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Glossar zum Thema Sicherheitsdatenblätter

Aerosole
sind, ganz allgemein, kolloide Systeme aus Gasen und darin verteilten festen oder flüssigen Teilchen, z. B. Nebel. In der Praxis meint man meist Spraydosen, bei denen Luft durch Treibgas ersetzt ist und deren flüssige Teilchen einen Wirkstoff enthalten.

 AGS
Der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) ist ein Beratergremium, dass das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in allen Fragen des Arbeitsschutzes zu Gefahrstoffen einschließlich der Einstufung und Kennzeichnung berät. Die Zusammensetzung und die Aufgaben des AGS sind in § 20 Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) geregelt. Zu den Aufgaben des Ausschusses gehört es, die allgemein anerkannten sicherheitstechnischen, arbeitsmedizinischen und hygienischen Regeln einschließlich der
Regeln über Einstufung, Sicherheitsinformation und Arbeitsorganisation sowie die sonstigen gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse für den Umgang mit Gefahrstoffen zu ermitteln. Desweiteren ermittelt der Ausschuss Regeln, wie die in den Vorschriften der Verordnung gestellten Anforderungen erfüllt werden können, und er prüft und schlägt Arbeitsplatzgrenzwerte und biologische Grenzwerte vor.

Alte Stoffe sind Stoffe, die im Bereich der Europäischen Gemeinschaften zwischen dem 1. Januar 1971 und dem 18. September 1981 im Handel waren. Sie sind im Altstoffverzeichnis der EG (EINECS) enthalten und durch eine EINECS-Nr. gekennzeichnet.
Mit REACH entfällt die Klassifizierung nach Neuen und Alten Stoffen.

Anzeigepflicht
Im Rahmen der zusätzlichen Vorschriften für den Umgang mit Asbest sind der zuständigen Behörde spätestens 7 Tage vor Beginn der Tätigkeiten mit Asbest anzuzeigen. Näheres hierzu ist im Anhang I, Nr. 2.4 GefStoffV beschrieben.

Arbeitgeber
im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes sind natürliche und juristische Personen und rechtsfähige Personengesellschaften, die Arbeitnehmer beschäftigen, einschließlich die zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten. Dem Arbeitgeber steht gleich, wer in sonstiger Weise selbstständig tätig wird, sowie Auftraggeber und Zwischenmeister im Sinne des Heimarbeitsgesetzes.

Arbeitnehmer
im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes ist, wer bei einem Arbeitgeber beschäftigt ist. Dem Arbeitnehmer im Sinne von § 2 (7) GefStoffV stehen andere Beschäftigte, insbesondere Beamte und in Heimarbeit Beschäftigte sowie Schüler und Studenten gleich. Siehe auch „Beruflicher Verwender“.

Arbeitsplatzgrenzwert (AGW)
ist die höchstzulässige Konzentration eines Arbeitsstoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der Luft am Arbeitsplatz, die nach dem gegenwärtigen Stand der Kenntnis die Gesundheit der Beschäftigten nicht beeinträchtigt und diese nicht unangemessen belästigt. Der Wert ist bezogen auf eine achtstündige Expositionszeit pro Arbeitsschicht und auf eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 40 Stunden.

Ätzend
nach § 3 GefStoffV und CLP-Verordnung sind Stoffe und Gemische die lebendes Gewebe bei Kontakt zerstören können.

Arzneimittel
unterliegen nicht dem ChemG und auch nicht der GefStoffV. Handel und Umgang mit ihnen regelt das Arzneimittelgesetz.

BG-Regelwerk
Bezeichnung für das Berufsgenossenschaftliche Vorschriften- und Regelwerk (BGVR). Dieses Verzeichnis enthält BG-Vorschriften (BGV), Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (BGR) sowie BG-Informationen (BGI) und sonstige Schriften der gewerblichen Berufsgenossenschaften. Die Schriften werden von der Berufsgenossenschaftlichen Zentrale für Sicherheit und Gesundheit (BGZ) des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften herausgegeben. Sie enthalten allgemein anerkannte sicherheitstechnische, arbeitsmedizinische und hygienische Regeln sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse.

Am 1.Mai 2014 wurde die Bezeichnung und die Nummerierung geändert. Aus BGV werden DGUV Vorschriften, aus BGR werden DGUV Regeln, aus BGI werden DGUV Informationen.  Aus den dreistelligen Nummern der BGR und BGI werden 6-stellige Nummern, wobei die ersten 3 Ziffern die Art und den Bereich angeben. So wird beispielsweise eine DGUV-Information des Fachbereichs Bauwesen mit der Zahl 201-xxx gekennzeichnet: 2 steht für die Information und 01 für den Fachbereich Bauwesen.

