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Gefahren durch Kohlenmonoxid (CO)
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Ermittlung der CO-Belastung
Biomonitoring - Bestimmung der Konzentration des Schadstoffes in biologischem Material

Mit Expositionsmessungen werden die Konzentrationen von Gefahrstoffen in der Luft am Arbeitsplatz ermittelt. Die Belastung der Beschäftigten hängt aber nicht nur von der Luftkonzentration ab. Je nach Atemfrequenz werden mehr oder weniger große Mengen von Schadstoffen aufgenommen, auch gelangen manche Stoffe durch die Haut in den Körper.

Daher wird die tatsächliche Belastung der Beschäftigten erst durch Biomonitoring ermittelt, das heißt durch die Bestimmung der Konzentration des Schadstoffes oder seiner Metaboliten (Stoffwechselprodukte) in biologischem Material wie Urin oder Blut. Bei einer Belastung durch Kohlenmonoxid ist der entsprechende Parameter das CO-Hb (Carboxyhämoglobin), das an Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) gebundene Kohlenmonoxid. CO-Hb kann im Blut mittels Spektralphotometrie oder, wie in diesem Projekt, mittels Gaschromatographie bestimmt werden.

Die Durchführung von Biomonitoring ist mit vielen Unwägbarkeiten verbunden. So ist nicht immer auszuschließen, dass vor Arbeitsaufnahme bereits Belastungen vorlagen oder zusätzliche Belastungen bestehen, die ebenfalls Einfluss auf den untersuchten Parameter haben. Bei CO gilt dies vor allem für das Rauchen. Raucher nehmen durch die Inhalation von Tabakrauch neben anderen Gasen Kohlenmonoxid auf und haben somit höhere CO-Hb-Werte als Nichtraucher. Der Normalwert für CO-Hb beträgt für Nichtraucher 1 %, für Raucher 8 %. Der BAT-Wert (biologischer Arbeitsplatztoleranzwert) liegt bei 5 %. Mit einem Fragebogen wurde daher z. B. nach Rauchgewohnheiten, Vorerkrankungen der Atemorgane sowie Beschwerden nach Exposition gefragt (Anlage).

Da die Entnahme von Blut einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten bedeutet, kann dieses Instrument nicht routinemäßig angewandt werden. Mit der Förderung durch INQA war es möglich, den Beschäftigten als Ausgleich für die Blutentnahme und die Beantwortung der Fragen des Fragebogens ein Handgeld von 25 Euro zu zahlen. Dies hat die Bereitschaft, an diesen Untersuchungen teilzunehmen, erheblich gefördert. Trotzdem gaben nicht alle Beschäftigten ihre Einwilligung, Blut abzunehmen.

Die Blutentnahmen sollten vor dem Beginn und nach Ende der CO-Belastung erfolgen. Da Estrichglättarbeiten vor allem im Industriebau nicht selten am Nachmittag beginnen und sich bis in die späten Abendstunden - in einigen Fällen bis nach Mitternacht - hinziehen, sind diese optimalen Zeitpunkte für die Blutentnahme nicht immer einzuhalten. So musste einer der Beschäftigten, der sich sofort nach Ende der Arbeiten schlafen gelegt hatte, geweckt werden, um das Nachschichtblut zu gewinnen. Die Blutproben müssen dann auf dem Weg zum Labor kühl gelagert werden und schließlich muss die Analyse im Labor möglichst rasch nach der Blutabnahme erfolgen. Auch dies ist vor allem bei der Abnahme des Nachschichtblutes nach Mitternacht nicht immer optimal zu gewährleisten.

Insgesamt 27 Personen waren bereit, am Biomonitoring teilzunehmen. Über den Link auf der rechten Seite können Sie eine Tabelle über die Ergebnisse der CO-Hb-Analysen und die mit dem Fragebogen ermittelten Daten erreichen.

