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e-learning A - Z Neurotoxizität

Neurotoxizität

Neurotoxizität

Definition:

Die Neurotoxizität beinhaltet die schädliche Veränderung der Struktur oder Funktion des Nervensystems, die infolge der Exposition gegenüber einem chemischen, biologischen oder physikalischen Agens entsteht.

Geeignete Prüfmethoden:

Die Bestimmung der Neurotoxizität kann nach den in der Prüfmethoden-Verordnung (EG) Nr.440/2008 im Teil B beschriebenen Prüfmethoden erfolgen.

Die Neurotoxizität lässt sich auf verschiedene Arten nachweisen, wie z. B. funktionelle Veränderungen und/oder biochemische Veränderungen im zentralen oder peripheren Nervensystem. Erste Hinweise auf eine Neurotoxizität sind den Prüfungen auf akute Toxizität zu entnehmen.

Die Prüfung auf Toxizität bei wiederholter Gabe (Prüfmethoden-Verordnung (EG) Nr.440/2008, Teil B, Methode B.7) beinhaltet die Untersuchung auf neurotoxikologische Wirkungen, wobei die Notwendigkeit einer sorgfältigen klinischen Beobachtung der Tiere zu unterstreichen ist, um möglichst viele Daten zu gewinnen. Die Methode sollte dazu beitragen, chemische Stoffe mit neurotoxischem Potential aufzuspüren, die dann gegebenenfalls eine eingehendere Untersuchung dieses Aspektes erfordern.

Darüber hinaus gilt es aber auch, das Potenzial von Substanzen, spezifische neurotoxische Wirkungen hervorzurufen, die in anderen Toxizitätsprüfungen möglicherweise nicht erfasst werden, zu untersuchen. Bestimmte phosphororganische Verbindungen zum Beispiel können zu einer verzögerten Neurotoxizität führen; sie können anhand der Methoden B.37 und B.38 aus der Prüfmethoden-Verordnung (EG) Nr.440/2008, Teil B nach Einzelgabe oder wiederholter Gabe untersucht werden.

Die Neurotoxizität bei Nagetieren wird mit der Methode B.43 aus der Prüfmethoden-Verordnung (EG) Nr.440/2008, Teil B bestimmt. Mit dieser Prüfmethode kann die potenzielle Neurotoxizität von Chemikalien bei ausgewachsenen Tieren bestätigt oder näher charakterisiert werden. Sie kann entweder mit bestehenden Testmethoden für Prüfungen auf Toxizität bei wiederholter Verabreichung kombiniert oder als Einzelstudie durchgeführt werden. Es wird empfohlen, das „OECD Guidance Document on Neurotoxicity Testing Strategies and Methods“ als Hilfe hinzuzuziehen, wenn auf der Basis dieser Prüfmethode Studien entwickelt werden (siehe www.oecd.org – Series on Testing and Assessment/Adopted Guidance and Review Documents; No. 20). Dies ist besonders dann wichtig, wenn Änderungen der für die routinemäßige Anwendung dieser Methode empfohlenen Beobachtungen und Testverfahren in Betracht gezogen werden. Das Guidance Document wurde erarbeitet, um die Auswahl abweichender Testverfahren für spezifische Anwendungsbedingungen zu vereinfachen. Die Beurteilung einer Entwicklungs-Neurotoxizität ist nicht Ziel dieser Methode.

 
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