Biologischer Grenzwert (BGW)
Der biologische Grenzwert ist die beim Menschen höchstzulässige Menge eines Arbeitsstoffes bzw. eines Arbeitsstoffmetaboliten, die nach gegenwärtigem Stand der wissenschaftlichen Kenntnis die Gesundheit der Beschäftigten auch dann nicht beeinträchtigt, wenn sie am Arbeitsplatz regelhaft erzielt wird. Er kann als Konzentration, Bildungs- oder Ausscheidungsrate (Menge pro Zeiteinheit) definiert sein und gilt für gesunde Einzelpersonen.

Beförderung gefährlicher Güter
Das Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter regelt den innerstaatlichen und grenzüberschreitenden Verkehr mit Gefahrgütern. Die Gefahrgutklasse mit UN-Nummer und Klassifizierungscode, die auf den Begleitpapieren für Gefahrguttransporte angegeben sein müssen, geben Auskunft über die Art des jeweiligen Stoffes. Die Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB) betrifft den Verkehr auf der Straße, mit der Eisenbahn und in der Binnenschifffahrt und die Gefahrgutverordnung See (GGVSee) den auf dem Seeweg. Für den Luftweg gelten die Vorschriften der International Civil Avitation Organisation (ICAO), die von der International Air Transport Association (IATA) aufbereitet worden sind. Die entsprechenden Vorschriften für den internationalen Landverkehr sind im ADR/RID geregelt.

Begasung
dient zum Ausräuchern von Ungeziefer in Vorratsräumen, Schiffen, Gewächshäusern oder alten Bibliotheken. Als Begasungsmittel werden feste, flüssige oder gasförmige Stoffe eingesetzt. Weitere Einzelheiten sind im Anhang I, Nr. 4 GefStoffV und in der TRGS 512 geregelt.

Beruflicher Verwender
Die Rechte und Pflichten des Gefahrstoffrechtes beziehen sich in der Regel immer nur auf den gewerbsmäßigen Umgang, d. h. die berufliche Verwendung von Produkten. Nur in diesem Bereich sind die Vorschriften gültig. Die Anwendung im Privatbereich ist ausgeklammert.Ein beruflicher Verwender ist gemäß REACH-Verordnung ein nachgeschalteter Anwender.

Betriebsanweisung
In einer Betriebsanweisung werden die wesentlichen Gefahren und Maßnahmen für den sicheren Umgang mit Gefahrstoffen beschrieben. Anhand der Betriebsanweisung sind die Beschäftigten zu unterweisen. Näheres beschreibt § 14 GefStoffV und die TRGS 555.

Brandfördernd
nach § 3 GefStoffV sind Stoffe und Gemische, wenn sie in der Regel selbst nicht brennbar sind, aber bei Berührung mit brennbaren Materialien, überwiegend durch Sauerstoffabgabe, die Brandgefahr und die Heftigkeit eines Brandes beträchtlich erhöhen. Organische Peroxide gelten allgemein als brandfördernd.
Gemäß CLP-Verordnung werden diese Stoffe und Gemische als oxidierend bezeichnet.

CLP-Verordnung
Die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP-Verordnung) ist im Januar 2009 in der EU in Kraft getreten und unmittelbar in jedem europäischen Mitgliedstaat gültig. Sie beinhaltet die Umsetzung von GHS, dem weltweit einheitlichen System zur Einstufung und Kennzeichnung von chemischen Stoffen und Gemischen, in Europa.

CMR
Abkürzung für karzinogen (krebserzeugend), mutagen (erbgutverändernd) und reproduktionstoxisch (fortpflanzungsgefährdend).

Control-Banding-Ansatz
Der Control-Banding-Ansatz ist ein Modellansatz, bei dem die zu erwartende Konzentration eines Stoffes in der Luft abgeleitet wird und diese Luftkonzentration mit geeigneten Schutzmaßnahmen verknüpft wird. Die Höhe der Exposition am Arbeitsplatz wird somit durch das Expositionspotenzial und die verwendeten Schutzmaßnahmen bestimmt. Gefahrstoffmessungen bzw. Arbeitsplatzgrenzwerte werden nicht benötigt. Das Schutzniveau wird schon dann als ausreichend angesehen, wenn die abgeschätzte Belastung innerhalb oder unterhalb des anzustrebenden Luftkonzentrationsbereiches liegt.
Das Einfache Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe (EMKG) der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin beruht auf diesem Ansatz, ebenso die COSHH-Essentials.

Definitionsprinzip
Stoffe werden, wenn keine harmonisierte Einstufung in Anhang VI der CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 vorliegt, vom Inverkehrbringer eingestuft (Definitionsprinzip). Die Kriterien der Einstufung  sind im Anhang I der CLP-Verordnung enthalten.

DNEL (Derived No-Effect level)
Der DNEL ist die Expositionskonzentration eines Stoffes, bei der keine gesundheitsschädliche Wirkung für den Menschen besteht.
Die REACH-Verordnung fordert für als gefährlich eingestufte Stoffe sowie PBT- oder vPvB-Stoffe, die in Mengen von 10 Tonnen oder mehr pro Jahr hergestellt oder importiert werden, für die Registrierung die Ableitung eines DNEL-Wertes.

