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Dampfdruck

Dampfdruck

Definition:

Der Dampfdruck ist der Druck, den ein mit einem Stoff (fest, flüssig) im Gleichgewicht befindlicher Dampf in einem geschlossenen System auf die ihn umschließenden Wände ausübt.

Messverfahren:

Der Dampfdruck kann mit verschiedenen Methoden bestimmt werden: dynamische Methode, statische Methode, Isoteniskop, Effusionsmethode, Gassättigungsmethode, Rotormethode.
Die geeignete Prüfmethode richtet sich nach dem Dampfdruck-Messbereich.

Geeignete Prüfmethoden:

Die Messverfahren zur Bestimmung des Dampfdruckes sind in der Prüfmethoden-Verordnung (EG) Nr.440/2008, Teil A, Methode A.4 beschrieben.
Ist das experimentelle Verfahren aus technischen Gründen nicht anwendbar, dann kann der Dampfdruck auch berechnet werden. Dies ist z.B. bei sehr niedrigen Dampfdrücken
(< 10-5 Pa) der Fall. Die Berechnungsmethode ist ebenfalls in der Prüfmethoden-Verordnung (EG) Nr.440/2008, Teil A, Methode A.4 beschrieben.

Angabe im Sicherheitsdatenblatt:

Der Dampfdruck wird in Pa in Abhängigkeit der Temperatur (20°C oder 25°C) unter Angabe der Prüfmethode und bei Berechnungsverfahren auch mit dem Bezugs-Stoff angegeben.

Aussage:

Ein Dampfdruck von p < 0,01 hPa ist sehr niedrig, ein Dampfdruck von p = 1-10 hPa ist niedrig und ein Dampfdruck von p > 10 hPa ist hoch.
Nach der 31. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (31.BImSchV) wird ein Stoff als flüchtige organische Verbindung (VOC) bezeichnet, wenn der Dampfdruck des Stoffes bei 20°C p = 0,01 kPa beträgt.
Aus dem Dampfdruck kann die Verteilung eines Stoffes in der Umwelt beurteilt werden. Je höher der Dampfdruck, desto höher dessen Flüchtigkeit.
In dem Einfachen Maßnahmenkonzept Gefahrstoff (EMKG) für Tätigkeiten mit gekennzeichneten Gefahrstoffen ohne Arbeitsplatzgrenzwert werden Flüssigkeiten in Freisetzungsgruppen unterteilt: Wässrige Lösungen, Säuren und Laugen haben bei Raumtemperatur eine niedrige Freisetzung. Nicht-wässrige Lösemittel oder Chemikalien haben bei Raumtemperatur bei einem Siedepunkt > 150°C eine niedrige, bei einem Siedepunkt von 50 °C -150°C eine mittlere und bei einem Siedepunkt < 50°C eine hohe Freisetzung.
Der Dampfdruck wird beim Gefahrguttransport als Kriterium bei den UN-Nummern verwendet.

Beispiele:

In der Literatur sind Dampfdrücke für chemische Verbindungen veröffentlicht.
p(Wasser) (20°C) = 23,38 hPa

Tipps:

Der Dampfdruck steigt mit der Temperatur stark an! Es besteht Berstgefahr bei geschlossenen Behältern!
Liegt der Dampfdruck einer Flüssigkeit über dem Normaldruck von 1013 mbar, dann beginnt sie an der Luft, d.h. in offenen Gefäßen spontan an zu verdampfen. Dies ist z.B. bei verflüssigten Gasen wie Treibgasen der Fall.

Es gibt verschiedene Druckeinheiten:
Es gilt: 1Pa = 0,01 mbar entspricht ca. 7,5 • 10-3 Torr; 1hPa = 100 Pa = 1 mbar

 
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