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e-learning 3 Zusammensetzung / Angaben zu Bestandteilen 3.2 Gemische

3.2 Gemische

3.2 Gemische

Es sind der Produktidentifikator, die Konzentration beziehungsweise die Konzentrationsbereiche sowie die Einstufungen zumindest für alle unter Nummer 3.2.1 beziehungsweise 3.2.2 genannten Stoffe anzugeben. Den Lieferanten von Gemischen steht es frei, zusätzlich alle in dem Gemisch enthaltenen Stoffe einschließlich der Stoffe, die die Kriterien für die Einstufung nicht erfüllen, aufzulisten. Anhand dieser Angaben muss der Abnehmer problemlos die Gefahren der in dem Gemisch enthaltenen Stoffe erkennen können. Die mit dem Gemisch selbst verbundenen Gefahren sind in Abschnitt 2 anzugeben.
Die Konzentrationen der in einem Gemisch enthaltenen Stoffe sind wahlweise wie folgt anzugeben:
a) als genaue Gewichts- oder Volumenprozentsätze in abnehmender Reihenfolge, falls technisch möglich,
b) oder als Bereiche von Gewichts- oder Volumenprozentsätzen in abnehmender Reihenfolge, falls technisch möglich.
Bei der Angabe als Bereich von Prozentsätzen sind mit den Gesundheits- und Umweltgefahren die Wirkungen der höchsten Konzentration eines jeden Bestandteils zu beschreiben.
Falls die Wirkungen des gesamten Gemischs bekannt sind, müssen diese Angaben in Abschnitt 2 aufgenommen werden.
Wurde die Verwendung einer alternativen chemischen Bezeichnung gemäß Artikel 24 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 genehmigt, so kann diese Bezeichnung verwendet werden.

3.2.1. Bei einem Gemisch, das die Kriterien für die Einstufung nach der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 erfüllt, sind folgende Stoffe mit ihren jeweiligen Konzentrationen oder Konzentrationsbereichen in dem Gemisch anzugeben
a) Stoffe, die eine Gefahr für die Gesundheit oder die Umwelt im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 darstellen, falls diese Stoffe in Konzentrationen vorhanden sind, die mindestens ebenso hoch sind wie die niedrigsten der folgenden Werte:
und falls diese Stoffe in Konzentrationen vorhanden sind, die mindestens ebenso hoch sind wie die niedrigsten der folgenden Werte:
ia) die allgemeinen Berücksichtigungsgrenzwerte nach Tabelle 1.1 in Anhang I der   Verordnung (EG) Nr. 1272/2008;
ib) die in Anhang I Teile 3 bis 5 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 angegebenen allgemeinen Konzentrationsgrenzwerte unter Berücksichtigung der Konzentrationen, die in den Hinweisen zu bestimmten Tabellen in Teil 3 festgelegt sind und die Verpflichtung betreffen, auf Verlangen ein Sicherheitsdatenblatt für das Gemisch bereitzustellen, sowie jene für Aspirationsgefahr (Anhang I Abschnitt 3.10 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008) ≥ 10 %;

Liste der Gefahrenklassen und Gefahrenkategorien sowie der Konzentrationsgrenzwerte, aufgrund derer ein Stoff in Unterabschnitt 3.2 als in einem Gemisch enthaltener Stoff aufgelistet wird:

1.1 Gefahrenklasse und -kategorieKonzentrations-
grenzwert in %
Akute Toxizität, Kategorien 1, 2 und 3 ≥ 0,1
Akute Toxizität, Kategorie 4 ≥ 1
Ätz-/Reizwirkung auf die Haut, Kategorie 1,
Unterkategorien 1A, 1B, 1C, und Kategorie 2
≥ 1
Schwere Augenschädigung/Augenreizung, Kategorien 1 und 2 ≥ 1
Sensibilisierung der Atemwege/Haut ≥ 0,1
Keimzell-Mutagenität, Kategorien 1A und 1B ≥ 0,1
Keimzell-Mutagenität, Kategorie 2 ≥ 1
Karzinogenität, Kategorien 1A, 1B und 2      ≥ 0,1
Reproduktionstoxizität, Kategorien 1A, 1B und 2,
sowie Wirkungen auf/über Laktation
≥ 0,1
Spezifische Zielorgan-Toxizität (einmalige Exposition),
Kategorien 1 und 2
≥ 1
Spezifische Zielorgan-Toxizität (wiederholte Exposition),
Kategorien 1 und 2
≥ 1
Aspirationsgefahr ≥ 10
Akut gewässergefährdend, Kategorie 1 ≥ 0,1
Chronisch gewässergefährdend, Kategorie 1 ≥ 0,1
Chronisch gewässergefährdend, Kategorien 2, 3 und 4 ≥ 1
Schädigt die Ozonschicht ≥ 0,1