Einführer
im Sinne von § 3 Nr. 8 ChemG ist eine natürliche oder juristische Person oder eine nicht rechtsfähige Personenvereinigung, die einen Stoff, eine Zubereitung oder ein Erzeugnis in den Geltungsbereich des Chemikaliengesetzes verbringt; kein Einführer ist, wer lediglich einen Transitverkehr unter zollamtlicher Überwachung durchführt, soweit keine Be- oder Verarbeitung erfolgt.

Einstufung
im Sinne von § 3 Nr. 6 ChemG ist die Zuordnung von Stoffen und Gemischen zu mindestens einem Gefährlichkeitsmerkmal. Die Kriterien für die Einstufung von Stoffen und Gemischen sind in Anhang I CLP-Verordnung enthalten.

Entzündbare Flüssigkeiten 
sind flüssige Stoffe und Gemische, wenn sie einen Flammpunkt im Bereich von 23 °C bis einschließlich 60 °C haben.
In der CLP-Verordnung wird zwischen entzündbaren Gasen, entzündbaren Flüssigkeiten und entzündbaren Feststoffen unterschieden.

Ersatzstoff
siehe „Substitution“

Erbgutverändernd (mutagen)
nach § 3 GefStoffV sind Stoffe und Gemische, die beim Einatmen, Verschlucken oder bei Aufnahme über die Haut vererbbare genetische Schäden zur Folge haben oder deren Häufigkeit erhöhen können. Dies geschieht durch Veränderung des Informationsgehaltes des genetischen Materials (Mutation) an Keimzellen. Diese Veränderungen können sowohl an Genen als auch an Chromosomen verursacht werden. Der Nachweis kann durch eindeutige epidemiologische Befunde oder durch Tierversuche erbracht werden.
In der CLP-Verordnung wird der Begriff mutagen verwendet.

Erzeugnisse
sind gemäß REACH-Verordnung Gegenstände, die bei der Herstellung eine spezifische Form, Oberfläche oder Gestalt erhalten, die in größerem Maße als die chemische Zusammensetzung ihre Funktion bestimmt.

Explosionsgefährlich
nach § 3 GefStoffV sind Stoffe und Gemische, wenn sie in festem, flüssigen, pastenförmigen oder gelatinösen Zustand auch ohne Beteiligung von Luftsauerstoff exotherm und unter schneller Entwicklung von Gasen reagieren können und unter festgelegten Prüfbedingungen detonieren, schnell deflagrieren oder beim Erhitzen unter teilweisem Einschluss explodieren. Als Vergleichssubstanz für die Empfindlichkeit gegenüber Reibung und Stoß dient der Stoff Dinitrobenzol.
In der CLP-Verordnung wird der Begriff explosive Stoffe und Gemische verwendet.

Explosionsgrenzen
sind Grenzkonzentrationen eines brennbaren Gases oder Dampfes in Mischung mit Luft oder einem anderen Sauerstoff enthaltenden Gas, zwischen denen das Gas-/Luft-Gemisch durch eine Zündquelle (z. B. Erhitzen oder Funken) zur Explosion gebracht werden kann. Sie sind druck- und temperaturabhängig und werden als Konzentration des brennbaren Gases in Vol.-% oder g/m³ angegeben.

Fachkunde
Fachkundig im Sinne der Gefahrstoffverordnung ist, wer zur Ausübung einer in dieser Verordnung bestimmten Aufgabe befähigt ist. Die Anforderungen an die Fachkunde sind abhängig von der jeweiligen Art der Aufgabe. Zu den Anforderungen zählen eine entsprechende berufliche Tätigkeit sowie die Teilnahme an spezifischen Fortbildungsmaßnahmen. (§2 (16) GefStoffV)

Flammpunkt
ist die niedrigste Temperatur, bei der sich aus einer Flüssigkeit bei 1013 mbar (hPa) Dämpfe in solchen Mengen entwickeln, dass sie mit der darüberstehenden Luft ein entflammbares Gemisch ergeben. Der Flammpunkt ist ein wichtiges Vergleichsmaß für die Feuergefährlichkeit von brennbaren Flüssigkeiten.

Fortpflanzungsgefährdend (reproduktionstoxisch)
nach § 3 GefStoffV sind Stoffe und Gemische, wenn sie beim Einatmen, Verschlucken oder bei Aufnahme über die Haut nicht vererbbare Schäden der direkten Nachkommenschaft (fruchtschädigend) hervorrufen oder deren Häufigkeit erhöhen können oder eine Beeinträchtigung der männlichen oder weiblichen Fortpflanzungsfunktionen oder -fähigkeit zur Folge haben können. Der Nachweis kann durch eindeutige epidemiologische Befunde oder durch geeignete Tierversuche erbracht werden.

