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e-learning A - Z Leichte biologische Abbaubarkeit

Leichte biologische Abbaubarkeit

Leichte biologische Abbaubarkeit

Definition:

Biologisch leicht abbaubar ist ein willkürlich festgelegter Begriff für eine Kategorie von chemischen Substanzen, die im wässrigen Milieu unter aeroben Bedingungen schnell und vollständig biologisch abgebaut werden.

Messverfahren:

Sie kann in Bioabbaubarkeits-Studien, durch die Bestimmung des Verhältnisses vom biochemischen Sauerstoffbedarf (BSB5) zum chemischen Sauerstoffbedarf (CSB) oder durch Feldversuche bestimmt werden.

Aussage:

Die leichte biologische Abbaubarkeit ist einstufungsrelevant.

Einstufung und Kennzeichnung:

Gemäß CLP-Verordnung (2.ATP) ist die Abbaubarkeit eines der Kriterien für die Einstufung in die Gefahrenklasse „Langfristig gewässergefährdend“ -in Verbidnung mit der akuten aquatischen Toxizität und der Bioakkumulation-

  • Kategorie „Chronisch 1“ mit dem Gefahrenpiktogramm „Umwelt“ (GHS09), dem Signalwort „Achtung“ und dem H-Satz H 410,
  • Kategorie „Chronisch 2“ mit dem Gefahrenpiktogramm „Umwelt“ (GHS09), ohne Signalwort und dem H-Satz H 411,
  • Kategorie „Chronisch 3“ ohne Gefahrenpiktogramm und ohne Signalwort mit dem H-Satz H 412,

wenn keine geeigneten Daten zur chronischen aquatischen Toxizität vorliegen.

Gemäß Stoff- und Zubereitungsrichtlinie (seit 1.6.2015 außer Kraft gesetzt!):
Gemäß Stoffrichtlinie RL 67/548/EWG bzw. Zubereitungsrichtlinie 1999/45/EG ist die leichte biologische Abbaubarkeit eines der Kriterien zur Einstufung eines Stoffes bzw. einer Zubereitung als gefährlich für die Umwelt, aber nur in Verbindung mit der akuten aquatischen Toxizität und dem Verteilungskoeffizienten bzw. dem Bioakkumulationskoeffizienten und nur für nicht leicht abbaubare Stoffe.
Die Kennzeichnung entweder mit dem Gefahrensymbol „N“, der Gefahrenbezeichnung "umweltgefährlich"und den R-Sätzen R 50/53, mit dem Gefahrensymbol „N“, der Gefahrenbezeichnung "umweltgefährlich"und den R-Sätzen R 51/53 oder nur mit den R-Sätzen R 52/53 oder R 53.

Tipps:

Im Allgemeinen sind biologisch leicht abbaubare Substanzen in einer Kläranlage abbaubar.

Wenn eine Substanz auf leichte biologische Abbaubarkeit getestet wird und biologisch nicht abbaubar scheint, kann auch eine substanzbedingte Hemmung der Mikroorganismen vorliegen. Die Substanz sollte auf Bakterientoxizität untersucht werden.

Liegen stickstoffhaltige Substanzen vor, dann kann der Sauerstoffverbrauch durch Nitrifikation einen leichten biologischen Abbau vortäuschen. Der Anteil der Nitrifikation muss berechnet oder experimentell bestimmt werden.

Änderungen: CLP-Verordnung gegenüber Stoff- bzw. Zubereitungs-Richtlinie:

  • Gemäß Stoff- bzw. Zubereitungs-Richtlinie wird bei der Einstufung in umweltgefährlich nicht zwischen akuter und langfristiger (chronischer) Gefährdung unterschieden. Die Unterscheidung erfolgt über den entsprechenden R-Satz.
  • Gemäß CLP-Verordnung wird bei der Einstufung zwischen akut und langfristig (chronisch) gewässergefährdend unterschieden.
  • Mit der 2.ATP wurden die Einstufungskriterien unter Einbeziehung der chronischen aquatischen Toxizitäten geändert. Aus "chronisch gewässergefährdend" wurde "langfristig gewässergefährdend".
 
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