ii) die in Anhang VI Teil 3 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 angegebenen spezifischen Konzentrationsgrenzwerte;
iii) wenn ein M-Faktor in Anhang VI Teil 3 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 angegeben wurde: der allgemeine Berücksichtigungsgrenzwert in Anhang I Tabelle 1.1 in der genannten Verordnung nach Anpassung mittels der Berechnungsmethode gemäß Anhang I Abschnitt 4.1 der genannten Verordnung;
iv) die spezifischen Konzentrationsgrenzwerte, die zur Aufnahme in das spezifische Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 mitgeteilt werden;
v) die in Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 angegebenen Konzentrationsgrenzwerte;
vi) wenn ein M-Faktor zur Aufnahme in das spezifische Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 mitgeteilt wird: der allgemeine Berücksichtigungsgrenzwert in Anhang I Tabelle 1.1 der genannten Verordnung nach Anpassung mittels der Berechnungsmethode gemäß Anhang I Abschnitt 4.1 der genannten Verordnung;
b) Stoffe, für die es Grenzwerte der Union für die Exposition am Arbeitsplatz gibt und die nicht bereits unter Buchstabe a erfasst sind;
c) Stoffe, die persistent, bioakkumulierbar und toxisch beziehungsweise sehr persistent und sehr bioakkumulierbar gemäß den Kriterien des Anhangs XIII  sind, oder Stoffe, die aus anderen Gründen als den in Buchstabe a aufgeführten Gefahren in die gemäß Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste aufgenommen wurden, wenn die Konzentration eines einzelnen Stoffs mindestens 0,1 % beträgt.

3.2.2. Bei einem Gemisch, das die Kriterien für die Einstufung nach der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 nicht erfüllt, sind die Stoffe, die in einer Einzelkonzentration vorhanden sind, die mindestens so hoch ist wie die folgenden Konzentrationen, mit ihrer jeweiligen Konzentration oder ihrem jeweiligen Konzentrationsbereich anzugeben:
a) 1 Gewichtsprozent bei nichtgasförmigen Gemischen und 0,2 Volumenprozent bei gasförmigen Gemischen für
i) Stoffe, die eine Gefahr für die Gesundheit oder die Umwelt im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 darstellen, oder
ii) Stoffe, für die Grenzwerte der Union für die Exposition am Arbeitsplatz festgelegt wurden;
b) 0,1 Gewichtsprozent bei Stoffen, die persistent, bioakkumulierbar und toxisch gemäß den Kriterien des Anhangs XIII beziehungsweise sehr persistent und sehr bioakkumulierbar gemäß den Kriterien des Anhangs XIII sind, oder die aus anderen Gründen als den in Buchstabe a aufgeführten Gefahren in die gemäß Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste aufgenommen wurden.

3.2.3. Für die in Unterabschnitt 3.2 aufgeführten Stoffe ist die Einstufung eines Stoffs gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008, einschließlich der in Anhang VI Tabelle 1.1 dieser Verordnung vorgesehenen Gefahrenklasse und Gefahrenkategorie-Codes sowie der gemäß den physikalischen Gefahren, Gesundheitsgefahren und Umweltgefahren zugeordneten Gefahrenhinweise, anzugeben. Die Gefahrenhinweise brauchen in diesem Abschnitt nicht ausgeschrieben werden, die Angabe der jeweiligen Codes ist ausreichend. In den Fällen, in denen sie nicht ausgeschrieben sind, ist auf den Abschnitt 16 zu verweisen, in dem der volle Wortlaut jedes relevanten Gefahrenhinweises aufgeführt ist. Erfüllt der Stoff die Einstufungskriterien nicht, so ist der Grund für die Angabe des Stoffs in Unterabschnitt 3.2 zu nennen (zum Beispiel ‚nicht eingestufter vPvB-Stoff‘ oder ‚Stoff, für den ein Grenzwert der Union für die Exposition am Arbeitsplatz gilt‘).