Fruchtschädigend
siehe „Fortpflanzungsgefährdend (reproduktionstoxisch)“

Gefahrgutverordnung
Diese Verordnung regelt die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB). Sie erlegt den an der Beförderung gefährlicher Güter Beteiligten (Absender, Verlader, Fahrzeugführer und Halter, Empfänger) umfangreiche Maßnahmen auf, um Schadensfälle zu verhindern und bei Eintritt eines Schadens dessen Umfang so gering wie möglich zu halten.

Gefährliche Stoffe oder Gemische
im Sinne des § 3 a Abs. 1 ChemG sind Stoffe und Gemische mit folgenden Eigenschaften:

explosionsgefährlich (explosiv) 
brandfördernd (oxidierend)
extrem entzündbar 
leicht entzündbar 
entzündbar 
-    sehr giftig (akut toxisch, STOT
-    giftig (akut toxisch, STOT)
-    gesundheitsschädlich (akut toxisch, STOT, aspirationstoxisch)
ätzend 
reizend 
sensibilisierend 
krebserzeugend (karzinogen)
fortpflanzungsgefährdend (reproduktionstoxisch)
erbgutverändernd (mutagen) 
umweltgefährlich

Gefahrstoff
In der GefStoffV wurde der Begriff erweitert auf:
1. Gefährliche Stoffe und Gemische nach §3 (GefStoffV),
2. Stoffe, Gemische und Erzeugnisse, die explosionsfähig sind,
3. Stoffe, Gemische und Erzeugnisse, aus denen bei der Herstellung oder Verwendung Stoffe und Gemischen nach den Nummern 1 oder 2 entstehen oder freigesetzt werden können,
4. Stoffe und Gemische, die die Kriterien nach den Nummern 1 bis 3 nicht erfüllen, aber auf Grund ihrer physikalisch-chemischen, chemischen oder toxischen Eigenschaften und der Art und Weise, wie sie am Arbeitsplatz vorhanden sind oder verwendet werden, die Gesundheit und die Sicherheit der Beschäftigten gefährden können,
5. alle Stoffe, denen ein Arbeitsplatzgrenzwert zugewiesen worden ist.

Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)
Ziel dieser Verordnung ist es, den Menschen und die Umwelt vor stoffbedingten Schädigungen zu schützen. Sie beinhaltet Regelungen zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung gefährlicher Stoffe, Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen und Beschränkungen für das Herstellen und Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe, Gemische und Erzeugnisse. 

Gefahrstoffverzeichnis
Alle im Betrieb ermittelten Gefahrstoffe (im Betrieb hergestellt oder verwendet) müssen in einem Gefahrstoffverzeichnis aufgelistet werden. Die Mindestanforderungen zur Erstellung eines Gefahrstoffverzeichnisses sind in § 6 (12) GefStoffV festgelegt und werden in der TRGS 440 präzisiert.

Gefahrenhinweise
Texte, die in standardisierter Form (R-Sätze bzw. H-Sätze) auf besondere Gefahren von Stoffen und Gemischen hinweisen.

Gefahrenpiktogramm
gibt in grafischer Form erste warnende Hinweise auf gefährliche Eigenschaften von Stoffen und Gemischen. Gefahrenpiktogramme sind neue Kennzeichnungselemente der CLP-Verordnung. Es sind rautenförmige Piktogramme mit rotem Rand und schwarzem Symbol auf weißem Hintergrund.

Gefahrensymbol
gibt in grafischer Form erste warnende Hinweise auf gefährliche Eigenschaften von Stoffen und Gemischen. Sie sind orangefarben und sind Kennzeichnungselemente der Stoff- und Zubereitungs-Richtlinie, die am 1.6.2015 außer Kraft gesetzt wurden.

Gefährdungsbeurteilung
Die Gefährdungsbeurteilung steht bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen in dem betrieblichen Mittelpunkt. Die Beurteilung ist vom Arbeitgeber unabhängig von der Zahl der Beschäftigten durchzuführen. Die Gefährdungsbeurteilung ist vor der Aufnahme der Tätigkeit von einer fachkundigen Person tätigkeitsbezogen zu erstellen, zu dokumentieren und dient als Basis für die zu ergreifenden innerbetrieblichen Maßnahmen. Der Gesetzgeber lässt auch „mitgelieferte“ Gefährdungsbeurteilungen zu, wenn die Tätigkeiten entsprechend den dort gemachten Angaben durchführt werden.

Gefährliche Abfälle
Die bisher als besonders überwachungsbedürftige Abfälle bezeichneten Abfälle werden nach der Änderung des Kreislaufwirtschaft- und Abfallgesetzes (KrW-/AbfG) als gefährliche Abfälle bezeichnet. Von ihnen wird angenommen, dass sie mindestens eine gefahrenrelevante Eigenschaft nach Chemikalienrecht besitzen und somit eine potentielle Gefahr für die Gesundheit und/oder der Umwelt darstellen.

Gemisch
im Sinne der CLP-Verordnung ist ein Gemisch oder eine Lösung, die aus zwei oder mehr Stoffen besteht.

