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e-learning 9 Physikalische und chemische Eigenschaften 9.1 Angaben zu den grundlegenden physikalischen und chemischen Eigenschaften

9.1 Angaben zu den grundlegenden physikalischen und chemischen Eigenschaften

9.1 Angaben zu den grundlegenden physikalischen und chemischen Eigenschaften

Die folgenden Eigenschaften sind eindeutig zu benennen, gegebenenfalls mit Angabe der verwendeten Prüfverfahren und Nennung geeigneter Maßeinheiten und/oder Referenzbedingungen. Sofern es für die Interpretation des Zahlenwertes maßgeblich ist, ist auch das Verfahren zu seiner Ermittlung anzugeben (zum Beispiel zur Ermittlung des Flammpunktes das Verfahren mit offenem/geschlossenem Tiegel):
a) Aussehen:
Der Aggregatzustand (fest (mit geeigneten verfügbaren Sicherheitsinformationen zur Korngrößenverteilung und zur spezifischen Oberfläche, falls nicht anderweitig in diesem Sicherheitsdatenblatt angegeben), flüssig, gasförmig) und die Farbe des Stoffs oder des Gemischs im Lieferzustand sind anzugeben;
b) Geruch:
Ist ein Geruch wahrnehmbar, so ist dieser kurz zu beschreiben;
c) Geruchsschwelle;
d) pH-Wert:
Es ist der pH-Wert des Stoffs oder des Gemischs im Lieferzustand oder in wässriger Lösung anzugeben. Im letzteren Fall ist die Konzentration anzugeben;
e) Schmelzpunkt/Gefrierpunkt;
f) Siedebeginn und Siedebereich;
g) Flammpunkt;
h) Verdampfungsgeschwindigkeit;
i) Entzündbarkeit (fest, gasförmig);
j) obere/untere Entzündbarkeits- oder Explosionsgrenzen;
k) Dampfdruck;
l) Dampfdichte;
m) relative Dichte;
n) Löslichkeit(en);
o) Verteilungskoeffizient: n-Octanol/Wasser;
p) Selbstentzündungstemperatur;
q) Zersetzungstemperatur;
r) Viskosität;
s) explosive Eigenschaften;
t) oxidierende Eigenschaften.
Wird angegeben, dass eine bestimmte Eigenschaft nicht zutrifft, oder liegen keine Informationen zu einer bestimmten Eigenschaft vor, so ist dies zu begründen.
Damit angemessene Schutzmaßnahmen ergriffen werden können, sind alle relevanten Informationen zu dem Stoff oder Gemisch vorzulegen. Die Angaben in diesem Abschnitt müssen mit den Angaben übereinstimmen, die bei einer gegebenenfalls erforderlichen Registrierung gemacht wurden.
Handelt es sich um ein Gemisch, muss aus den Einträgen eindeutig hervorgehen, auf welchen Stoff des Gemischs sich die Daten beziehen, sofern sie nicht für das gesamte Gemisch gelten.

Auszug aus der Verordnung (EU) 2015/830

Erläuterung:

In diesem Kapitel werden die für den Stoff, das Gemisch oder das Erzeugnis relevante physikalisch-chemische Parameter angegeben.

Einstufung von Stoffen und Gemischen
Die oben aufgeführten physikalisch-chemischen Eigenschaften können entweder allein oder in Verbindung mit anderen Eigenschaften zu einer Einstufung des Stoffes oder des Gemisches führen. Weitere physikalisch-chemische Parameter sind in Unterabschnitt 9.2 aufgeführt.

Folgende Gefahren können aufgrund physikalisch-chemischer Eigenschaften eingestuft werden:

Explosiv (explosionsgefährlich)

Oxidierbar (brandfördernd)

Extrem entzündbar

Leichtentzündbar

Entzündbar

Die Anforderungen an die Einstufung und Kennzeichnung aufgrund physikalisch-chemischer Eigenschaften sind im Anhang I Teil 2 CLP-Verordnung beschrieben.

Physikalisch-chemische Parameter können allein oder in Kombination mit anderen Eigenschaften auch eine toxische oder ökotoxische Einstufung bewirken.
Ein Stoff oder ein Gemisch können beispielsweise aufgrund extremer pH-Werte als ätzend eingestuft werden.
Die Einstufung als aspirationstoxisch (Gefahrenklasse: Aspirationsgefahr) erfolgt für flüssige Stoffe und Gemische, die aliphatische, alizyklische und aromatische Kohlenwasserstoffe in einer Gesamtkonzentration größer 10 % enthalten, aufgrund der Viskosität.
Der Verteilungskoeffizient log pOW kann ein Kriterium für die Einstufung als gewässergefährdend (siehe Abschnitt 12) sein.

Angabe im Sicherheitsdatenblatt:

Zu den einzelnen Parametern sind die erforderlichen Daten anzugeben. Zur Angabe der Messergebnisse gehören der Messparameter, der Messwert mit Einheit und gegebenenfalls den Untersuchungsbedingungen (Temperatur, Druck, Konzentration). Gegebenenfalls ist die Meßmethode und das spezielle Prüfverfahren, wenn es unterschiedliche Verfahren zu einer Meßmethode gibt, anzugeben

Liegen keine Daten vor, so soll eine Aussage wie „Keine Daten vorhanden“ angegeben werden. Ist die Bestimmung der Daten nicht sinnvoll, so sollte auch darauf mit Formulierungen wie z.B. „nicht erforderlich“, „nicht bestimmbar“, „nicht sicherheitsrelevant“ verwiesen werden.

Gemische werden in der Regel ebenfalls geprüft. Handelt es sich um Parameter, die nur stoffbezogen angegeben werden können, so sind die relevanten Daten der Inhaltsstoffe anzugeben. Dies betrifft z.B. die Wasserlöslichkeit, den Verteilungskoeffizient.

Tipps:

Der Arbeitgeber ist gemäß Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) verpflichtet, vor Aufnahme der Tätigkeiten eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und anhand dieser die erforderlichen Maßnahmen festzulegen. Die notwendigen Informationen hat er sich beim Inverkehrbringer zu beschaffen, der auf Anfrage alle Informationen über die Gefahrstoffe zur Verfügung zu stellen hat.


Änderungen durch die Verordnung (EU) Nr. 453/2010 (seit 20.6.2010 in Kraft):

  • Angabe der Bestimmungsmethode
  • Der Zusatz zum festen Aggregatzustand „mit geeigneten verfügbaren Sicherheitsinformationen zur Korngrößenverteilung und zur spezifischen Oberfläche, falls nicht anderweitig in diesem Sicherheitsdatenblatt angegeben“ beruht auf der Berücksichtigung von Nanoteilchen.
 
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