3.2.4. Für die in Unterabschnitt 3.2 aufgeführten Stoffe sind die Bezeichnung und, sofern vorhanden, die gemäß Artikel 20 Absatz 3 dieser Verordnung zugewiesene Registrierungsnummer anzugeben. Unbeschadet der Pflichten der nachgeschalteten Anwender gemäß Artikel 39 dieser Verordnung kann der Teil der Registrierungsnummer, der sich auf den einzelnen Registranten einer gemeinsamen Einreichung bezieht, vom Lieferanten des Gemischs weggelassen werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
a) Dieser Lieferant verpflichtet sich dazu, in Übereinstimmung mit Buchstabe b für Vollzugszwecke auf Aufforderung die vollständige Registrierungsnummer mitzuteilen, oder, falls ihm selbst die vollständige Registrierungsnummer nicht vorliegt, die Aufforderung an seinen eigenen Lieferanten weiterzuleiten.
b) Dieser Lieferant übermittelt der für den Vollzug zuständigen Behörde des Mitgliedstaats (im Folgenden die ‚Vollzugsbehörde‘) innerhalb von sieben Tagen die vollständige Registrierungsnummer entweder nach unmittelbarer Aufforderung durch die Vollzugsbehörde oder nachdem ihm diese Aufforderung von seinem Abnehmer weitergeleitet wurde; falls ihm selbst die vollständige Registrierungsnummer nicht vorliegt, leitet dieser Lieferant die Aufforderung innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt an seinen eigenen Lieferanten weiter und setzt gleichzeitig die Vollzugsbehörde davon in Kenntnis.
Die EG-Nummer ist, sofern vorhanden, gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 anzugeben. Die CAS-Nummer und die IUPAC-Bezeichnung können, sofern jeweils vorhanden, ebenfalls angegeben werden.
Für Stoffe, die in diesem Unterabschnitt unter Verwendung einer alternativen chemischen Bezeichnung gemäß Artikel 24 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 angegeben werden, sind die Registrierungsnummer, die EG-Nummer und eine sonstige genaue chemische Bezeichnung nicht erforderlich.

Auszug aus der Verordnung (EU) 2015/830

Erläuterungen:

Es werden folgende Angaben zu den Inhaltsstoffen aufgeführt. Übersichtlich ist die tabellarische Darstellung:

Eine alternative chemische Bezeichnung kann für Inhaltsstoffe angegeben werden, wenn durch die Angabe das geistige Eigentum des Hersteller, Importeurs oder nachgeschalteten Anwenders gefährdet wird. Sie kann aber nur für bestimmte Inhaltsstoffe beantragt werden. Möchte ein Hersteller, Importeur oder nachgeschalteter Anwender diese Möglichkeit in Anspruch nehmen, so musste er bis zum 31.5.2015 bei der Behörde des Landes (in Deutschland: "Bundesstelle Chemikalien“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin), in dem das Gemisch zuerst in Verkehr gebracht wird, einen entsprechenden Antrag stellen. Seit dem 31.5.2015 ist die zuständige Behörde die ECHA (Europäische Chemikalienagentur). Im Sicherheitsdatenblatt wird die Ersatzbezeichnung (generische Namen) angegeben; die Registrierungsnummer, die EG-Nummer und eine sonstige genaue chemische Bezeichnung muss dann nicht angegeben werden.

Das Vorgehen bei der Antragsstellung, die Vorgaben für die Stoffbezeichnung und die Bedingungen, wann für einen Stoff ein Antrag eingereicht werden kann, werden in Artikel 24 sowie Anhang I Kapitel 1.4 CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 ausführlich beschrieben.

Die EG-Nummer, d. h. die EINECS-, ELINCS- oder NLP-Nummer, ist die offizielle Nummer des Stoffes in der Europäischen Union. Sie sind im EG-Verzeichnis aufgeführt.

Die IUPAC-Bezeichnung basiert auf der IUPAC-Nomenklatur. IUPAC (International Union of Pure and Applied Chemistry) erarbeite international gültige Nomenklaturen und Terminologien für den Bereich der Chemie.

Die Konzentration der Inhaltsstoffe ist anzugeben. Genaue Konzentrationsangaben sind dabei nicht erforderlich, der Gehalt sollte dann als Konzentrationsbereich angegeben werden. Vorgaben für die Konzentrationsbereiche gibt es nicht. Sinnvoll ist ein Konzentrationsbereich, der die Kennzeichnung des Produktes nachvollziehbar macht.

Anzugebende Stoffe

Als gefährlich eingestufte Gemische
Es müssen die Stoffe, die eine Gefahr für die Gesundheit oder die Umwelt darstellen, angegeben werden. Nicht angegeben werden müssen -können aber- Stoffe mit ausschließlich physikalisch-chemischer Eigenschaften, für die kein gemeinschaftlicher Grenzwert für die Exposition am Arbeitsplatz festgelegt ist. Die Nennung von solchen Stoffen ist aber z.B. sinnvoll, um den Anwender über das Vorhandensein von brennbaren Inhaltsstoffen zu informieren. Auch wenn diese Inhaltsstoffe nicht genannt werden müssen, muss im Sicherheitsdatenblatt entweder im Abschnitt 2 und im Abschnitt 9 auf die Brand- und Explosionsgefahren hingewiesen werden.
Es gelten folgende Konzentrationsgrenzen, ab denen die oben genannten Inhaltsstoffe aufgeführt werden müssen:

  • Stoffe, die eine Gefahr für die Gesundheit und/oder die Umwelt darstellen mit den folgenden  Konzentrationsgrenzen, ab denen die oben genannten Inhaltsstoffe aufgeführt werden müssen: 
    • die allgemeinen Berücksichtigungsgrenzwerte nach Tabelle 1.1 der CLP-Verordnung (siehe oben im Auszug der Verordnung (EU) 2015/830)
    • die in Anhang I Teile 3 bis 5 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 angegebenen allgemeinen Konzentrationsgrenzwerte
    • die in Anhang VI Teil 3 der CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 „Harmonisierte Einstufung“ angegebenen spezifischen Konzentrationsgrenzwerte und M-Faktoren;
    • die Konzentrationsgrenzwerte, die im Anhang II "Besondere Vorschriften für die Kennzeichnung und Verpackung bestimmter Stoffe und Gemische" der CLP-Verordnung angegeben sind;
    • die spezifischen Konzentrationsgrenzwerte und M-Faktoren, die zur Aufnahme in das spezifische Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis gemäß CLP-Verordnung mitgeteilt werden;
  • Stoffe, für die es Arbeitsplatzgrenzwerte der Union gibt;
  • Stoffe, die gemäß den Kriterien des Anhangs XIII REACH-Verordnung PBT- oder vPvB-Stoffe sind, oder Stoffe (SVHC-Stoffe), die in das Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe (Anhang XIV CLP-Verordnung) aufgenommen wurden, wenn die Konzentration eines einzelnen Stoffs mindestens 0,1 % beträgt.

Als nicht als gefährlich eingestufte Gemische
Es müssen die Stoffe in einer Einzelkonzentration ab den folgenden Konzentrationsgrenzen aufgeführt werden:

  • 1 Gewichtsprozent bei nichtgasförmigen Gemischen und 0,2 Volumenprozent bei gasförmigen Gemischen für
    • Stoffe, die eine Gefahr für die Gesundheit oder die Umwelt  darstellen
    • Stoffe, für die Grenzwerte der Union für die Exposition am Arbeitsplatz festgelegt wurden;
  • Stoffe, die gemäß den Kriterien des Anhangs XIII REACH-Verordnung PBT- oder vPvB-Stoffe sind, oder Stoffe (SVHC-Stoffe), die in das Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe (Anhang XIV CLP-Verordnung) aufgenommen wurden, wenn die Konzentration eines einzelnen Stoffs mindestens 0,1 Gewichtsprozent beträgt.

Änderungen durch Verordnung (EU) Nr. 453/2010 (In Kraft seit 01.12.2010):

  • Neuer Unterabschnitt
  • Angabe der bisherigen Einstufung nach Stoff-Richtlinie und der GHS-Einstufung für die einzelnen Inhaltsstoffe
  • Angabe der M-Faktoren und der zulassungspflichtigen Stoffe
  • Regelungen zur Registrierungsnummer
  • Konzentrationsabhängige Reihenfolge der Stoff-Aufzählung

Änderungen durch Verordnung (EU) 2015/830 (gilt ab 01.06.2015):

  • Einfügen einer Tabelle mit den allgemeinen Berücksichtigungsgrenzen sowie den Konzentrationsgrenzwerten, ab denen ein Sicherheitsdatenblatt zur Verfügung gestellt werden muss.
 
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