Gesundheitsschädlich
nach § 3 GefStoffV sind Stoffe und Gemische, wenn sie beim Einatmen, Verschlucken oder bei Aufnahme über die Haut zum Tode führen oder akute oder chronische Gesundheitsschäden verursachen können oder für die ein begründeter Verdacht besteht, dass sie krebserzeugend, fruchtschädigend oder erbgutverändernd sind.

Gewerblicher Abnehmer
siehe „Beruflicher Verwender“

GHS
GHS ist ein weltweit einheitliches System zur Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Gemischen. Es wurde von den Vereinten Nationen entwickelt, um weltweit ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu schaffen und gleichzeitig den Welthandel zu vereinfachen. Die GHS-Regelungen zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien wurden mit der CLP-Verordnung in europäisches Recht umgesetzt.

Giftig
nach § 3 GefStoffV sind Stoffe und Gemische, wenn sie in geringer Menge beim Einatmen, Verschlucken oder bei Aufnahme über die Haut zum Tode führen oder akute oder chronische Gesundheitsschäden verursachen können.

H-Sätze
sind die Gefahrenhinweise gemäß CLP-Verordnung, die dort in Anhang III aufgeführt sind. Sie gehören zur Einstufung und Kennzeichnung eines Stoffes oder Gemisches.

Gute Laborpraxis (GLP)
ist geregelt im § 19 a ChemG, siehe auch Anhang I ChemG. Gute Laborpraxis (GLP) befasst sich mit dem organisatorischen Ablauf und den Bedingungen, unter denen Laborprüfungen geplant, durchgeführt und überwacht werden sowie mit der Aufzeichnung und Berichterstattung der Prüfung.

Hersteller
im Sinne von § 3 Nr. 7 ChemG ist eine natürliche oder juristische Person oder eine nicht rechtsfähige Personenvereinigung, die einen Stoff, ein Gemisch oder ein Erzeugnis herstellt oder gewinnt.

Hochentzündlich (Extrem entzündbar)
nach § 3 GefStoffV sind Stoffe und Gemischen, wenn sie in flüssigem Zustand einen extrem niedrigen Flammpunkt und einen niedrigen Siedepunkt haben oder wenn sie als Gase bei gewöhnlicher Temperatur und Normaldruck in Mischung mit Luft einen Explosionsbereich haben.

IFA
Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung ist das Forschungs- und Prüfinstitut der gesetzlichen Unfallversicherungsträger in Deutschland.

Inverkehrbringen
ist die Abgabe an Dritte oder die Bereitstellung für Dritte; das Verbringen in den Geltungsbereich des Chemikaliengesetzes gilt ebenfalls als Inverkehrbringen, soweit es sich nicht lediglich um einen Transitverkehr unter zollamtlicher Überwachung handelt.

Kennzeichnung
Mittel zur Warnung an jeden, der mit gefährlichen Stoffen/Gemischen umgeht. Verpackungen, die gefährliche Stoffe/Gemische enthalten, sind in der Regel entsprechend der Einstufung gekennzeichnet. Grundsätzliche Bestimmungen zur Kennzeichnung enthält die CLP-Verordnung. Daneben gibt es noch zahlreiche Sonderbestimmungen. (siehe auch „TRGS 200“)

Konventionelle Methode
Bei Gemischen bezeichnet man als konventionelle Methode das Berechnungsverfahren zur Einstufung als gesundheitsgefährdend oder umweltgefährlich nach der EG-Zubereitungsrichtlinie 1999/45/EWG. Dieses Prinzip kann auch bei der Einstufung bemäß der CLP-Verordnung angewendet werden.

Konzentrationsgrenzwert
bezeichnet den Schwellenwert für eingestufte Verunreinigungen, Beimengungen oder einzelne Stoff- oder Gemischbestandteile, dessen Erreichen oder Überschreiten eine Einstufung des Stoffes bzw. Gemisches nach sich ziehen kann.
Allgemeine Konzentrationsgrenzwerte sind in Anhang I Teil 1 CLP-Verordnung (EU) Nr. 1272/2008 angegeben.
Spezifische Konzentrationsgrenzwerte sind stoffspezifische Konzentrationsgrenzwerte. So sind z.B. im Anhang VI Teil 3 der CLP-Verordnung für einige harmonisiert eingestufte und gekennzeichnete gefährliche Stoffe spezifische Konzentrationsgrenzwerte angegeben. Ebenso kann der Hersteller spezifische Konzentrationsgrenzwerte für nicht in Anhang VI Teil 3 der CLP-Verordnung angegebene Stoffe festlegen.

Krebserzeugend (karzinogen)
nach § 3 GefStoffV sind Stoffe und Gemische, wenn sie beim Einatmen, Verschlucken oder bei Aufnahme über die Haut Krebs erregen oder die Krebshäufigkeit erhöhen können. Die Kennzeichnung von krebserzeugenden Stoffen und Gemischen ist in der EG abschließend geregelt. Für den Umgang können jedoch weitere Stoffe den krebserzeugenden Stoffen gleichgestellt werden. Solche Stoffe werden in der TRGS 905 entsprechend bezeichnet.

