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e-learning A - Z Entzündbarkeit (Gase)

Entzündbarkeit (Gase)

Entzündbarkeit (Gase)

Definition:

Die Entzündbarkeit von Gasen beschreibt, bei welcher Gaskonzentration eine Entzündung des Gases mit Luft durch einen elektrischen Funken erfolgt.

Messverfahren:

Der Gasanteil im Gas/Luft-Gemisch wird stufenweise erhöht und das Gemisch jeweils einem elektrischen Funken ausgesetzt.
Es wird der Explosionsbereich mit unterer und oberer Explosionsgrenze ermittelt. Die untere Explosionsgrenze ist die niedrigste Gaskonzentration, bei der eine Entzündung und eine selbstständige Flammenausbreitung beobachtet wird. Die obere Explosionsgrenze ist die höchste Gaskonzentration, bei der gerade noch eine Entzündung und eine selbstständige Flammenausbreitung beobachtet wird. 

Geeignete Prüfmethode:

Die Bestimmung der Entzündbarkeit von Gasen kann nach der in der Prüfmethoden-Verordnung (EG) Nr.440/2008, Teil A, Methode A.11 beschriebenen Prüfmethode erfolgen. 

Bei Gasgemischen kann die Entzündbarkeit auch berechnet werden (z.B. gemäß ISO 10156).

Angabe im Sicherheitsdatenblatt:

Es wird der Explosionsbereich, gekennzeichnet durch die untere (UEG) und obere (UEG) Explosionsgrenze, angegeben. Die Explosionsgrenzen werden als Gaskonzentrationen in [Vol-% ] oder [mg/l] angegeben. 

Einstufung und Kennzeichnung:

Gemäß CLP-Verordnung können entzündbare Gase in die Gefahrenklasse „entzündbare Gase (einschließlich chemisch instabile Gase)“ der Kategorie 1 oder 2 eingestuft werden. Darunter fallen Gase oder Gasgemische, die unter Normalbedingungen einen Explosionsbereich haben. Extrem entzündbare Gase der Kategorie 1 werden mit dem Gefahrenpiktogramm „Flamme “ (GHS02), dem Signalwort „Gefahr“ und dem H-Satz H220, entzündbare Gase der Kategorie 2 mit  dem Signalwort „Achtung“ und dem H-Satz H221 ohne Gefahrenpiktogramm gekennzeichnet. 
Sind diese Gase zudem chemisch instabil, d.h. sie reagieren auch in Abwesenheit von Luft oder Sauerstoff explosionsartig, dann werden sie zusätzlich als chemisch instabiles Gas in die Gefahrenkategorien A oder B eingestuft. Bei der Kennzeichnung wird zusätzlich der H-Satz H230 für die Gefahrenkategorie A und der H-Satz H231 für die Gefahrenkategorie B vergeben.

In der CLP-Verordnung gibt es zusätzlich die Gefahrenklasse „Aerosole“ für entzündbare Aerosole. Aerosole sind nicht als entzündliche Gase einzustufen.

Gemäß Stoff- und Zubereitungsrichtlinie (seit 1.6.2015 außer Kraft gesetzt!):
Brennbare Gase sind als hochentzündlich einzustufen und mit dem Gefahrensymbol „F+“, der Gefahrenbezeichnung „hochentzündlich“ und R12 zu kennzeichnen, wenn sie bei gewöhnlicher Temperatur und normalem Druck bei Luftkontakt entzündlich sind.  

Aussage:

Die Entzündbarkeit (Gase) ist eine sicherheitstechnische Kenngröße zur Beurteilung der Brand- und Explosionsgefahr von Gasen. 

Beispiele:

In der Literatur sind Explosionsbereiche mit unterer und oberer Explosionsgrenze von Gasen veröffentlicht. 

Änderungen: CLP-Verordnung gegenüber Stoff- bzw. Zubereitungs-Richtlinie:

  • Die Bezeichnung „hochentzündlich“ entfällt.
  • Es gibt zwei Gefahrenkategorien für die Gefahrenklasse „Entzündbare Gase“ sowie zwei Gefahrenkategorien für chemisch instabile entzündbare Gase.
 
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