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Rekordtief bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
Arbeitsschutz-Initiativen in der Bauwirtschaft wirken:
(19.08.2004)

"Gefahr erkennen, Unfall vermeiden, so lautet unser Motto, gerade weil das Unfallrisiko am Bau deutlich über dem anderer Branchen liegt. Diese Haltung schlägt sich in einem erfreulichen Trend nieder: "Die Unfallzahlen konnten - auch konjunkturbereinigt - auf den niedrigsten Stand seit 1960 gesenkt werden". Das sagte Jutta Vestring, designiertes Geschäftsführungsmitglied der ab Mai 2005 vereinigten Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, am 19. August 2004 in Frankfurt am Main. Die rückläufigen Unfall- und Berufskrankheitenzahlen erklärte Vestring vor allem mit zielgerichteten Aktivitäten zur Prävention.

Bundesweit registrierten die Berufsgenossenschaften der Bauwirtschaft im Jahre 2003 insgesamt 155.032 Arbeitsunfälle. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um 26.452. Gegenüber 1994, als die Zahl der Unfälle noch 390.744 betragen hatte, sind die Arbeitsunfälle sogar um knapp 236.000 zurückgegangen. Die Quote der Arbeitsunfälle (je 1.000 Vollarbeiter), die das Unfallgeschehen auch konjunkturbereinigt darstellt, verringerte sich 2003 gegenüber dem Vorjahr um 7,3 Prozent. Seit 1994 ist die reale Unfallhäufigkeit sogar um mehr als 38 Prozent zurückgegangen.

Während sich im Jahr 2003 in allen Wirtschaftszweigen 735 tödliche Arbeitsunfälle ereigneten, verzeichneten die Berufsgenossenschaften der Bauwirtschaft im gleichen Jahr 163 tödliche Unfälle. Das waren sechs Unfälle weniger als im Vorjahr und - bezogen auf die Unfallquote - ein Rückgang von 27 Prozent seit 1994.

Herbeigeführt haben die langfristig positive Entwicklung im Unfallgeschehen, so Vestring, wirksame Maßnahmen zur Prävention. Beispiele aus den letzten Jahren seien zielgruppenbezogene Aktionen, etwa gegen Absturzgefahren oder Schulungen im Rahmen des Unternehmermodells. dieses Modell hatten die Berufsgenossenschaften entwickelt, um die sicherheitstechnische Betreuung praxisnah auf Klein- und Mittelbetriebe auszudehnen. Auf dieser Grundlage können die Unternehmer den betrieblichen Arbeitsschutz steuern und im Bedarfsfall beurteilen, ob eine zusätzliche Beratung durch eine externe Fachkraft für Arrbeitssicherheit benötigt wird.

Präventive Wirkung haben auch die auf einen konkreten Anlass bezogenen Baustellenbegehungen und Beratungen der Technischen Aufsichtsbeamten. Diese sind von wesentlicher Bedeutung, um Unfall- und Gesundheitsgefahren abzustellen, die durch mangelnden Arbeitsschutz bedingt sind. So wurden im Jahre 2003 von den Berufsgenossenschaften der Bauwirtschaft weit über 300.000 Beratungen auf Baustellen durchgeführt.

Eine aktuelle Kampagne sei die Schwerpunktaktion "Sicherer Auftritt" gegen Stolpern, Rutschen und Stürzen. Solche Ereignisse seien die Ursachen für ein Viertel aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle. Im Rahmen der bis Ende 2004 in allen Branchen laufende Kampagne möchten die Berufsgenossenschaften der Bauwirtschaft Unternehmen, insbesondere Beschäftigte, durch Plakate, Anzeigen und Beratungen auf die Gefahren hinweisen. Unfall auslösend sind oft kleine Unachtsamkeiten - wie liegen gelassene Werkzeuge, Kabel, bauliche Mängel oder schlicht vernachlässigter Arbeitsschutz.

Bei den Berufskrankheiten nahmen die Verdachtsanzeigen im Vergleich zum Vorjahr um 11,1 Prozent auf 10.194 im Jahr 2003 ab. Gegenüber 1994 ist die Zahl der Verdachtsanzeigen sogar um über 5.000 Fälle zurückgegangen. Die Zahl der Todesfälle als Folge einer Berufskrankheit ging von 2002 auf 2003 um sechs Prozent auf 205 zurück.

Wie Vestring abschließend erläuterte, "wurden 2003 von den Berufsgenossenschaften der Bauwirtschaft knapp 68 Prozent der Gesamtaufwendungen als Entschädigungsleistungen für Verletzte und Erkrankte ausgegeben". Von den Entschädigungsleistungen waren 65 Prozent Rentenzahlungen. 7,3 Prozent der Gesamtaufwendungen gingen in den Bereich der Prävention. Insgesamt fließt also der weitaus größte Teil der eingezahlten Beiträge wieder als Leistungen an die Versicherten und Mitgliedsunternehmen zurück.

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