Lagern
ist das Aufbewahren oder Bereitstellen von Produkten zum Transport oder zur Verwendung über einen Zeitraum von mehr als 24 Stunden.

LC50 (letale oder tödliche Konzentration)
ist diejenige Konzentration eines Stoffes oder eines Gemisches, die nach Aufnahme über die Atemwege von Versuchstieren der gleichen Art innerhalb eines bestimmten Zeitraumes die Hälfte der Versuchstiere innerhalb eines festgelegten Zeitraumes tötet. Sie wird ausgedrückt in mg/l Luft pro angegebener Zeit.

LD50 (letale oder tödliche Dosis)
ist diejenige Menge eines Stoffes oder eines Gemisches, die nach Verbringen in den Magen oder auf die Haut von Versuchstieren der gleichen Art von deren Körper aufgenommen wird und die Hälfte der Versuchstiere innerhalb eines festgelegten Zeitraumes (meist 24 Stunden) tötet. Sie wird ausgedrückt in mg/kg Körpergewicht.

Legaleinstufung (harmonisierte Einstufung)
Als Legaleinstufung (nach CLP-Verordnung: harmonisierte Einstufung) bezeichnet man die Einstufung eines Stoffes entsprechend den Vorgaben im Anhang VI der CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (GHS). Im Gegensatz dazu steht die Methode nach dem Definitionsprinzip, der Einstufung durch den Inverkehrbringer.

Leichtentzündlich (leicht entzündbar)
nach § 3 GefStoffV sind Stoffe und Gemische, wenn sie sich an der Luft bei gewöhnlicher Temperatur ohne Energiezufuhr erhitzen und schließlich entzünden können, wenn sie in festem Zustand durch kurzzeitige Einwirkung einer Zündquelle leicht entzündet werden können und nach deren Entfernen in gefährlicher Weise weiterbrennen oder weiterglimmen, wenn sie in flüssigem Zustand einen sehr niedrigen Flammpunkt haben, oder wenn sie bei Berührung mit Wasser oder mit feuchter Luft hochentzündliche Gase in gefährlicher Menge entwickeln.

M-Faktor
Der M-Faktor ist ein Begriff aus der CLP-Verordnung, die am 20.1.2010 in Kraft getreten ist, und bezeichnet einen Multiplikationsfaktor für umweltgefährdende Stoffe. Für Stoffe, die als akut gewässergefährdend, Kategorie 1, oder als chronisch gewässergefährdend, Kategorie1 eingestuft sind, und eine hohe aquatische Toxizität haben, können M-Faktoren festgelegt werden, die bei der Einstufung von Gemischen bezüglich Gewässergefährdung berücksichtigt werden.

Mutagen
siehe „Erbgutverändernd“

Nachgeschaltete Anwender
Nachgeschaltete Anwender gemäß REACH-Verordnung sind natürliche oder juristische Personen mit Sitz in der EU, die im Rahmen ihrer industriellen oder gewerblichen Tätigkeit einen Stoff als solchen oder in einem Gemisch verwenden.

Neue Stoffe
sind Stoffe, die nach dem 18. September 1981 erstmals im Bereich des Europäischen Wirtschaftsraumes in Verkehr gebracht worden sind. Sie unterscheiden sich von alten Stoffen u. a. dadurch, dass sie bei einer Anmeldestelle in der Europäischen Union angemeldet worden sind. Sie sind in einem Verzeichnis der Neuen Stoffe (ELINCS) enthalten und mit einer ELINCS-Nummer gekennzeichnet, die mit einer 3 oder 4 beginnt, während die EINECS-Nummer (siehe „Alte Stoffe“) mit einer 2 beginnt.
Mit REACH entfällt die Klassifizierung nach Neuen und Alten Stoffen.

P-Sätze
sind die Sicherheitshinweise gemäß CLP-Verordnung, die dort in Anhang IV aufgeführt sind. Sie gehören zur Kennzeichnung eines Stoffes oder Gemisches.

PBT-Stoffe
Dieser Begriff wurde mit der REACH-Verordung eingeführt. PBT-Stoffe sind persistente, bioakkumulierbare und toxische Stoffe. Die Kriterien sind in Anhang XIII der REACH-Verordnung angegeben.

Polymere
sind Stoffe, die aus Molekülen bestehen, die durch eine Kette einer oder mehrerer Arten von Monomereinheiten gekennzeichnet sind und die eine einfache Gewichtsmehrheit von Molekülen mit mindestens drei Monomereneinheiten enthalten, die zumindest mit einer weiteren Monomereinheit oder einem sonstigen Reaktanden eine kovalente Bindung eingegangen sind. Sie zeichnen sich durch eine Verteilung des Molekulargewichtes aus. Zur Erfüllung der gesetzlichen Definition müssen noch andere Vorgaben erfüllt werden.