Bei den Personen 12 und 13 konnte das eingesandte Blut wegen langer Transport- bzw. Verweilzeiten nicht mehr analysiert werden, ähnlich war es auch bei Person 9, von der nur eine Blutprobe auswertbar war (wobei nicht ermittelt werden konnte, ob es sich um Vor- oder Nachschichtblut handelte). Bei Person 10 war keine Luftmessung durchgeführt worden und für Person 8 wurde kein Fragebogen ausgefüllt.

Bei Person 6 könnte eine Verwechselung der Vor- und Nachschichtprobe vorliegen, jedenfalls ist ein CO-Hb-Wert von 7% für einen Nichtraucher ebenso wenig plausibel wie ein Abfall des CO-Hb im Laufe der Schicht auf 1,8 % trotz einer CO-Belastung. So ist es zwar durchaus vorstellbar, dass auf Grund einer Belastung durch Tabakrauch - auch Passivrauch - vor Beginn der Glättarbeiten ein hoher CO-HB Wert im Vorschichtblut gemessen wird. Es ist aber nicht zu erklären, dass bei der gleichen Person trotz einer erheblichen Belastung am Arbeitsplatz der Nachschichtwert gleich oder gar niedriger ist als der Vorschichtwert.

Tabelle 1: Die im Rahmen des Biomonitoring erhobenen Daten mit dem Fragebogen nach Anlage 2 (bis auf die Personen 8, 9 und 15 - 18 waren alle gegenüber Abgasen von Estrichglättern exponiert)

CO-Hb-Werte vor der Schicht von über 2% sind bei Nichtrauchern mit einem Fragezeichen zu versehen. Daher sind die Vorschichtwerte für die Personen 16 und 18 kritisch zu sehen. Auch ist bei Person 16 nicht plausibel, dass trotz einer CO-Konzentration über dem Grenzwert die CO-Hb-Nachschichtkonzentration niedriger liegt wie der Vorschichtwert.

Für eine Diskussion der CO-Hb-Werte werden daher die Personen 6, 8, 9, 12, 13, 16 und 18 der Tabelle 1 nicht mehr verwendet. Die Personen 14 und 15 waren gegenüber sehr geringen CO-Konzentrationen beim Einsatz von Bobcats exponiert, daher überraschen die niedrigen CO-Hb-Werte (Nachschicht 0,7 und 1,0) nicht. Die Person 17 war 1,5 Stunden gegenüber Abgasen aus einer Motorsäge exponiert, bei einer CO-Konzentration von 51 mg/m³ über diese Zeit ist ein Anstieg des CO-Hb-Wertes von 2,8 auf 4,4 zu erwarten.

Insgesamt 17 Personen, bei denen Vor- und Nachschichtblut analysiert werden konnten, waren CO-Expositionen beim Einsatz von Glättmaschinen ausgesetzt (Abbildung 1). Bei 13 von ihnen (77%) war im Nachschichtblut der BAT-Wert von 5% CO-Hb überschritten.

Grafik: Vor- und Nachschicht-CO-Hb-Werte

Abbildung 1: Im Rahmen des Projektes valide Vor- und Nachschicht-CO-Hb-Werte (R: Raucher; NR: Nichtraucher)

Diese CO-Hb-Konzentrationen von Personen, die gegenüber Abgasen von Estrichglättern exponiert waren, bestätigen die zum Teil hohen Belastungen der Beschäftigten bei der Benutzung benzinbetriebener Glätter in Räumen. Aus arbeitsmedizinischer Sicht ist daher dringend von der Benutzung der genannten Maschinen in Räumen abzuraten.

Anlage 2:
Fragebogen zur Erfassung der persönlichen Parameter beim
Bio-Monitoring

Bild: Fragebogen der CO-Hb-Studie

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Ergebnisse der Fragebogenaktion
Daten die im Rahmen des Biomonitoring erhoben wurden
Biomonitoring und persönliche Erfahrungen von CO-belasteten Beschäftigten
Vortrag von Nilda Safari, Arbeitsmedizinischer Dienst der Bau-Berufsgenossenschaft Frankfurt am Main
Berechung der CO-Expositionen beim Einsatz benzin- und dieselbetriebener Maschinen
Vortrag von Dr. Udo Eickmann, Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege