Auf Europas
Baustellen herrschen in
punkto Arbeitssicherheit schlechtere Bedingungen als in anderen
Branchen. Hunderttausende Arbeitsunfälle jährlich und
erhebliche Gesundheitsrisiken sorgen für Reibungsverluste bei
der Produktion. Deshalb steht Europas Bauwirtschaft mit ihren 12,7
Millionen Beschäftigten im Mittelpunkt der
Europäischen Woche 2004 "für Sicherheit und
Gesundheit bei der Arbeit". Unternehmer, Beschäftigte und
Experten wollen am 21. Oktober 2004 in neun deutschen Städten
gleichzeitig beraten, wie Arbeitsbedingungen und
Betriebsabläufe und damit die Konkurrenzfähigkeit auf
europäischer Ebene verbessert werden können. Das
teilt die Arbeitsgemeinschaft der Bau-Berufsgenossenschaften in
Frankfurt am Main mit.
Arbeits- und Gesundheitsschutz sind wichtige Bausteine für die
Wettbewerbsfähigkeit. Die Veranstaltungen zum Thema
"Wirtschaftlich + sicher bauen!" werden am 21. Oktober 2004 von 10.00
bis 15.00 Uhr gleichzeitig in Berlin, Frankfurt am Main, Haan/
Rheinland, Hamburg, Hannover, Ingolstadt, Leipzig, Ludwigshafen und
Stuttgart stattfinden. Unternehmer, Beschäftigte,
Sicherheitsexperten, Architekten und Planer suchen nach Wegen, wie der
Betriebsablauf und die Organisation des Arbeitsschutzes verbessert und
Gesundheitsrisiken abgebaut werden können. Eingeladen haben
die Berufsgenossenschaften der Bauwirtschaft zusammen mit den
Arbeitgeberverbänden und der IG BAU. Interessenten, vor allem
aus den Unternehmen, sind willkommen.
Mit einem Jahresumsatz von über 900 Milliarden Euro ist
Europas Baubranche eine der wichtigsten Wirtschaftszweige. Dennoch
tragen Bauarbeiter weltweit ein dreifach höheres Risiko, bei
einem Arbeitsunfall getötet zu werden, als
Beschäftigte anderer Branchen. Jährlich sterben 1.300
Beschäftigte auf Europas Baustellen. Trotz vieler Erfolge und
Arbeitsschutz-Initiativen wie die Aktionen "Netzwerk Baustelle" und
"Sicherer Auftritt" gegen häufige Stolper-, Rutsch- und
Sturzunfälle, so die Bau-BG, macht die deutsche Bauwirtschaft
keine Ausnahme. Mit 73,12 meldepflichtigen Arbeitsunfällen pro
1.000 Vollarbeitern war die Unfallquote im Jahr 2003 noch immer
deutlich mehr als doppelt so hoch wie die der gesamten gewerblichen
Wirtschaft.
Mit dem Schwerpunkt "sicher bauen" der Europäischen Woche 2004
soll das Bewusstsein für Sicherheitsprobleme am Bau geweckt
und ein Austausch von guten und praktischen Lösungen
gefördert werden. Im Rahmen eines Wettbewerbes hat der
Veranstalter, die Europäische Agentur für Sicherheit
und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in Bilbao/Spanien, die Suche nach
innovativen Lösungswegen angestoßen. An dem
Wettbewerb beteiligen sich Unternehmen und Organisatoren aus
über 30 Staaten, darunter viele Beitrittsländer zur
Europäischen Union.