Produkte für private Endverbraucher
Der Regelungsbereich der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) umfasst zunächst den Schutz des Menschen vor „arbeitsbedingten“ Gesundheitsgefahren. Im Privatbereich greifen daher die meisten Regelungen nicht. Für Produkte (Stoffe und Gemische), die auch für den privaten Endverbraucher („für jedermann“) erhältlich sind, gelten im Bereich der Kennzeichnung und Verpackung zusätzliche Anforderungen.

R-Sätze
enthalten Hinweise auf besondere Gefahren, die beim Umgang mit dem betreffenden Stoff oder Gemisch auftreten können. Sie sind ein Kennzeichnungselement der Stoff- und Zubereitungs-Richtlinien, die zum 1.6.2016 außer Kraft gesetzt wurden.

REACH
REACH ist die Kurzbezeichnung für die Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18.Dezember 2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH), zur Schaffung einer Europäischen Agentur für chemische Stoffe, zur Änderung der Richtlinie 1999/45/EG und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 793/93 des Rates, der Verordnung (EG) Nr. 1488/94 der Kommission, der Richtlinie 76/769/EWG des Rates sowie der Richtlinien 91/155/EWG, 93/67/EWG, 93/105/EG und 2000/21/EG der Kommission.

Reizend
nach § 3 GefStoffV sind Stoffe und Gemische, wenn sie – ohne ätzend (siehe dort) zu sein – bei kurzzeitigem, länger andauerndem oder wiederholtem Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut eine Entzündung hervorrufen können.

Sachkundig
im Sinne der Chemikalienverbotsverordnung sind Personen, die von der zuständigen Behörde durchgeführte Prüfung bestanden oder auf Grund seiner Ausbildung z. B. als Pharmazieingenieur, Apotheker etc. ohnehin hinreichend sachkundig ist.
Sachkundig gemäß §2 (17) GefStoffV ist, wer seine bestehende Fachkunde durch Teilnahme an einem behördlich anerkannten Sachkundelehrgang erweitert hat. In Abhängigkeit vom Aufgabengebiet kann es zum Erwerb der Sachkunde auch erforderlich sein, den Lehrgang mit einer erfolgreichen Prüfung abzuschließen. Sachkundig ist ferner, wer über eine von der zuständigen Behörde als gleichwertig anerkannte oder in dieser Verordnung als gleichwertig bestimmte Qualifikation verfügt.

S-Sätze
geben Sicherheitsratschläge, die beim Umgang mit dem betreffenden Stoff oder Gemisch beachtet werden müssen. Sie sind ein Kennzeichnungselement der Stoff- und Zubereitungs-Richtlinien, die zum 1.6.2016 außer Kraft gesetzt wurden.

Schädlingsbekämpfung
im Sinne von Anhang I, Nr. 3 GefStoffV ist die Anwendung von Stoffen und Gemischen zu dem Zweck, Schädlinge und Schadorganismen oder lästige Organismen unschädlich zu machen oder zu vernichten.

Schädlingsbekämpfungsmittel
sind entweder Pflanzenschutzmittel im Sinne des Pflanzenschutzgesetzes oder Biozid-Produkte gemäß Chemikaliengesetz.

Sehr giftig
nach § 3 GefStoffV sind Stoffe und Gemische, wenn sie in sehr geringen Mengen beim Einatmen, Verschlucken oder bei der Aufnahme über die Haut zum Tode führen oder akute oder chronische Gesundheitsschäden verursachen können.

Sensibilisierend
im Sinne von § 3 GefStoffV sind Stoffe und Gemische, wenn sie beim Einatmen oder bei Aufnahme über die Haut Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen können, so dass bei künftiger Exposition gegenüber dem Stoff oder des Gemisches charakteristische Störungen auftreten.

Sicherheitsdatenblatt
ist das Informationsmittel, das dem Anwender von gefährlichen Stoffen und Gemischen helfen soll, die Einrichtung von Arbeitsplätzen und den Arbeitsschutz beim Umgang mit Gefahrstoffen zweckmäßig zu organisieren. Gemäß der REACH-Verordnung hat jeder Hersteller oder Einführer den Abnehmern von gefährlichen Stoffen und Gemischen spätestens bei der ersten Lieferung des Stoffes oder des Gemisches ein Sicherheitsdatenblatt zu übermitteln. Der Inhalt des Sicherheitsdatenblattes muss der REACH-Verordnung Nr. 1907/2006 entsprechen.

Signalwort
ist ein neues Kennzeichnungselement der CLP-Verordnung. Es gibt Auskunft über den relativen Gefährdungsgrad. „Gefahr“ steht für die schwerwiegendere, „Achtung“ für die weniger schwerwiegendere Gefahrenkategorie.

Stand der Technik
im Sinne des § 2 Abs. 15 GefStoffV ist der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen und Betriebsweisen, die die praktische Eignung einer Maßnahme zum Schutz der Gesundheit der Beschäftigten gesichert erscheinen lässt. Bei der Bestimmung des Standes der Technik sind insbesondere vergleichbare Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen heranzuziehen, die mit Erfolg in der Praxis erprobt worden sind. Gleiches gilt für den Stand der Arbeitsmedizin und Arbeitsplatzhygiene.

