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e-learning A - Z Atemschutz

Atemschutz

Atemschutz

8.2.2.2. c) Atemschutz
Bei Gasen, Dämpfen, Nebel oder Staub ist auf der Grundlage der Gefahr und des Expositionspotenzials die Art der zu verwendenden Schutzausrüstung anzugeben und dabei auf die Atemschutzmasken samt dem passenden Filter (Patrone oder Behälter), den geeigneten Partikelfiltern und geeigneten Masken oder auf die umluftunabhängigen Atemschutzgeräte einzugehen.

Auszug aus der Verordnung (EU) 2015/830

Erläuterungen:

In der folgenden Grafik sind die verschiedenen Atemschutzgeräte aufgeführt. Es fehlen die Selbstretter und Fluchtgeräte, die nur im Fluchtfall eingesetzt werden.

Atemschutzgeräte

Die Auswahl des Atemschutzgerätes ist abhängig von den Substanzen, vor denen sie schützen sollen, aber auch von der Umgebungsatmosphäre (z.B. Sauerstoffgehalt, Konzentration der Schadstoffe, Örtlichkeit, Brand- und Explosionsgefahr), des Verwendungszweckes (z.B. Arbeitseinsatz, Rettung, Brandbekämpfung) sowie der Eignung des Trägers. So sind z.B. Bartträger für das Tragen von Voll- und Halbmasken mit Filtern nicht geeignet.

Atemschutzgeräte sind komplexe persönliche Schutzausrüstung der CE-Kategorie III, für sie gilt die Prüfpflicht. Es dürfen nur zertifizierte Atemschutzgeräte mit CE-Kennzeichnung und Kennnummer eingesetzt werden.

Filtergeräte:

Filtergeräte ohne Gebläse bestehen aus einem Atemanschluss (Viertel-, Halb-, Vollmaske oder Mundstückgarnitur) und mindestens einem Filter. Partikel- und gasfiltrierende Halbmasken sind vollständige Atemschutzgeräte und werden mit FF vor dem Filtertyp gekennzeichnet (z.B. FFP2, FFB1).

Filtergeräte mit Gebläse bestehen aus einem Atemanschluss (Atemschutzhaube, Atemschutzhelm, Viertel-, Halb-, Vollmaske), Filter und Gebläse. Helme/Hauben mit Gebläse und Filter werden mit TH vor dem Filtertyp gekennzeichnet, Masken mit Gebläse und Filter mit TM. Sie werden nach ihrer Gesamtleckage in drei Klassen eingeteilt. Bsp: TH3A2P, TM2P. Atemschutzhelme/-hauben mit Gebläse der Geräteklasse TH3 müssen zusätzlich eine Warneinrichtung haben, die auch für TH1 und TH2 empfohlen wird.

Als Filter werden Partikel-, Gas- und Kombinationsfilter verwendet. Letztere setzen sich aus einem oder mehreren Gasfiltern und einem Partikelfilter zusammen und werden auch so gekennzeichnet (z.B. A2B2P3). Die Anforderungen, Prüfung und Kennzeichnung der Filter sind in folgenden DIN EN Normen beschrieben.

  • Gas- und Kombinationsfilter: DIN EN 14387 (ersetzt DIN EN 141)
  • AX Gas- und Kombinationsfilter: DIN EN 14387 (ersetzt DIN EN 371)
  • SX Gas- und Kombinationsfilter: DIN EN 372
  • Gasfiltrierende Halbmasken: DIN EN 405
  • Gas- und Partikelfiltrierende Halbmasken: DIN EN 405
  • Partikelfilter: DIN EN 143
  • Partikelfiltrierende Halbmasken: DIN EN 149

Filtertypen

Diese Tabelle ist ein Auszug aus der Infokarte "Atemfilter für Atemschutzgeräte, DIN EN 141", die bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft bestellt (Abruf-Nr. I2) oder heruntergeladen werden kann.

Die Kennfarben und Filtertypkürzel sind nicht weltweit genormt.

Die Filter werden je nach ihrem Partikeldurchlassgrad bzw. Gasaufnahmevermögen in drei Klassen 1,2,3 eingeteilt. Die Klasse steht direkt nach dem Filter wie z.B. P2 oder A3.

Filtergeräte dürfen nicht eingesetzt werden, wenn die Umgebungsatmosphäre weniger als 17 Vol-% Sauerstoff enthält. Bei Kohlenmonoxid und für spezielle Bereiche liegt die Grenze bei 19 Vol-%. Dies ist z.B. wichtig beim Einsatz in Gruben und engen Räumen. Dann müssen Isoliergeräte eingesetzt werden.

Isoliergeräte:

Isoliergeräte sind unabhängig von der Umgebungsatmosphäre somit auch unabhängig von der Substanz und deren Luftkonzentration.


Nicht frei tragbare Schlauchgeräte werden meist in stationären Arbeitsbereichen eingesetzt. Sie bestehen aus einem Atemanschluss (Viertel-, Halb-, Vollmaske, Atemschutzhaube, Atemschutzhelm) und einer externen Luftzufuhr (Frisch-, Druckluft).

Frei tragbare Isoliergeräte mit Druckluftflaschen werden als Pressluftatmer bezeichnet. Sie bestehen aus einem Atemanschluss (Voll-, Halbmaske), einem Lungenautomat, einem Druckminderer und Druckluftflaschen.

Angabe im Sicherheitsdatenblatt:

Im Sicherheitsdatenblatt muss das geeignete Atemschutzgerät und, falls es sich um ein Filtergerät handelt, mit dem geeigneten Filter angegeben werden. Hilfreich ist auch die Angabe von Tragedauern und bei Filtergeräten falls möglich die Angabe der Klasse.

Tipps:

Es ist darauf hinzuweisen, dass das Tragen von für den Träger belastendem Atemschutzgerät keine ständige Maßnahme sein darf.

AX-Filter sind in der Bauwirtschaft für Gemische von Niedrigsiedern nicht zulässig.

Die Tragedauern von Atemschutzgeräten sind nicht nur abhängig von dem Gerät sondern auch von den Umgebungsbedingungen wie Temperatur, Druck, Luftfeuchtigkeit, Schwere der Tätigkeit.

Träger von Atemschutzgeräten unterliegen der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung.
Angebotsuntersuchungen sind anzubieten bei Tätigkeiten, die das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 1 erfordern. Atemschutzgeräte der Gruppe 1 sind Atemschutzgeräte, die weniger als 3 kg wiegen und einen geringen Atemwiderstand besitzen. Dazu zählen z.B. Filtergeräte mit Partikelfilter der Partikelfilterklassen P1 und P2 und partikelfiltrierende Halbmasken; gebläseunterstützte Filtergeräte mit Voll- oder Halbmaske; jeweils mit Atemanschlüssen mit Ausatemventilen; gebläseunterstützte Filtergeräte mit Haube oder Helm.
Pflichtuntersuchungen sind zu veranlassen bei Tätigkeiten, die das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppen 2 und 3 erfordern.

Literatur:

Ausführliche Informationen zur Auswahl, Benutzung, Wartung und Tragedauern von Atemschutzgeräten stehen in der BG-Regel/GUV-Regel „Benutzung von Atemschutzgeräten“ (BGR/GUV-R 190 (seit 1.Mai 2014: DGUV Regel 112-190)).

 
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