahrenpiktogramm „Ätzwirkung“ (GHS05), dem Signalwort „Achtung“ und dem H-Satz 290 gekennzeichnet.
Bei Stoffen oder Gemischen, die als korrosiv gegenüber Metallen, aber nicht als haut- und/oder augenätzend eingestuft wurden und als für den Endverbraucher verpackte Fertigerzeugnisse vorliegen, muss das Gefahrenpiktogramm GHS05 nicht auf dem Kennzeichnungsetikett angebracht werden.

Gemäß Stoff- und Zubereitungsrichtlinie (seit 1.6.2015 außer Kraft gesetzt!):
In der Stoff- und der Zubereitungs-Richtlinie sind keine Einstufungskriterien für die Metallkorrosionseigenschaften definiert.

Tipps:

Die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erstellte Hilfestellung für Anwender (Leitfaden zur Klassifizierung von Gefahrgut unter dem Aspekt der „ätzenden Wirkung auf lebendes Gewebe“) versucht, eine Korrelation zwischen der Ätzwirkung auf die Haut und der Gefahrgutklasse 8 zu treffen.
Wird nach diesem Leitfaden festgestellt, dass ein Stoff ätzend auf die Haut reagiert, kann eine Prüfung auf Metallkorrosion entfallen, weil die Ätzwirkung auf die Haut als gefährlicher angesehen wird als die Metallkorrosivität. Dies wird auch dadurch deutlich, dass aufgrund der Ätzwirkung auf die Haut eine Zuordnung zu den Verpackungsgruppen I, II und III möglich ist, während aufgrund der Metallkorrosivität nur eine Zuordnung zur Verpackungsgruppe III erfolgen kann.
 

Auch der Abschnitt 2.2.8.1.9 des RID/ADR macht dazu eine klare Aussage. Demnach können Stoffe, Lösungen und Gemische, die nicht den Kriterien der Stoff-Richtlinie 67/548/EWG oder Zubereitungs-Richtlinie: 1999/45/EG in ihrer geltenden Fassung entsprechen und daher nach diesen Richtlinien in ihrer geltenden Fassung nicht als ätzend eingestuft sind und

  • nicht ätzend auf Stahl oder Aluminium wirken, als nicht zur Klasse 8 gehörige Stoffe angesehen werden.
  • ätzend auf Stahl oder Aluminium wirken, Stoffe der Klasse 8 bleiben.

Dies muss ggf. separat geprüft werden.
 

Änderungen: CLP-Verordnung gegenüber Stoff- bzw. Zubereitungs-Richtlinie: 

  • Die CLP-Verordnung hat die korrosiven Eigenschaften auf Metalle in die physikalischen Gefahren aufgenommen.
 
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