Stoff
im Sinne der CLP-Verordnung ist ein chemisches Element und seine Verbindungen in natürlicher Form oder gewonnen durch ein Herstellungsverfahren, einschließlich der zur Wahrung seiner Stabilität notwendigen Zusatzstoffe und der durch das angewandte Verfahren bedingten Verunreinigungen, aber mit Ausnahme von Lösungsmitteln, die von dem Stoff ohne Beeinträchtigung seiner Stabilität und ohne Änderung seiner Zusammensetzung abgetrennt werden können.

Substitution
Wenn ein Arbeitgeber festgestellt hat, dass in seinem Betrieb mit Gefahrstoffen umgegangen wird, muss er etwas unternehmen. Dabei kann es einfacher sein, die gefährlichen Stoffe zu ersetzen, d. h. durch einen weniger gefährlichen Stoff (Ersatzstoff) zu substituieren, als Schutz- und Überwachungsmaßnahmen durchzuführen. Die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) verpflichtet den Unternehmer zur Prüfung auf Möglichkeit einer Substitution, wenn ihm dies zumutbar ist. Für krebserzeugende und erbgutverändernde Stoffe gelten zusätzliche Anforderungen, sie müssen nahezu immer ersetzt werden.

SVHC-Substanzen
sind gemäß REACH-Verordnung besonders besorgniserregende Stoffe („substances of very high concern“) und können unter die Zulassung fallen.

Tätigkeit
Eine Tätigkeit ist jede Arbeit, bei der Stoffe, Gemische oder Erzeugnisse im Rahmen eines Prozesses einschließlich Produktion, Handhabung, Lagerung, Beförderung, Entsorgung und Behandlung verwendet werden oder verwendet werden sollen oder bei der Stoffe oder Gemische entstehen oder auftreten. Hierzu gehören insbesondere das Verwenden im Sinne des § 3 Nr. 10 des Chemikaliengesetzes sowie das Herstellen. Tätigkeiten im Sinne dieser Verordnung sind auch Bedien- und Überwachungsarbeiten, sofern diese zu einer Gefährdung von Beschäftigten durch Gefahrstoffe führen können.

Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS)
Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) geben den Stand der sicherheitstechnischen, arbeitsmedizinischen, hygienischen sowie arbeitswissenschaftlichen Anforderungen an Gefahrstoffe hinsichtlich Inverkehrbringen und Umgang wieder. Sie werden vom Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) aufgestellt und von ihm der Entwicklung entsprechend angepasst. Die TRGS werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) im Bundesarbeitsblatt bekannt gegeben.

Teratogen
siehe „Fortpflanzungsgefährdend“ (reproduktionstoxisch)

Transportgenehmigung
Abfälle, die beseitigt werden, dürfen gewerbsmäßig nur mit einer abfallrechtlichen Genehmigung transportiert werden. Solche Abfalltransporte sind mit einem „A“-Schild zu kennzeichnen.

Umweltgefährlich
im Sinne von § 3 GefStoffV sind Stoffe und Gemische, die selbst oder deren Umwandlungsprodukte geeignet sind, die Beschaffenheit des Naturhaushalts von Wasser, Boden oder Luft, Klima, Tieren, Pflanzen oder Mikroorganismen derart zu verändern, dass dadurch sofort oder später Gefahren für die Umwelt herbeigeführt werden können.

Unterweisung
Im Rahmen einer Unterweisung müssen Beschäftigte anhand der Betriebsanweisung über die an ihrem Arbeitsplatz bestehenden Gefahren und Schutzmaßnahmen bei der Verwendung von Gefahrstoffen informiert werden. Näheres siehe auch „TRGS 555“.

vPvB-Stoffe
Dieser Begriff wurde mit der REACH-Verordung eingeführt. vPvB-Stoffe sind sehr persistente und sehr bioakkumulierbare Stoffe. Die Kriterien sind in Anhang XIII der REACH-Verordnung angegeben.

VEK
ist die Abkürzung für Verwendungs- und Expositionskategorie. Gemäß REACH-Verordung ist es ein Expositionsszenario, das ein breites Spektrum von Verfahren oder Verwendungen abdeckt.

Verharmlosende Angaben
wie „nicht giftig“ oder „nicht gesundheitsschädlich“ o. ä. dürfen nicht auf Verpackungen o. ä. angebracht werden. Der „blaue Engel“ gilt nicht als verharmlosende Angabe in diesem Sinne.

Wassergefährdende Stoffe
werden nach der Verwaltungsvorschrift wassergefährdender Stoffe (VwVwS) in drei Wassergefährdungsklassen (WGK):
1. schwach wassergefährdend
2. wassergefährdend
3. stark wassergefährdend eingestuft

 
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